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Kastrationspflicht für Katzen

Stadtverordnete in Jüterbog Kastrationspflicht für Katzen

Immer mehr Katzen haben in Jüterbog Zugang ins Freie oder leben herrenlos in der Stadt. Die Situation mit kranken und toten Tieren hat sich laut der Verwaltung dramatisch zugespitzt. Die Stadtverordneten haben nun beschlossen, dass Halter von freigängigen Katzen ihre Tiere kastrieren müssen. Die Stadt zahlt dafür einen Zuschuss.

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Diese Katze in der Neuen Wohnstadt in Jüterbog hat Freigang – künftig haben die Halter die Pflicht, das Tier unfruchtbar zu machen.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Ab Februar gilt in der gesamten Stadt Jüterbog und ihren Ortsteilen eine Kastrationspflicht für Katzen, die Zugang ins Freie haben. Die Stadtverordnetenversammlung hat mehrheitlich eine entsprechende ordnungsbehördliche Verordnung beschlossen. Noch vor einem Jahr hatten die Stadtverordneten diese Verwaltungsvorlage abgelehnt. Bürgermeister Arne Raue (parteilos) bezeichnete vor der Debatte die Situation in der Stadt als „dramatisch“. Die Zahl der Katzen sei stark angestiegen, immer mehr Tiere würden sich unkontrolliert fortpflanzen und unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen leben. Die Zahl der Beschwerden wegen der Ausscheidungen, sowie leidender oder toter Tiere sei seit dem vergangenen Jahr stark angestiegen.

Der Stadtverordnete Eberhard Mertens (Vereinigte Fraktion) sagte dagegen, der Beschluss sei eine „Bestrafung jener, die Katzen vernünftig halten“. Weil Menschen die Tiere füttern, müsse nun die Allgemeinheit für die Folgen aufkommen.

Das Jüterboger Netzwerk Tierschutz bestätigt die Einschätzung des Bürgermeisters. „Wenn nichts unternommen wird, werden wir bald Katzen im Stadtbild sehen, die sich krank herumschleppen und wie anderswo die Waschbären an Mülltonnen und Papierkörben nach Essbarem suchen“, sagt Manulita Renke, Vorsitzende des Tierschutznetzwerks. Sie vermutet, dass sich rund 300 Katzen in Jüterbog im Freien bewegen, etwa die Hälfte davon in der Kernstadt. Ein großer Teil davon sei herrenlos und besuche regelmäßig Futterstellen, die vom Netzwerk und Jüterboger Bürgern betreut werden. Die Tierschützerin Gabriele Loster sagt, sie habe in den vergangenen neun Monaten 96 Katzen aus Jüterbog zur Kastration ins Zossener Tierheim gebracht.

Mit der Verordnung stellt die Stadt eine einmalige Summe in Höhe von 7000 Euro zur Verfügung, um Katzenhalter bei der Kastration finanziell zu unterstützen. 30 Euro pro Tier würden laut der Verordnung genehmigt. Auch das Einsetzen eines Registrierchips kann mit zehn Euro bezuschusst werden, selbst wenn das Tier bereits kastriert ist. Die Tierarztkosten für Kastration und Chip sind nicht einheitlich, mit mindestens 80 Euro müsse man laut Loster rechnen.

Bei Verstößen gegen die Verordnung sind Bußgelder bis 200 Euro möglich. Auf Antrag können allein Rassekatzen zur Zucht von der Kastrationspflicht ausgenommen werden. Für den Jüterboger Ordnungsamtsleiter Joachim Wasmanssdorf ist die Regelung „ein Mittel für ein konzentriertes Vorgehen, um langfristig wie in Luckenwalde Erfolg zu haben“. Dort wurde vor anderthalb Jahren ein ähnlicher Beschluss gefasst. Die Luckenwalder Ordnungsamtsleiterin Anette Wolters bestätigt, dass die Bürger den städtischen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro mittlerweile vollkommen aufgebraucht hätten. Insgesamt wurden damit 147 Katzen und Kater kastriert. „Die Situation hat sich verbessert, auch die Beschwerden von Bürgern sind zurückgegangen, aber ich weiß nicht, ob die Verordnung der einzige Grund dafür ist“, sagt Wolters.

Von Peter Degener

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