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Kampf gegen Pläne zur Erdgasförderung

Bürgerinitiative in Märkisch-Buchholz Kampf gegen Pläne zur Erdgasförderung

Das Thema ist klar umrissen, der Gegner ausgemacht: Die Bürgerinitiative „Bürger in Bewegung“, die sich vor gut einem Jahr in Märkisch Buchholz formiert hat, kämpft mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den französischen Energiekonzern Engie – genauer gegen dessen Pläne, Erdgas in der Region zu fördern.

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Protestaktion der Initiative.
 

Quelle: Karen Grunow

Märkisch Buchholz.  Die Initiative „Bürger in Bewegung“ könnte als Lehrbeispiel für eine Bürgerinitiative herhalten. Klarer Arbeitsort, klares Sachproblem, klarer Auftrag, klares Feindbild. Die Gruppe, die vor allem in Münchehofe und Märkisch Buchholz aktiv ist, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Gasförderung in der Region zu verhindern – dieses Ziel nennt man ganz offen. „Wir wollen die Bürger über die Folgen einer möglichen Gasförderung informieren und darüber einen Widerstand organisieren“, sagt Sprecher Ralf Irmscher. Das Motto heißt: Wir gegen die. Es ist ein Kampf mit offenem Visier.

Französischer Konzern Engie will in Märkisch Buchholz Gas fördern

Die – das ist der französische Konzern Engie, der bis 2015 noch unter dem Namen Gaz de France firmierte. Das Unternehmen ist schon lange daran interessiert, die schon zu DDR-Zeiten rings um Märkisch Buchholz in den Boden gebohrten Löcher zu nutzen, um Erdgas zu fördern. In den betroffenen Gemeinden stand man diesem Projekt erst ablehnend gegenüber. Dann änderte sich die politische Meinung in Märkisch Buchholz, man wollte ein Bauleitverfahren eröffnen, den Franzosen zumindest eine Chance auf ihr Vorhaben einräumen. Einige Wochen nach diesem Grundsatzbeschluss – am 13. Februar 2015 – fanden sich etwa 25 Mann aus Münchehofe, Märkisch Buchholz und dem nahe gelegenen Leibsch zusammen, die erzürnt genug waren, um sich gemeinsam gegen die Aussicht auf Erdgasförderung in ihrer Nachbarschaft zu wehren. „Erstens, weil kein reines Erdgas gefördert werden soll, sondern Sauergas. Und zweitens, weil das Fördergebiet im Landschaftsschutzgebiet liegt. Das geht nicht“, sagt Ralf Irmscher.

Man organisierte schon bald nach der Gründung Veranstaltungen, um Bürger für das Thema zu interessieren. Es ging um die Gefahren für das Wasser und für die Natur, man lud das Bergamt ein und informierte über das Planverfahren. Es gab eine Veranstaltung zum Lärm. Die Mitglieder stellten große Lautsprecher an den Bohrlöchern auf und spielten von dort Fördergeräusche ein, die bis auf den Marktplatz in Märkisch Buchholz zu hören waren. Stets kamen 100 bis 150 Leute, bei denen die Argumente der Initiative offenbar verfingen. Bei einer Einwohnerbefragung stimmten etwa 60 Prozent gegen die Gasförderung.

50 Mitglieder gehören zum harten Kern der Bürgerinitiative

Später unterstützte die Initiative sogar noch ein Abwahlverfahren gegen die Bürgermeisterin von Märkisch Buchholz, das allerdings scheiterte. Das war ein kleiner Rückschlag, sagt Ralf Irmscher, aber auf den Fortgang der Arbeit soll das keinen Einfluss haben.

Die Initiative hat sich inzwischen breiter aufgestellt, sich fast professionalisiert. Rund 50 Mann gehören heute zum festen Kern. Sie arbeiten in drei Gruppen, die sich mit den unterschiedlichen Aspekten der Gasbohrung und des Widerstands befassen. Eine arbeitet sich in die Theorie und Praxis der verschiedenen Fördertechniken ein, eine zweite beschäftigt sich mit der Aufbereitung, die dritte organisiert Veranstaltungen, hält Kontakt mit dem Bergamt und anderen Bürgerinitiativen und liest sich durch öffentliche Akten, deren Inhalt oft nur schwer zu greifen ist. „Wir sind ja alle keine Bergbauingenieure“, sagt Irmscher.

Der Zeitaufwand dafür ist enorm. Viele Mitglieder opfern dem Thema fast ihre gesamte Freizeit, einige nehmen sogar Urlaub, um bestimmte Termine wahrnehmen zu können. Ralf Irmscher aber ist überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt. In den Gemeinden zumindest sind die gelben Kreuze – das Symbol der Initiative – schon überall präsent. „Am Anfang standen unsere Chancen vielleicht bei 20 Prozent“, sagt er. „Aber inzwischen glaube ich wirklich, dass wir die Gasförderung verhindern können.“

Von Oliver Fischer

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