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Kandidatur aus Unzufriedenheit

Nuthe-Urstromtal Kandidatur aus Unzufriedenheit

Stefan Scheddin, parteiloser Kandidat für das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal hält sich selber für einen geduldigen Menschen. Dennoch dauert ihm vieles viel zu lange. Das macht den Handwerker und Firmeninhaber unzufrieden. Auch fordert er mehr Mitbestimmung durch die Bürger. Am Sonntag, 15. Oktober, fällt die Entscheidung in der Stichwahl.

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Selbst ist der Mann: Stefan Scheddin vor seinem selbst gezimmerten Abenteuerhaus, das er seinen Kindern zum Spielen gebaut hat.

Quelle: Hartmut F. Reck

Ahrensdorf. „Nö“, ungeduldig sei er nicht, sagt Stefan Scheddin. Im Gegenteil: „Eigentlich bin ich eher der ruhigere Typ.“ Zumindest im Vergleich zu seiner Lebenspartnerin, meint er. Auch seine Hobbys – sofern er überhaupt noch die Zeit dazu hat – sprechen mehr für einen unaufgeregten Charakter: „Ich spiele gern Schach und repariere auch gern Uhren. Das entspannt total!“

Aber weil er als Handwerker, als Geschäftsmann und als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker so wenig Zeit hat, wirkt er mitunter doch recht ungeduldig. „Mir kommen manche Dinge einfach etwas lang vor.“

In der Stichwahl gegen die Amtsinhaberin

Das ist wohl ein Grund dafür, warum Stefan Scheddin als parteiloser Gemeindevertreter und Mitglied in der dortigen CDU-Fraktion sich um das Bürgermeisteramt der Gemeinde Nuthe-Urstromtal bemüht. Beim ersten Wahlgang am vorvergangenen Wochenende gelang es ihm, die zweitmeisten Stimmen zu holen. Nun geht es gegen die Amtsinhaberin Monika Nestler (Linke) am 15. Oktober in die Stichwahl. Der SPD-Kandidat Stefan Noack war mit den wenigsten Stimmen in der ersten Runde ausgeschieden.

„Mehr Mitbestimmung, weniger von oben herab“

Ein weiterer Grund für Scheddins Kandidatur: „Das ist die Unzufriedenheit, wie hier so manche Dinge ablaufen“, sagt er. Was genau meint er damit? „Na, wie hier mit den Bürgern umgegangen wird, zum Beispiel mit dem Flugplatz und dem Fluglärm“, versucht er zu konkretisieren. „Es geht mir nicht darum, Frau Nestler madig zu machen. Sie hat eben ihren Politikstil“, sagt Scheddin, „ich habe andere Vorstellungen. Ich möchte mehr Mitbestimmung für die Bürger, und nicht alles so von oben herab.“

„Nicht immer nur Paragrafen vorschieben“

Dass aber nicht alles so einfach geht, wie man sich das gern wünscht, weiß Stefan Scheddin auch. „Aber ich kann doch nicht bei jedem Problem einen Paragrafen vorschieben und sagen: So ist es nun mal leider“, sagt er.

Als Geschäftsführer und Mitinhaber eines Dachdeckerbetriebs ist Stefan Scheddins Wort Gesetz im Betrieb. Aber auch da gebe es Einschränkungen, winkt er ab. Er habe immer ein gutes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern gehabt, sagt der gelernte Bauklempner, der gemeinsam mit seinem Bruder 2009 den väterlichen Betrieb übernommen hat.

Stefan Scheddin am Schreibtisch seines Betriebsbüros

Stefan Scheddin am Schreibtisch seines Betriebsbüros.

Quelle: Hartmut F. Reck

Und in dieser Funktion sei er mit gewissen betriebswirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Abläufen durchaus vertraut. „So einen Betrieb zu führen ist doch nicht nichts“, sagt er in Richtung seiner Kritiker, die ihm fehlende Verwaltungserfahrung vorwerfen, weshalb sie ihn als Verwaltungschef einer Gemeinde für ungeeignet erachten. Allein durch seine Erfahrungen in der Betriebsführung „habe ich schon einiges an Verwaltungserfahrung“, sagt Scheddin. Außerdem gehe es nicht nur darum, zu verwalten, sondern auch zu gestalten.

Erste Amtshandlung: Das Rathaus am Mittwoch wieder öffnen

Seine erste Amtshandlung als gewählter Bürgermeister wäre, mittwochs das Rathaus wieder für den Publikumsverkehr zu öffnen. „Doch vorher würde ich die Leute in der Verwaltung erst mal fragen, warum es überhaupt geschlossen wurde“, schränkt er gleich ein.

Vielfach aktiv

Bürgernähe steht für Stefan Scheddin ganz oben. Selbst ist er als Bürger vielfach aktiv und das nicht nur als Gemeindevertreter und Ortsvorsteher von Ahrensdorf. Der Vater von zwei Söhnen im Alter von vier und sieben Jahren engagiert sich in der Bambini-Gruppe des Urstromtaler Fußballvereins und bei der Kinderbetreuung der örtlichen Feuerwehr.

Tief verwurzelt

Die Familie Scheddin ist tief verwurzelt in Nuthe-Urstromtal. Sein Vater war in der Wendezeit vorübergehend Bürgermeister der damaligen Gemeinde Märtensmühle mit den Ortsteilen Ahrensdorf und Liebätz. Und in Ahrensdorf ist Stefan Scheddin gerade dabei, mit einigen Mitstreitern einen gemeinnützigen Dorfverein zu gründen. Leider ist er immer noch nicht im Vereinsregister eingetragen. „Das dauert alles“, ärgert sich Scheddin.

Von Hartmut F. Reck

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