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Kalender zeigt Kneipen in Am Mellensee

Heimatstube steltl Projekt vor Kalender zeigt Kneipen in Am Mellensee

Der Förderverein der EHimatstube Sperenberg hat sich ein großes Projekt für seinen Jahreskalender 2017 auf die Fahnen geschrieben: Der Kalender stellt die Kneipen und Gaststätten aller acht Ortsteile in der Gemeinde Am Mellensee vor. Und das war mehr Arbeit als die Macher mal gedacht hatten.

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Doreen Schulze, Ralf Emmermacher und Elke Träger vom Förderverein der Heimatstube Sperenberg (v.l.).

Quelle: Gudrun Ott

Sperenberg. Einen ganz besonderen Kalender wird es für 2017 vom Förderverein der Heimatstube Sperenberg geben. Darin geht es um die Kneipen und Gaststätten der Gemeinde Am Mellensee. Lange haben die Mitglieder des Fördervereins Sperenberger Heimatstube Elke Träger, Doreen Schulze und Ralf Emmermacher recherchiert, um die Geschichten und Bilder dafür zu finden. Nun kümmern sich David Süsselbeck ums Layout und Robert Meier um den Druck. Beide gehören ebenfalls dem Förderverein an.

Die Idee war an die erfolgreiche Ausstellung „Gastronomie einst und jetzt“ aus dem vergangenen Jahr anzuknüpfen. Die hatte Elke Träger gemeinsam mit Regina Fiedler und anderen Mitgliedern des Fördervereins organisiert. „Regina und ich, wir haben eineinhalb Jahre die Ausstellung vorbereitet und im Nachhinein festgestellt, es wäre einiges zu ergänzen gewesen“, erzählt Elke Träger. „Das kann doch nicht alles gewesen sein, haben wir uns gedacht. Und so wollten wir für den Kalender nicht nur über die Sperenberger Kneipen erzählen, sondern Gasthäuser aus allen acht Orten der Gemeinde vorstellen, nicht ahnend, was da an umfangreicher Arbeit auf uns wartet“, sagt sie. Die 64-jährige Elke ist eine geborene Fiedler. Ihr Großvater Karl Fiedler war Sperenberger Lehrer und Bodendenkmalpfleger. Er hat 1956 die Heimatstube gegründet.

In Sperenberg gab es 16 Schankstellen

Dinge der Ur- und Frühgeschichte aus Sperenberg hatte er bereits in der Schmiede von Doreen Schulzes Großvater Heinz Schulze zusammengetragen und ausgestellt. „Allein der kleine Ort Sperenberg hatte zeitweise bis zu 16 Schankstellen“, erzählt Doreen Schulze. „Vom Sägewerk, über den Töpfermeister bis hin zum Bauern durfte Bier ausgeschenkt werden.“ Im neuen Kalender wird sich auch als Abschiedsbild vom alten Dorfkern die Ansicht mit den drei ehemaligen Ausschankstellen wiederfinden. „Eine Ansicht, die mit dem Bau des Rewe-Marktes für immer verschwinden wird“, sagt die blonde Zahnarzthelferin und zieht die alte Postkarte, die noch nie veröffentlicht wurden, aus dem Album.

Darunter ist eine vom Alten Krug aus dem Jahre 1899, geschrieben von Eduard Görlich. Der Alte Krug war mehr als 400 Jahre im Familienbesitz der Görlichs. Es war die einzige Kneipe im Ort, die im Sudhaus ihr Bier selbst braute. „Die Kneipenkultur im eigentlichen Sinne, also das gesellige Beisammensein bei Bier und Bockwurst gibt’s nicht mehr“, bemerkt Ralf Emmermacher. Er war unter anderem bei ehemaligen Wirtsleuten in Fernneuendorf und in Gadsdorf, hat sich ihre Geschichten erzählen lassen und nebenbei vergessene Trinksprüche ausgegraben. Da heißt es: „Nüchtern bin ich schüchtern, aber voll bin ich toll“ oder „Zwischen Leber und Milz passt immer ein Pils“. Im Sommer wird der neue Kalender fertig sein, sodass beim nächst größeren Fest der Verkauf beginnen kann. Ralf Emmermacher weist zudem noch darauf hin, dass sich der Verein immer über jedes Fundstück aus vergangenen Zeiten freut.

Von Gudrun Ott

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