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Kameruner droht die Abschiebung

Geplatzter Traum vom Medizinabschluss Kameruner droht die Abschiebung

Raoul Landjolbo Palai kam 2003 mit einem Visum nach Deutschland, um Medizin zu studieren. Doch er konnte das Studium nicht abschließen – ein Fehler, wie er zugibt. Seine Aufenthaltserlaubnis ist abgelaufen, ihm droht nun die Abschiebung.

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Raoul Landjolbo Palai will seine Ausbildung abschließen.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Raoul Landjolbo Palai kämpft um eine Zukunft in Deutschland, steckt aber in einer Sackgasse. Er kam 2003 aus Kamerun mit einem Visum nach Deutschland, um Medizin zu studieren. Vier Jahre später legte er den ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung an der Universität Würzburg ab. „Aber ich konnte das Studium aus finanziellen Gründen nicht abschließen“, sagt der 33-Jährige, der gut Deutsch spricht. Er musste arbeiten, um für seinen Lebensunterhalt zu sorgen.

Studentenvisum 2013 abgelaufen

Doch seine an ein Studium gebundene Aufenthaltserlaubnis lief im Dezember 2013 ab. Er hätte nach Kamerun zurückkehren müssen, stellte aber einen Antrag auf Asyl – „aus Perspektivlosigkeit“ in seiner Heimat, wie er selbst sagt. Als Asylbewerber kam er vor zwei Jahren in den Landkreis Teltow-Fläming und lebt inzwischen im Übergangswohnheim in der Grabenstraße in Luckenwalde.

Und hier möchte er bleiben. „Ich würde gern mein Studium beenden oder eine Ausbildung zum Altenpfleger und Gesundheitshelfer machen. Allerdings wird mir das nicht gestattet. Ich weiß nicht, wie es mit der Duldung weitergeht“, sagt er. Auch arbeiten darf er nicht. Er muss jeden Monat seinen Aufenthalt verlängern lassen. Das Verlassen des Landes Brandenburg ist ihm nur mit Genehmigung der zuständigen Ausländerbehörde gestattet.

Bruder mit dem gleichen Schicksal

Der Kameruner ärgert sich, dass er sein Studium nicht beendet hat, denn nun verliert er vermutlich alles, was er sich bisher aufgebaut hat. Seinem jüngeren Bruder erging es ähnlich. Auch er kam nach Deutschland, studierte Medizin, schloss das Studium nicht ab. Er wurde bereits abgeschoben.

Die Pressestelle des Landkreises auf MAZ-Anfrage bestätigt die Lebensgeschichte aus amtlicher Sicht. Im März 2014 wurde Raoul Landjolbo Palai dem Landkreis Teltow-Fläming innerhalb des Asylverfahrens zugewiesen. Das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe allerdings keinen Grund für die Gewährung von Asyl gesehen und lehnte den Antrag ab, heißt es von der Ausländerbehörde: „Damit ist Herr Landjolbo Palai ausreisepflichtig.“

Sprachkenntnisse schützen nicht vor Abschiebung

Daran ändern auch seine guten Sprachkenntnisse nichts. Die Ausländerbehörde Teltow-Fläming hat ihm im März 2014 eine Duldung erteilt, die bis 29. Februar 2016 gültig ist. Duldungen werden ausgesprochen, wenn es Hindernisse für eine Abschiebung gibt, zum Beispiel fehlende Heimreisepapiere. Beim Fortbestehen von Abschiebehindernissen wird eine Duldung in der Regel verlängert.

Da Raoul Landjolbo Palai keine Aufenthaltserlaubnis hat, sondern geduldet ist, stehen ihm auch keine staatlich finanzierten Qualifizierungsmaßnahmen oder eine Beschäftigung zu. „Sein Bruder aus Kamerun steht in engem Kontakt mit der Ausländerbehörde und bemüht sich seit langem darum, ihm den Weg zurück in die Heimat zu ebnen“, teilt die Ausländebehörde mit.

Von Margrit Hahn

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