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Teltow-Fläming Kaczmareks Kampf gegen Ämter und Armut
Lokales Teltow-Fläming Kaczmareks Kampf gegen Ämter und Armut
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16:22 17.02.2016
Karl-Heinz Kaczmarek streitet sich mit Behörden. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Alleinerziehend, eine behinderte Tochter und amtliche Rückforderungen im Briefkasten – Karl-Heinz Kaczmarek wachsen die Probleme über den Kopf. Der 65-jährige aus Luckenwalde erzieht und betreut seit 1978 allein seine Tochter Denise. Die 41-Jährige hat eine Behinderung und braucht Begleitung. Vormittags arbeitet sie seit 1995 in den ElsterWerkstätten. Auch ihr Vater geht als Rentner noch stundenweise arbeiten. Doch das Geld – Verdienst, Rente, Erwerbsunfähigenrente, Kindergeld – reicht nur knapp für beide.

Rückforderung vom Amt

Stattdessen erhielt Karl-Heinz Kaczmarek kürzlich eine Rückforderung vom Amt. 962,84 Euro habe man seiner Tochter angeblich zu viel überwiesen. Der Betrag ist für ihn kaum zu stemmen. Ohnehin tut sich Karl-Heinz Kaczmarek schwer mit Behördengängen. Vor Jahren hat er etwa schon mal Pflegegeld für seine Tochter beantragt, aber nie erhalten.

Dass auf den Schreiben an seine Tochter die unterschiedlichsten Namen stehen – von Denis über Denise bis hin zu Doris –, daran hat er sich im Laufe der Jahre gewöhnt. Dass er aber zur Kasse gebeten wird, will er nicht hinnehmen. „Ich gehe nur noch arbeiten, um die Forderungen begleichen zu können“, sagt der Luckenwalder. Mit den Ämtern steht er in regelmäßigen Kontakt, doch auf Hilfe und Unterstützung wartet er seit Jahren vergeblich. Das einzige, was er erhält sind Rechnungen oder Mahnungen. Er wandte sich an den Verein Lebenshilfe und hofft auf Rechtsbeistand.

Vater; „Ich fühle mich betrogen.“

„Meine Tochter wird um 7.30  Uhr von zu Hause abgeholt und um 15 Uhr wieder zurückgebracht. Sobald sie zu Hause ist, kümmere ich mich um sie, ich kann sie nicht allein lassen“, sagt der zweifache Vater. Er würde sich wünschen, dass ihm seitens des Amtes gesagt wird, was ihm zusteht, welche Pflegestufe seine Tochter bekommen könnte und an wen er sich wenden kann. Stattdessen kommen Briefe mit Rechnungen. „Ich fühle mich betrogen. Ich habe mein ganzes Leben gearbeitet und jetzt arbeite ich weiter, um meine Tochter zu unterstützen, dabei arbeitet sie ja auch“, sagt der gelernte Betriebs- und Verkehrseisenbahner.

Karl-Heinz Kaczmarek kämpft für seine Tochter und musste schon einige Gerichtsverhandlungen durchstehen. „Denise ist hilflos ohne meine Begleitung. Ich muss immer an ihrer Seite sein, sie würde sonst mit jedem Fremden mitgehen“, sagt er , „trotz ihrer Behinderung ist sie eine Frau mit eigenen Wünschen. Sie möchte Musik hören, sich was Schönes zum Anziehen kaufen. Doch von dem, was sie bekommt, bleibt kaum etwas übrig.“ Im Schnitt 150 Euro bekommt Denise Kaczmarek monatlich überwiesen.

Widerspruch gegen Bescheid

Der Kreisverwaltung ist der Fall bekannt. Nach Angaben des Sozialamtes erhält Denise Kaczmarek bei den Elster-Werkstätten sogenannte tagesstrukturierende Fördermaßnahmen. „Im Arbeitsbereich wird wirtschaftlich verwertbare Arbeit geleistet, dafür gibt es ein Arbeitsentgelt“, teilt die Behörde mit. Die Maßnahme-Kosten für die Werkstatt, die Sozialversicherungsbeiträge und das Arbeitsförderungsgeld zahlt das Sozialamt. Das Arbeitsentgelt und das Arbeitsförderungsgeld bekomme Denise Kaczmarek ausgezahlt. „Da das monatliche Einkommen nicht ausreicht, erhält sie ergänzende Grundsicherung. Das Arbeitsförderungsgeld bleibt dabei unberücksichtigt“, so die Mitteilung des Sozialamtes.

Gegen die Aufforderung, 962,84 Euro zurückzuzahlen, hat Karl-Heinz Kaczmarek Widerspruch erhoben. In dem Widerspruchsverfahren werde eine persönliche Anhörung erfolgen und danach über den Widerspruch entschieden, teilte das Sozialamt auf MAZ-Nachfrage mit. In diesem Zuge soll er auch hinsichtlich seiner Fragen erneut umfassend beraten werden.

Recht auf Pflegegeld

Dazu gehört offenbar auch der Anspruch auf eine Pflegestufe für seine Tochter und das damit verbundene Pflegegeld. Den Antrag dafür müsse Karl-Heinz Kaczmarek bei der Pflegekasse stellen, nicht beim Sozialamt. Dies sei ihm auch bei einem Erörterungstermin am Sozialgericht im November vorigen Jahres erklärt worden. Ebenso wurde ihm geraten, sich an den Pflegestützpunkt in der Kreisverwaltung zu wenden. Dort kann er sich ebenfalls beraten lassen.

Von Margrit Hahn

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