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Kappel, der Krabbeltyp

17-jähriger Frankenfelder hat Vorliebe für Insekten Kappel, der Krabbeltyp

Klemens Kappel aus Frankenfeld liebt es krabbelig. Er teilt sein Zimmer mit Tausendfüßlern, Spinnen und Skorpionen. Auch wenn der 17-Jährige arbeiten geht, hat er ständig Tiere um sich: Er macht eine Ausbildung zum Zootierpfleger. Unsere MAZ-Reporterin hat sich in Klemens tierischer Welt umgeschaut.

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Frankenfelde. Klemens Kappel hat schon ein ungewöhnliches Hobby. Während sich andere in seinem Alter Poster an die Wände hängen, spazieren bei ihm 500 Ameisen durch das fünfeinhalb Meter lange Plexiglas an der Decke seines Zimmers. Und das sind nicht die einzigen Haustiere. In den Terrarien befinden sich Gottesanbeterinnen, Tausendfüßler, Skorpione und Salamander. Dabei hat sich der Tierbestand inzwischen schon verringert. Früher hatte er viel mehr.

Schon in der Grundschule war Klemens Kappel an allem interessiert, was kreucht und fleucht. Mehrmals beteiligte er sich erfolgreich am Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ . Im vergangenen Jahr nahm der Schüler des Luckenwalder Friedrich-Gymnasiums am größten deutschen Schülerwettbewerb im Bereich Geografie teil. Und eigentlich wollte er am Friedrich-Gymnasium in Luckenwalde auch sein Abitur absolvieren.

Doch dann überlegte er, ob er überhaupt weiter zur Schule gehen oder lieber eine Ausbildung als Zootierpfleger beginnen sollte. Er schrieb eine einzige Bewerbung und bekam den Ausbildungsplatz im Berliner Zoo-Aquarium. „Ich war 2010 schon als Schülerpraktikant dort und fand es ganz toll“, erklärt Klemens Kappel.

Inzwischen ist der 17-Jährige im zweiten Ausbildungsjahr und hat seine Entscheidung nicht bereut. Früh um 4.20 Uhr ist für ihn die Nacht vorbei. Dann fährt er mit dem Fahrrad von Frankenfelde nach Luckenwalde zum Bahnhof und von dort mit der Bahn nach Berlin. Das zeitige Aufstehen stört ihn nicht. „Dafür bin ich um 17 Uhr wieder zurück und kann mich zu Hause um meine Tiere kümmern“, sagt er zufrieden.

Während er sich zu Hause vorm Fensterputzen drückt, macht er es auf Arbeit gern. Selbst die großen Haifischscheiben wischt er mit Leidenschaft. Bei der Gelegenheit kann er gleich die Tiere beobachten. Inzwischen kennt er sich auch mit den Lieblingsspeisen der Wasserbewohner aus. Er weiß, dass es sehr verwöhnte Fische wie den Rochen gibt, der nur Garnelen bekommt. „Aber nicht etwa den Kopf- oder das Schwanzteil, sondern nur das Mittelstück“, berichtet der Frankenfelder.
In seinen heimischen Gefilden beherbergt er nur noch solche Tiere, die keine besondere Pflege benötigen und die sich mit Zimmertemperatur zufriedengeben. „Außer die Tausenfüßler und eine Gottesanbeterin, die bekommen zusätzlich noch etwas Wärme“, sagt Klemens Kappel. Die Grillen stellt er über Nacht entweder vor die Tür oder in den Kleiderschrank, damit sie nicht solchen Rabatz machen. Dafür mag er es gern, wenn der Frosch quakt. Das sei das beste Mittel zum Einschlafen.

Bis vor Kurzem hatte er fünf Einsiedlerkrebse, die waren ihm zu laut und haben ständig an der Glasscheibe gekratzt. Inzwischen hat er sie abgegeben. Seitdem ist es viel ruhiger. Nun überlegt er, sich Erdbeer-Einsiedlerkrebse anzuschaffen.

Von Margrit Hahn

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