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Teltow-Fläming Kandidaten-Trio kommt zum Schlagabtausch
Lokales Teltow-Fläming Kandidaten-Trio kommt zum Schlagabtausch
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17:10 16.09.2017
Blick auf das Luckenwalder Zentrum mit Rathaus: Wer wird dort nach dem 24. September das Sagen haben? Quelle: Achim Keiper
Luckenwalde

17416 wahlberechtigte Luckenwalder ab 16 Jahre (einschließlich der Ortsteile Kolzenburg und Frankenfelde) können am 24. September darüber entscheiden, wer ab dem kommenden Jahr das Stadtoberhaupt von Luckenwalde ist. Ins Rennen gehen drei Kandidaten: Amtsinhaberin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD), der Einzelbewerber Andreas Teichert und die Einzelbewerberin Nadine Walbrach. Beim MAZ-Talk am 19. September um 18.30 Uhr im Biotechnologiepark können die Luckenwalder den drei Kandidaten auf den Zahn fühlen.

Die Wahlprogramme unterscheiden sich nicht grundsätzlich. Alle drei Kandidaten versprechen mehr Kitaplätze, bezahlbare familiengerechte Wohnungen, Wirtschaftsansiedlungen und ein sauberes Stadtbild. Von der Persönlichkeit, ihrem Temperament und ihrem politischen Werdegang her könnten die Drei aber unterschiedlicher kaum sein.

Amtsinhaberin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD). Quelle: privat/Ines Gloeckner

Elisabeth Herzog-von der Heide hält als Bürgermeisterin schon seit zwei Wahlperioden, also seit 16 Jahren, die Fäden in der Hand. In der Luckenwalder Stadtverwaltung ist sie aber schon zehn Jahre länger zu Hause. Vor 26 Jahren begann sie als Dezernentin unter Bürgermeister Peter Blohm (CDU) und hat also auch da in einer Leitungsfunktion die Geschicke der Stadt entscheidend mitbestimmt.

Herzog-von der Heide mit klarem Amtsbonus

Herzog-von der Heide ist ein alter Hase in der Kommunalpolitik. Ihre größten Stärken sind ihre jahrelange Erfahrung, ihre Sachkenntnis auch als Juristin, Routine und ihr großes Netzwerk in der Politik. Als SPD-Bürgermeisterin einer Kreisstadt ist sie auch in den Landesministerien keine Unbekannte.

Alles, was sich städtebaulich im letzten Vierteljahrhundert in der Stadt entwickelt hat, trägt mehr oder weniger ihre Handschrift. Unter der Regie der amtierenden Bürgermeisterin wurden mit Hilfe von Fördermitteln Straßen, Schulen und Kitas saniert, Wohnquartiere entwickelt, das Nuthe-Ufer zur begehbaren Erholungsmeile etabliert und eine neue Feuerwache gebaut. Respekt erwarb sie sich, als sie – vom Landkreis quasi im Stich gelassen – den heruntergekommenen Bahnhof im Jahr 2008 zur Bibliothek mit außergewöhnlicher Kinderbibliothek umgestalten ließ. Im Jahr 2016 feierte die Stadt ihr 800-jähriges Bestehen zehn Monate lang mit vielen hochgelobten Aktivitäten.

Amtszeit ohne Skandale, zuletzt aber mit vermehrter Kritik

Herzog-von der Heide agierte skandalfrei. Doch in jüngster Zeit geriet sie mehrfach in die Kritik. Das teils schmutzige Stadtbild mit Gewerberuinen, Dreckecken, Baumfällungen auf dem Boulevard und Hundehaufen wurde immer wieder moniert und stört die Bürger zusehens. Hartnäckig forderte die CDU eine Kampagne für ein sauberes Luckenwalde. Herzog-von der Heide antwortete mit einer neuen Hundeauslaufwiese, mit Reinigungsaktionen am Bahnhof, mehr Mülleimern und Plakataufrufen. Ihre Kritiker behaupten aber, sie wandele betriebsblind auf immer gleichen Pfaden.

Am schwersten dürften Herzog-von der Heide aber die fehlenden Kitaplätze in dreistelliger Höhe im Magen liegen. Junge Eltern müssen ihren Job hinwerfen oder fürchten um ihre Existenz, weil sie keine Betreuung für ihr Kleinkind finden und deswegen nicht arbeiten gehen können.

Zwar war der Bevölkerungszuwachs wegen Baby-Boom und Flüchtlingsstrom in diesem Maße nicht absehbar und Luckenwalde steht durchaus nicht als einzige Kommune vor dem Problem. Doch Herzog-von der Heide wird vorgeworfen, zu lange gezögert und zu spät Maßnahmen für zusätzliche Plätze entwickelt zu haben. Jetzt will sie bis zum Herbst 100 zusätzliche Kitaplätze in Containern schaffen, bis November 2018 weitere 39 Plätze durch einen Anbau an der Kita „Rundbau“.

Andreas Teichert (parte Quelle: privat

Andreas Teichert hat von allen den wohl turbulentesten Lebensweg. Allein seine beruflichen Qualifikationen, Ausbildungen und Berufe lassen sich nicht an einer Hand abzählen – vom Koch über den Schauspielstudenten und Unternehmer bis zur medizinischen Fachkraft. Nach eigenen Berichten hat er schon in der halben Welt humanitäre Hilfe geleistet. Politisch ist er in der Stadt bis zu seiner Kandidatur kaum in Erscheinung getreten und will sich bewusst von keiner Partei vor den Wagen spannen lassen.

Teichert liegt mit der Stadtverwaltung überkreuz

Mit der Stadtverwaltung und deren Bürgermeisterin hat er sich schon mehrfach überworfen und juristische Scharmützel geliefert, unter anderem weil ihm die Stadt Mieträume am Gewerbehof gekündigt hatte. Ein Freund behutsamer Worte ist Teichert nicht. Als eloquenter Rhetoriker redet er Klartext, fordert vor allem mehr Transparenz für die Verwaltungsarbeit, mehr Mitsprache für die Bürger und scheut sich auch vor unorthodoxen Vorschlägen nicht – zum Beispiel Kitaplätze in erster Linie an die werktätigen Eltern zu verteilen. Teichert kritisiert gern und öffentlich die Verwaltung, die Polizei und auch die Medien.

Nadine Walbrach (parteilos) Quelle: privat

Nadine Walbrach ist die jüngste Bewerberin und als einzige eine waschechte Luckenwalderin. Als Mutter von vier Kindern kennt sie nicht nur die Sorgen der Familien; in ihrem ehrenamtlichen Engagement in Schulen, Vereinen und anderen Gremien scheint sie schier unermüdlich zu sein, hat aber keinerlei Verwaltungserfahrung. Als Unternehmerin und parteilose Stadtverordnete hat sie ihren Platz in der CDU/FDP-Fraktion, legt aber Wert auf die Tatsache, dass sie nicht von einer Partei nominiert wurde, sondern als Einzelkandidatin antritt.

Walbrach ist in der Stadt gut vernetzt

Frühzeitig hatte sie wie auch ihre Fraktionskollegen auf den Kitaplatzmangel aufmerksam gemacht und beklagt in der Stadtverordnetenversammlung ein Informationsdefizit gegenüber den Parteikollegen der Bürgermeisterin. Nadine Waldbrach setzt sich für ein gepflegteres Stadtbild ein und macht mit ihrem Mehrgenerationen-Wohnhaus vor, worauf sie Wert legt: ein fruchtbares Miteinander von Alt und Jung. Sie verfügt über ein großes Netzwerk aus Unternehmern, Sportlern, Bildungsinteressierten und Familien, wirkt aber in der politischen Auseinandersetzung mitunter dünnhäutig.

Linke ohne Kandidat – Anhänger als große Unbekannte

Unter den 28 Stadtverordneten ist die Fraktion der Linken/Bauernverband mit elf Mitgliedern stärkste Fraktion, gefolgt von der SPD mit neun und der CDU/FDP-Fraktion mit sieben Vertretern. Eine Stadtverordnete hat das Mandat der NPD. Von den linken Wählern hat Herzog-von der Heide nicht viel zu befürchten. Denn anders als noch zur letzten Bürgermeisterwahl schickt die Linkspartei diesmal keinen eigenen Kandidaten ins Rennen, sondern unterstützt offiziell die Amtsinhaberin. Erst recht spät hatten sich die Linken zu diesem Schritt geäußert, nachdem offenbar die Suche nach einem eigenen chancenreichen Kandidaten nicht erfolgreich war. Eine moralische Verpflichtung ist das für Linksparteimitglieder und Sympathisanten freilich nicht.

Von Elinor Wenke

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