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Kämpferin für das Grün im Ort

Rangsdorf Kämpferin für das Grün im Ort

Wegen des vielen Grüns ist Heide Wolffgramm vor 20 Jahren nach Rangsdorf gezogen. Sie ärgert sich, dass die Gemeinde und Anwohner sich so wenig für die Bäume vor der Tür interessieren. Deshalb greift sie schon mal selbst zur Gießkanne und bewegt sich damit am Rande der Schwarzarbeit.

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Heide Wolffgramm vor einem vertrockneten Straßenbaum.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Eine Birkenallee ohne Birken ist für Heide Wolffgramm ein Graus – und doch könnte es in Rangsdorf bald so weit sein. Die erst wenigen Jahre alten Birken am Sportplatz bieten ein trauriges Bild: lichte Krone, braune Blätter.

„Es macht mich traurig, wenn ich das sehe“, sagt die 74-Jährige. In den vergangenen 20 Jahren, in denen sie in Rangsdorf lebt, habe sich vieles im Ort verbessert, der Umgang mit dem Grün gehöre jedoch nicht unbedingt dazu. Vor allem die Straßenbäume geben oft ein schlechtes Bild ab. In vielen Straßen vertrocknen junge Bäume, während auf den Grundstücken daneben der saftige Rasen sprießt. Heide Wolffgramm sieht die Gemeinde in der Pflicht, die Bäume auf öffentlichem Grund und Boden zu pflegen. Sie sieht aber auch eine Verantwortung der Bürger. „Man kann nicht alles auf den Bauhof abwälzen. Niemand bricht sich einen ab, wenn man selbst zur Gießkanne greift“, sagt sie.

Gemeinde verweist auf begrenzte Kapazitäten

Sie selbst geht mit gutem Beispiel voran und wässert die Bäume vor ihrem Haus in der Kurparkallee seit Jahren – mit Erfolg. Die Linden dort sind kräftig gewachsen, was man von vielen Bäumen auf dem Parkplatz des roten Netto-Marktes an der Kienitzer Straße nicht behaupten könne. Dort hat Heide Wolffgramm jahrelang die Bäume auf dem Parkplatz gegossen. Viele haben die trockenen Sommer der vergangenen Jahre trotzdem nicht überstanden. „Man hat die Bäume einfach verrecken lassen“, ärgert sich die ehemalige Gemeindevertreterin. In der Baugenehmigung war detailliert nach Art und Anzahl aufgelistet, welche Bäume auf dem Supermarkt-Parkplatz gepflanzt werden müssen. Pro zehn Stellplätze war ein Laubbaum mit 18 Zentimetern Stammumfang zu pflanzen. Pro 100 Quadratmeter versiegelte Fläche musste der Investor 125 Quadratmeter Gehölzfläche schaffen. Netto ist nur Mieter. Für die Grünpflege auf dem Gelände sei ein externes Unternehmen zuständig, teilt eine Unternehmenssprecherin mit.

Die Kontrolle der Pflanzungen und des Anwuchses ist Sache der Gemeinde. „Unsere Kapazitäten sind leider begrenzt“, sagt Bürgermeister Klaus Rocher (FDP). Pflanzt die Gemeinde einen neuen Straßenbaum, sei in der Ausschreibung dafür auch die Pflege der ersten fünf Jahre enthalten. Die Firma, die den Baum in die Erde gesetzt hat, sorgt für Wasser oder für Ersatz, falls der Baum eingeht. Wenn die fünf Jahre vorbei sind, ist die Gemeinde zuständig – „im Rahmen unserer Möglichkeiten“, wie der Bürgermeister sagt. Derzeit habe der Bauhof mit der Reparatur der Straßenbeleuchtung zu tun. Dass Anlieger selbst zur Gießkanne greifen, findet Rocher in Ordnung. Dazu aufrufen will – und darf – er nicht. „Schlimmstenfalls wäre das eine Anstiftung zur Schwarzarbeit“, sagt er. Wenn Bürger Leistungen für die Gemeinde erbringen, gelte der gesetzliche Mindestlohn. Verbieten werde er es den Leuten aber nicht, wenn sie den Bäumen vorm Haus Wasser geben.

Von Christian Zielke

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