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Kalt, cremig und ganz ohne Tier

Kinder lernen in Blankenfelde, wie man veganes Eis macht Kalt, cremig und ganz ohne Tier

Fast 30 Jahre lang war Dirk Brüggemann Vegetarier. Seit zwei Jahren verzichtet er sogar auf Milch, Eier und Honig. Kindern zeigte der Blankenfelder nun, wie man veganes Eis macht. Nicht jede seiner Kreationen kam gut, was für den Veganer zeigt, wie die Industrie den Geschmack schon der jungen Konsumenten prägt.

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Dirk Brüggemann (h.) zeigt den Kindern, wie man Eis mit natürlichen Zutaten und ohne tierische Anteile herstellt.

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde. Wasser oder Sahne, Schoko, Vanille oder Frucht – sage mir, welches Eis du magst und ich sage dir, was für ein Mensch du bist. Die Frage nach dem Lieblingseis ist fast eine Glaubensfrage. Dirk Brüggemann fügt dieser Diskussion eine weitere Dimension hinzu. Der Blankenfelder lebt seit zwei Jahren vegan. Wenn ihn der Appetit nach der kühlen Süßigkeit packt, führt der Weg ihn nicht in die nächste Eisdiele oder einen Supermarkt, sondern an den eigenen Tiefkühlschrank.

Wie man Eis macht, das komplett ohne Milch, Eier und Honig auskommt, zeigte der 50-Jährige gestern einer Gruppe von Kindern. Eine gewisse Vorbereitung sei nötig, sagt Dirk Brüggemann. Deshalb hat er am Abend zuvor Kokosmilch und Bananen ins Gefrierfach gestellt. Die Früchte sollen der Eiskrem die nötige Süße verleihen. Dirk Brüggemann verzichtet auch auf Industriezucker. Statt Sahne aus Kuhmilch verwendet er Sojasahne und gefrorene Kokosmilch. Birkenzucker bringt zusätzliche Süße. „Der ist sogar gut für die Zähne“, sagt Dirk Brüggemann. Echte Vanille, Kakao und frische Erd- und Himbeeren sorgen für den natürlichen Geschmack. Dirk Brüggemann schüttet alle Zutaten in die Küchenmaschine, drückt den Knopf und hat nach wenigen Sekunden Eiskrem, die fast aussieht wie aus der Eisdiele.

Doch nicht alle der jungen Teilnehmer sind von dem Ergebnis begeistert. Einigen ist das Schoko-Eis zu wenig schokoladig, andere mögen die Kokosnote nicht. So wie die zwölf Jahre alte Elena Bahr. Ihr hat das Fruchteis mit Erdbeeren und Himbeeren am besten geschmeckt. „Stracciatella würde mich mal interessieren“, sagt die Schülerin. Sie ist schon zum zweiten Mal beim Ferienpass Blankenfelde-Mahlow dabei. Ihr Kumpel Elias Jannik Stirner nutzt bereits seit vier Jahren das Angebot, das Helmut Uwer und seine Frau für die letzte Woche in den Sommerferien zusammenstellen. „Mittlerweile ist das ein Selbstläufer“, sagt Helmut Uwer. 2005 hat er den Ferienpass ins Leben gerufen. In diesem Jahr beteiligen sich 53 Ateliers. Kinder können Fußball spielen, Klettern, Kochen oder lernen, wie man Manga-Comics zeichnet.

Dirk Brüggemann gehört mit seinen Kursen in asiatischer Kampfkunst schon länger zum Programm des Ferienpasses. Dass nicht alle Kinder die veganen Eiskreationen mochten, überrascht ihn nicht. „Die Kinder sind vorgeprägt durch das, was die Industrie vorgibt“, sagt er. Und die setzt auf Zucker statt auf natürliche Zutaten. Bei Dirk Brüggemann ist alles Bio. So will er den Kindern den ursprünglichen Geschmack nahebringen, auch wenn das nicht bei allen gleich gut ankommt. „Geschmack ist erlernbar“, sagt Dirk Brüggemann. Letztlich müsse jeder selbst entschieden, wie man leben und essen möchte. Für ihn bedeute vegane Ernährung keinesfalls Verzicht, sondern neue kulinarische Horizonte. „Ich bin nicht missionarisch sondern mache es aus Überzeugung und mir geht es gut dabei“, sagt Dirk Brüggemann. Man solle ruhig einmal über den eigenen Tellerrand schauen.

Von Christian Zielke

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