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Kampf ums Grün im Zentrum

MAZ-Serie Bürgerinitiativen Kampf ums Grün im Zentrum

ls Ricarda Voigt im Herbst 2014 davon hörte, dass 46 Bäume auf dem Boulevard in Luckenwalde gefällt werden sollen, um das Stadtzentrum neu zu gestalten, war sie empört. „Die Bäume sind ein wichtiger Teil unserer Stadtmitte“, sagt die Luckenwalderin. Also gründeten sie und einige Mitstreiter eine Bürgerinitiative.

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BI-Mitglieder und Einwohner auf dem Boulevard.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Als Ricarda Voigt im Herbst 2014 davon hörte, dass 46 Bäume auf dem Boulevard in Luckenwalde gefällt werden sollen, um das Stadtzentrum neu zu gestalten, war sie empört. „Die Bäume sind ein wichtiger Teil unserer Stadtmitte“, sagt die Luckenwalderin, die sich seit Jahren für den Naturschutz einsetzt. Sie sprach mit ihren Freunden und Bekannten, darunter Anne Meyer, Ralf Eyssen und Otto Rogge, über das Vorhaben der Stadt. Und sie alle waren der Meinung, dass der Umbau auch baumschonend umgesetzt werden könne. Also beschloss der Freundeskreis, sich für die Bäume einzusetzen. So entstand die Bürgerinitiative „Rettet die Bäume auf dem Luckenwalder Boulevard“ – diesen Namen gaben sie sich aber erst später.

„Uns war zu dem Zeitpunkt noch gar nicht so richtig klar, dass wir eine Bürgerinitiative sind“, erinnert sich Ricarda Voigt. Diese Form der Organisation habe sich vielmehr von allein entwickelt. Zunächst haben sie ihre Fragen zur Baumfällung in der Stadtverordnetenversammlung gestellt. Als dann der Fällbescheid der Unteren Naturschutzbehörde kam, merkten sie, dass sie mehr machen müssen. Deshalb sammelten sie zwischen Dezember 2014 und März 2015 in der Stadt Unterschriften gegen die Baumfällungen – rund 740 kamen zusammen. Voigt wertet das als sehr gutes Ergebnis. „Davon waren wir schon überrascht.“

Für diese Form des Engagements brauchte der Kreis einen Namen. „In dem Moment, in dem wir uns den Namen überlegten, merkten wir, dass wir jetzt eine richtige Bürgerinitiative sind“, sagt Ricarda Voigt. Sie erhielten Unterstützung vom Naturschutzverband BUND und der Partei Bündnis 90/Die Grünen, deren Adresse sie auch während der Unterschriftenaktion angeben konnten. Denn laut Ricarda Voigt befürchten viele Aktive bei so einer Form des Protests, dadurch Nachteile in der Stadt zu haben. Daher wollte niemand seinen Namen und seine Adresse hergeben. Verhindern konnte die Initiative den Kahlschlag in der Innenstadt bislang nicht. An einem Samstagmorgen im Februar 2015 wurden 14 Linden gefällt, ein paar Tage später weitere drei Bäume. Ricarda Voigt ist sich sicher, dass der Zeitpunkt absichtlich so gewählt war. „Damit es bloß keinen Protest gibt“, sagt sie. Das für die Bürgerinitiative Perfide an der Aktion: Der BUND hatte Widerspruch gegen die Fällung eingelegt. Laut Voigt habe der Landkreis diesen bearbeitet und gesagt, er sei unzulässig. „Es kann nicht sein, dass ein Widerspruch einfach so abgebügelt wird“, sagt Ricarda Voigt. An diesem Punkt gehe es mittlerweile um viel mehr als um die Bäume im Stadtzentrum.

Ricarda Voigt weiß, dass die Bürgerinitiative nicht nur Zuspruch bekommt. „Von außen gesehen mag man sich fragen: Was regen sich die Leute nur über so ein paar Bäume auf?“, sagt sie. Doch der Kampf für Lebensqualität in der Stadt beginne im Kleinen. „Im Sommer kühlen diese Bäume die Stadtmitte“, sagt sie. „Sie sind ein Stück Luckenwalder Kultur.“

Konkret kämpft die Bürgerinitiative mittlerweile noch um den Erhalt der verbliebenen 29 Bäume auf dem Boulevard. Im Herbst haben sie sich dazu an den Petitionsausschuss im Brandenburger Landtag gewandt. Von der Seite gibt es bislang aber noch keine Antwort. Auf diese wartet die Bürgerinitiative jetzt. „Viel mehr können wir derzeit gar nicht machen“, sagt Ricarda Voigt.

Von Anja Meyer

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