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Katastrophenhelfer müssen ausziehen

Stadt kündigt Verein die Räume Katastrophenhelfer müssen ausziehen

Seit 15. September hat der Rettungsstützpunkt Luckenwalde der Vereinigung für internationale Katastrophenhilfe Räume im Gewerbehof an der Trebbiner Straße gemietet. Nun kündigt die Stadt den Mietvertrag auf. Es herrscht dicke Luft zwischen Stadt und Verein.

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Noch hat Vereinschef Andreas Teichert sein Büro im Gewerbehof in der Trebbiner Straße.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Zwischen dem Luckenwalder Rettungsstützpunkt der Vereinigung für internationale Katastrophenhilfe und der Stadt wird es kein Happy End geben, offenbar aber ein Ende des Mietverhältnisses. Die Stadt kündigt dem Verein im Gewerbehof, Trebbiner Straße, die gemieteten Räume auf.

Seit 15. September hatte der Verein unter Leitung von Andreas Teichert zwei Büros gemietet. In einer weiteren Halle hatte er Ausrüstung untergebracht, obwohl es dafür keinen Mietvertrag gab. Aufgefallen war die illegale Hallenbelegung erst Anfang November, als die Stadt dem Verein „Berufsbildung Gambia“ vorübergehend die Halle als Unterstellmöglichkeit anbot und Teichert aufforderte, seine Sachen zu räumen.

Noch vor zehn Tagen hatte die Stadt einen Mietvertrag für die Halle ab 2016 in Aussicht gestellt. Jetzt schlägt sie andere Töne an und schließt einen Mietvertrag aus. „Nach intensiver Recherche mussten wir etliche Ungereimtheiten feststellen“, sagte Amtsleiter Ingo Reinelt nach Absprache mit Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) am Dienstag im Wirtschaftsausschuss. So müsse laut Vereinssatzung bei Vertragsabschlüssen neben Teichert noch ein weiteres Vorstandsmitglied eine Unterschrift leisten. „Das war nicht der Fall, insofern sehen wir den Mietvertrag als nicht rechtswirksam an“, sagte Reinelt. Zudem sei der Verein bei der Mietzahlung in Verzug. „Die am 3. Oktober fällige Miete wurde mit fünf Wochen Verspätung gezahlt, die am 3. November fällige noch gar nicht“, so Reinelt. Außerdem sieht sich die Stadt mit Hinweisen auf dubiose Geschäfte Teicherts konfrontiert. Laut Medienberichten soll er vor Jahren wegen Betrugs in 36 Fällen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden sein und außerdem zu Unrecht Referenzen namhafter Institutionen nutzen. Die Bürgermeisterin wirft Teichert vor, die Stadt zu diskreditieren und durch „öffentlichen Druck mit nötigendem Charakter“ eine Mietnutzung erzwingen zu wollen. Die Stadt werde von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen, teilte sie Teichert schriftlich mit. Bis 21. Dezember hat er die Halle zu räumen. Über die Kündigungsfrist für die Büroräume wird noch entschieden.

Teichert, der bis dato nichts vom Sinneswandel der Stadt wusste, zeigte sich völlig überrascht und enttäuscht. Laut Geschäftsordnung gelte die Zwei-Unterschriften-Regelung nur für bestimmte Fälle, „nicht aber für einen Mietvertrag“, so Teichert. Hinsichtlich der Miete gebe es eine Vereinbarung, dass die Zahlung einen Monat im Rücklauf erfolgen dürfe. Zu den Betrugsvorwürfen will er sich nicht äußern, um seine Familie zu schützen. Nur so viel: „Das war im Jahr 2006 und schließlich hat das eine nichts mit dem anderen zu tun.“ Das Vorgehen der Stadt nennt er „schmutzige Wäsche waschen“. Er gelte als resozialisiert und habe sein Leben sozialen Zwecken verschrieben. „So etwas müsste die Bürgermeisterin doch eigentlich unterstützen“, sagt Teichert. Die Auseinandersetzung mit der Stadt werde wohl auf ein Klageverfahren hinauslaufen.

Von Elinor Wenke

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