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Teltow-Fläming Kampf gegen Stundenausfall in Luckenwalde
Lokales Teltow-Fläming Kampf gegen Stundenausfall in Luckenwalde
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05:25 22.04.2016
Am Friedrich-Gymnasium sind im ersten Halbjahr 2015/16 insgesamt 1181 Vertretungsstunden angefallen. Quelle: privat
Luckenwalde

Ein Hilferuf zum Thema Unterrichtsausfall kommt aus der Luckenwalder Stadtverordnetenversammlung. In einem Brief an das brandenburgische Bildungsministerium wollen die Volksvertreter fraktionsübergreifend die Landesregierung um Unterstützung bei den Bemühungen gegen Stundenausfall an Schulen und um eine bessere Personalausstattung bitten.

Lehrer gleichen Defizite über Mehrarbeit aus

Die CDU/FDP-Fraktion hatte dazu einen allgemein formulierten Antrag in die jüngste Stadtverordnetensitzung eingebracht. „Die Unterrichtsversorgung ist zwar Landessache“, sagte Nadine Walbrach (CDU), „aber wir können nicht tatenlos zusehen, wie an den Luckenwalder Schulen reihenweise Unterricht ausfällt.“ Schulleiter, Lehrer und Eltern würden sich seit Jahren bemühen, dem Problem Herr zu werden, „leider nur mit mäßigem Erfolg“, heißt es in der Antragsbegründung. Durch Mutterschutz und „extrem hohe Krankenstände“ fehle es an Lehrern, Defizite würden von Lehrern durch Mehrarbeit ausgeglichen.

Zahlen und Fakten

Laut Bildungsserver Berlin-Brandenburg fielen im ersten Schulhalbjahr 2014/15 an der Jahn-Grundschule 45 Unterrichtsstunden aus – das entspricht 0,6 Prozent. Der Landesdurchschnitt liegt bei 0,9 Prozent. Vertreten wurden fünf Prozent der Stunden.

An der Ebert-Grundschule und der Arndt-Grundschule sind jeweils 0,5 Prozent des Unterrichts ausgefallen, jeweils 3,8 Prozent wurden vertreten.

Am Friedrich-Gymnasium sind laut Statistik in der Sekundarstufe I 1,8 Prozent der Stunden ausgefallen, in der Sek II 1,4 Prozent und in den Schnellläuferklassen weniger als ein Prozent.

Laut Nadine Walbrach (CDU) wurden im ersten Halbjahr 2015/16 in der Sek I am Gymnasium von 11 358 Unterrichtsstunden 1181 vertreten. 356 Stunden seien ersatzlos ausgefallen, das entspricht 3,13 Prozent.

„Die Zusammenlegung von Klassen, Stillarbeit, Unterricht durch Referendare und Überstunden drücken die Statistik des Unterrichtsausfalls nach unten, das gibt ein falsches Bild“, beklagte Nadine Walbrach. Ihr Fraktionskollege Sven Petke formulierte es noch schärfer: „Das ist kein Unterricht, das ist betreutes Dasein.“ Walbrach verwies zudem auf weggefallene Förderstunden. „Der Bedarf steigt, weshalb viele Familien für private Nachhilfe tief in die Tasche greifen müssen“, sagte sie.

Antrag zu oberflächlich und unkonkret

Für Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) war der Antrag „zu oberflächlich“. Missstände seien nicht konkret benannt, in der Praxis seien Erfolge erkennbar. „Angeordnete Überstunden sind in meinen Augen Maßnahmen gegen Unterrichtsausfall“, sagte sie, „auch wenn das nicht für alle befriedigend ist.“

Ihr Parteikollege Harald-Albert Swik stimmte zu: „Der Antrag ist zu schwammig“, sagte er. Der Lehrermangel betreffe auch alle anderen Kommunen im Land, „da stehen wir noch verhältnismäßig gut da“, so Swik. Auch Heidemarie Migulla (Linke) empfand die Formulierung als zu unkonkret. „Das Dilemma sehen wir ja alle“, sagte sie.

Brief statt Beschluss

Die Christdemokraten hatten ihren Antrag laut Petke bewusst allgemein gehalten, damit er fraktionsübergreifend zustimmungsfähig werde. Erik Scheidler schließlich schlug den Kompromiss vor. Statt des allgemeinen Antrages wollen die Fraktionsspitzen einen Brief mit konkret formulierten Missständen und Forderungen auf den Weg bringen. Die ersten Gespräche dazu sind gelaufen.

Von Elinor Wenke

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