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Kaserne wird Flüchtlingswohnheim

Anfang kommenden Jahres könnten 360 Menschen in Blankenfelde leben Kaserne wird Flüchtlingswohnheim

Eigentlich sollten in der ehemaligen Tauentzien-Kaserne in Blankenfelde 260 Wohnungen entstehen. Der Besitzer hat nun aber mit dem Kreis vereinbart, drei Blöcke als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Anfang 2016 könnten am Jühnsdorfer Weg 360 Flüchtlinge leben. Mieter der Wobab müssen sich hingegen keine Sorgen machen.

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Die Umbauarbeiten an den Blöcken sind in vollem Gange.

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde. Anfang kommenden Jahres könnte aus der ehemaligen Tauentzien-Kaserne in Blankenfelde ein Wohnheim für Flüchtlinge werden. Darauf haben sich der Landkreis Teltow-Fläming und der Besitzer der Wohnblöcke geeinigt.

Vertreter von Kreisverwaltung und Gemeinde hatten sich am Dienstag vor Ort ein Bild über den Zustand der früheren Militärliegenschaft gemacht. Wo einst Soldaten untergebracht waren, sollen ab dem kommenden Jahr bis zu 360 Flüchtlinge leben. Der Eigentümer will dem Landkreis drei der Blöcke zur Miete anbieten – pro Block könnten 120 Menschen untergebracht werden. „Es soll kurzfristig einen Vertragsabschluss geben“, berichtet Blankenfelde-Mahlows Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos) über den Vor-Ort-Termin. Der Vertrag soll zunächst auf fünf Jahre ausgelegt sein. Vom Landkreis Teltow-Fläming selbst waren gestern keine konkreten Auskünfte zu bekommen. Dort bestätigte man lediglich, dass die Kaserne als Unterkunft für Flüchtlinge in Betracht kommt. Man wolle sich erst nach abschließenden Prüfungen und Rücksprache mit Vertretern der Kommune festlegen. Ist die Entscheidung gefallen, soll es eine Informationsveranstaltung für Gemeindevertreter und Anwohner geben, auf der man Fragen stellen kann.

Mit dem neuen Wohnheim könnten auch die heiß diskutierten Grundstücke in Mahlow und Dahlewitz vom Tisch sein. Dort war im Gespräch, in den Wintermonaten Traglufthallen für 300 Menschen und später mobile Wohneinheiten zu errichten. Zusammen mit der ehemaligen Kita „Wirbelwind“ hätte Blankenfelde-Mahlow dann rund 720 Flüchtlinge aufgenommen. Laut Verteilungsschlüssel muss die Gemeinde in diesem Jahr rund 300 Menschen aufnehmen. In der früheren Kita „Wirbelwind“ in Blankenfelde werden derzeit 120 Plätze für zwei Jahre geschaffen, die ab November zur Verfügung stehen sollen. Mit den zusätzlichen Plätzen in der Kaserne kann Bürgermeister Ortwin Baier gut leben. „Endlich ist die Frage der Turnhallen damit vom Tisch“, sagt er. Diese hätte die Gemeinde im Notfall bereits stellen müssen.

Hintergrund

Von 1988 bis 1990 war in der Tauentzien-Kaserne die 40. Artilleriebrigade der Nationalen Volksarmee stationiert. Von 1990 bis 2002 war in der Kaserne ein Fernmeldebataillon der Bundeswehr untergebracht.

Seitdem waren in den Gebäuden vorübergehend Polizisten oder Saisonarbeiter untergebracht.

Mehr als zehn Jahre versuchte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) das Gelände zu verkaufen. Im Februar 2014 lehnte die Gemeindevertretung von Blankenfelde-Mahlow den Kauf für einen Preis von 900 000 Euro ab. Die Wobab wollte dort 150 seniorengerechte Wohnungen schaffen.

Den Zuschlag bekam ein Investor, der auf dem 14 000 Quadratmeter großen Areal 260 Wohnungen errichten will.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, dass die Kaserne zur Flüchtlingsunterkunft wird. Erst Mitte September dementierte Bürgermeister Ortwin Baier derartige Spekulationen.

Als „absoluten Unsinn“ und „Angstmache“ bezeichnet Baier Gerüchte, wonach Mietern der Wobab gekündigt werden könnte, um in den Wohnungen Flüchtlinge unterzubringen. Die BVBB-WG will mit einem Antrag zur nächsten Gemeindevertretersitzung solchen Kündigungen den Riegel vorschieben und hat damit offenbar für große Verunsicherung unter den Mietern gesorgt. „Ich war entsetzt, als ich davon gehört habe. Wir werden niemanden vor die Tür setzen“, sagt Wobab-Geschäftsführerin Kathrin Wohlauf-Albrecht. Sie ärgert sich, dass solche Gerüchte von Matthias Stefke kommen, der Mitglied im Aufsichtsrat der Wobab ist. Um die Mieter zu beruhigen, habe die Wobab Informationszettel in allen Hausaufgängen verteilt und die Hausmeister angewiesen, das Gespräch zu suchen.

Von Christian Zielke

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