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Kaninchenseuche grassiert in der Stadt

Luckenwalde Kaninchenseuche grassiert in der Stadt

Schon mehrere Kaninchen sind in jüngster Zeit an der Kaninchenseuche RHD2 verendet. Ein Grund dafür ist, dass die meisten Kaninchen nicht dagegen geimpft sind. Das Beispiel einer Kaninchenhalterin zeigt, dass ihr geimpftes Tier die Krankheit überlebt, ihr nicht geimpftes Kaninchen dagegen daran starb. Auch die Kreistierärztin rät zur Impfung.

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Kreisveterinärin Silke Neuling empfiehlt grundsätzlich Impfungen. Natürlich auch für Kaninchen.

Quelle: Pressestelle Kreis TF

Luckenwalde . Die Kaninchenseuche RHD2 grassiert in Luckenwalde. Das erfuhr die MAZ von einer betroffenen Kaninchenhalterin. Sie hat ein geimpftes und ein nicht geimpftes Kaninchen. Das letztere ist qualvoll eingegangen, das andere hatte die Seuche zwar eingefangen, sie aber dank der Impfung und der Pflege überlebt.

RHD2 ist eine aggressive Variante der sogenannten Chinaseuche. Sie ist hochansteckend für Kaninchen und auch für Feldhasen und endet fast immer tödlich. Wenige Stunden nach Auftreten der ersten Krankheitssymptome sterben die Tiere unter schrecklichen Krämpfen. Die Krankheit wird durch Mücken, Fliegen, Staub, Futter und Einstreu übertragen.

Man kann dagegen impfen

„Man kann dagegen impfen“, weiß Ricarda Voigt, „aber die meisten Kaninchen sind nicht geimpft.“ Deshalb rät sie nun allen Kaninchenhaltern, eine Impfung vornehmen zu lassen, denn das Beispiel ihrer Kaninchen zeigt die Notwendigkeit.

Auch wenn es „nur“ ein Kaninchen ist, so ist es auch für die Menschen schwer, so ein geliebtes Haustier zu verlieren, selbst wenn man eigentlich von sich aus so ein Tier nie angeschafft hätte. Aber wie es eben so kommt. So berichtet Ricarda Voigt, wie sie dazu gekommen ist.

Ein geimpftes und ein nicht geimpftes Kaninchen

„Uns lief vor einem knappen Jahr in unserer Straße ein weißes Zwergkaninchen vors Auto. Es ist nur knapp dem Tod entgangen und hatte sich den rechten Vorderlauf durch die Berührung mit unserem Vorderrad gebrochen. Wir haben es aufgenommen. Ein Besitzer ließ sich nicht ausfindig machen; wir haben in der ganzen Nachbarschaft herumgefragt und Aushänge gemacht. Im Frühjahr haben wir ihn für fünf Euro impfen und gleich auch noch kastrieren lassen. Danach haben wir uns aus dem Tierheim das weibliche Fundkaninchen geholt, von dem die MAZ kurz nach Pfingsten berichtet hatte, denn man soll ja Kaninchen nicht alleine halten. Da weder das Tierheim noch alle anderen uns bekannten Kaninchenhalter ihre Tiere geimpft haben, haben wir dies nun bei dem neuen Kaninchen auch nicht gemacht. Wir sind ja noch relativ ahnungslos, was Kaninchenhaltung betrifft.“

Doch am Montag vergangener Woche ging es ausgerechnet dem geimpften Kaninchen schlecht und abends erfuhr Ricarda Voigt von einer Nachbarin, dass ihr alle 23 Kaninchen eine Woche zuvor an RHD2 gestorben sind.

Die Impfung kam zu spät

„Wir haben dann das Weibchen noch impfen lassen, aber da war es schon spät. Am Freitagabend ist sie unter schwersten Krämpfen gestorben. Vier Stunden zuvor war ihr noch nichts anzumerken gewesen“, berichtet Ricarda Voigt. Einen direkten Kontakt zu den Kaninchen der Nachbarin habe es nicht gegeben. „Die Ansteckung muss über Insekten oder die Luft erfolgt sein“, vermutet Voigt.

So bedauerlich und emotional das sein mag, räumt Kreistierärztin Silke Neuling ein, so wenig könne man da helfen. „Die Kaninchenseuche ist weder melde- noch bekämpfungspflichtig“, sagt die promovierte Veterinärmedizinerin. Impfungen seien freiwillig. Darüber müsse jeder Tierhalter selber entscheiden.

Stärkung des Immunsystems

„Wir empfehlen grundsätzlich jede Impfung“, sagt Silke Neuling, „weil das zu einer Stärkung des Immunsystems beiträgt und dafür sorgt, dass sich die Krankheit nicht so schnell verbreitet.“

Allerdings hat Silke Neuling von den praktizierenden Tierärzten in Luckenwalde erfahren, dass der aktuelle Impfstoff keinen hundertprozentigen Schutz gegen die in diesem Jahr grassierende Virusvariante biete. „Das ist wie bei der Grippe“, so Neuling, „nicht jeder Impfstoff schützt vor allem.

Dennoch rät sie zur Impfung, was immer noch besser sei als die Tiere ungeschützt zu lassen. Schließlich schütze eine Impfung auch gegen andere Krankheiten.

Keine Gefahr für den Menschen

Für den Menschen bestehe dagegen keine Ansteckungsgefahr, beruhigt die Leiterin des Kreisveterinäramts. Und was die Tiere betreffe, so gebe es eben Sachen, bei denen man einfach nicht helfen könne.

Was allerdings hilfreich sei – sowohl bei den Menschen, wie bei den Tieren – sei die Hygiene. So solle man vor allem darauf achten, gesunde und kranke Tiere nicht miteinander zu vermischen.

Für Ricarda Voigt steht jedenfalls fest, dass sie ihrem überlebenden Kaninchen für das kommende halbe Jahr keinen neuen Artgenossen zukommen lassen darf. Denn diese Zeit braucht es, bis der Erreger nach intensiver Desinfektion nicht wieder auftreten kann.

Von Hartmut F. Reck

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