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Kamera-Augen suchen in Abwasserkanälen

Ludwigsfelde Kamera-Augen suchen in Abwasserkanälen

Unsichtbar für die Öffentlichkeit und für tausende Bewohner der am dichtesten besiedelten Stadtteile Nord und West läuft in Ludwigsfelde zurzeit eine große Sanierungsaktion.

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Operateur Lutz Dittmann steuert am Bildschirm die Kamera zur Kanal-Befahrung in Abwasserkanälen unter dem Ludwigsfelder Stadtteil Nord

Quelle: Fotos: Abromeit (2)

Ludwigsfelde. Vielleicht ist manchem Bewohner in den am dichtesten besiedelten Stadtteilen von Ludwigsfelde in den zurückliegenden Monaten das große blaue Fahrzeug einer Brandenburger Rohr- und Kanalreinigungsfirma aufgefallen. Mit ihm wurden die Vorarbeiten für eine relativ große, aber vor den Augen der Öffentlichkeit verborgene Sanierungsaktion erledigt: die Lecksuche in Abwasserkanälen. Über einen Schlauch wird dazu eine Kamera unter einige Straßen geschickt.

Das alles sind Vorsichtsmaßnahmen. „Wir kennen doch unser Kanalnetz“, sagt Hans-Reiner Aethner, Vorsteher vom Wasser- und Abwasserzweckverband Region Ludwigsfelde (Warl). „Und bevor das Kind in den Brunnen fällt und wir irgendwelche Katastrophen auszubaden haben, lassen wir das Ganze anschauen.“ In den 1970er Jahren beim Bau des Stadtteils sei nicht mehr in der derselben Qualität wie zuvor gebaut worden, sagt er. Projektmanagerin Kathrin Herbst erklärt: „Das heißt, man hat dort Beton oder Steinzeug verwendet. Das geht für Regenwasserkanäle, aber nicht auf Dauer für Schmutzwasser.“ Das zerstöre den Beton wegen der Schwefelsäure-Bildung. Deshalb so seit den 1980er Jahren nicht mehr gebaut.

Von diesem blauen Fahrzeug aus untersucht eine Kamera Lecks in Abwasserkanälen

Von diesem blauen Fahrzeug aus untersucht eine Kamera Lecks in Abwasserkanälen.

Quelle: Jutta Abromeit

Herbst ist bei der Betriebsgesellschaft DNWAB beschäftigt und erledigt Projektsteuerungen für den Warl. Zur Sanierung der maroden Kanäle sagt sie: „Die alten Leitungen sind sogenannte Freispiegelleitungen, also keine Druckleitungen. Das heißt, Wasser fließt mit leichtem Gefälle.“ Deshalb können die alten Leitungen drin bleiben, wenn sie statisch noch tragfähig sind, und schützen die neuen Leitungen. Die bestehen aus Schläuchen mit 20 bis 30 Zentimetern Durchmesser. „Wir ziehen sie ein, dehnen sie mit Luft, behandeln sie zum Aushärten mit Licht oder Wärme. Ziemlich kurz danach können wir sie schon in Betrieb nehmen“, erklärt sie. Pro Tag werden so abschnittsweise bis zu 100 Meter erneuert.

Bereits abgeschlossen ist die Sanierung von rund 1000 Kanalmetern unter der Clara-Zetkin-, der Lise-Meitner- und der Friedrich-Engels-Straße. Dort waren in den Sommermonaten potenzielle Lecks gefunden und beseitigt worden. „Das hat rund 150 000 Euro brutto gekostet“, sagt Kathrin Herbst. Was die Sanierung von Teilen der Schmutzwasserleitungen unter der Brandenburgischen Straße und dem Anton-Saefkow-Ring im Stadtteil Nord kosten wird, das weiß die Projektmanagerin noch nicht: „Die Ergebnisse der Kamera-Befahrung haben wir, jetzt ist das Ludwigsfelder Ingenieurbüro Drömer dabei, die Sanierungsplanung zu erarbeiten.“ Man hoffe, im März mit diesen zwei bis drei Monate dauernden Arbeiten beginnen zu können.

Von Jutta Abromeit

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