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Katholische Gemeinde unterstützt evangelische Kita

Jüterbog Katholische Gemeinde unterstützt evangelische Kita

Nächste Woche müssen Jüterbogs Stadtverordnete entscheiden, ob die evangelische Kita in städtische Trägerschaft übergeht. Gespräche zwischen Hoffbauer-Stiftung und Stadt ziehen sich derweil ergebnislos hin. Für den katholischen Pater ist der Streit um die konfessionelle Kita im Jahr des Reformationsjubiläums ein „Armutszeugnis“ für Jüterbog als Stätte der Reformation.

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Kreuz und Fisch weisen den Nikolai-Kindergarten als christlich aus – es ist die einzige konfessionelle Kita in Jüterbog und einer der ältesten Kitas des Landes Brandenburg.

Jüterbog. Noch immer ist ungeklärt, wie es mit der evangelischen Kita der Stadt Jüterbog weitergeht. Die Stadtverwaltung und die Potsdamer Hoffbauer-Stiftung als bisheriger Träger verhandeln seit Wochen ohne Einigung um die künftige Finanzierung nach dem für Herbst geplanten Umzug in neue Räumlichkeiten.

Nach MAZ-Informationen ist mindestens ein alternativer kirchlicher Träger ebenfalls in Gesprächen mit der Stadt, um den Nikolai-Kindergarten gegebenenfalls ab September zu übernehmen.

Auch viele katholische Kinder besuchen die evangelische Kita

Nun hat sich auch die katholische Gemeinde in einem Brief an Verwaltung und Stadtverordnete zu Wort gemeldet und für den Erhalt als konfessionelle Einrichtung plädiert. „Die Unterstützung der Stadt Jüterbog im Finden eines neuen christlichen Trägers ist uns ein großes Anliegen“, schreibt der Pfarrer. Fast jedes katholische Kind in Jüterbog besuche den Kindergarten St.Nikolai, wo es seit Jahrzehnten eine „lebendig gelebte Ökumene“ gebe.

Jüterbog schmückt sich mit Reformationsgeschichte

„In der Zeit der politischen Unterdrückung der Christen in der DDR war das für uns ein Lichtblick“, so Pater Anselm über die andauernde Zusammenarbeit in der Einrichtung. „Der Verlust der einzigen konfessionellen Kita unserer Stadt wäre nicht zuletzt ein ,Armutszeugnis’ für die Stadt Jüterbog, die ja durchaus ausgezeichnet ist als märkische Reformationsstadt in diesem besonderen Jubiläumsjahr“, schreibt Pater Anselm.

„Einerseits schmückt man sich hier mit der Reformationsgeschichte, andererseits wird nun ein Zweig der evangelischen Kirche in Jüterbog abgesägt“, so der Pater zur MAZ.

Pater Anselm vor der katholischen Kirche in Luckenwalde

Pater Anselm vor der katholischen Kirche in Luckenwalde.

Quelle: Margrit Hahn

Er betont, dass er den mit dem katholischen Pfarrgemeinderat abgestimmten Brief „unaufgefordert“ geschrieben habe. Der evangelische Pfarrer Bernhard Gutsche sagte, er sei über die Unterstützung „nicht überrascht“ und „sehr froh“, dass der Erhalt der konfessionellen Kita so vehement vorgetragen werde.

Eltern verzweifeln weil keine Seite sie über die Zukunft informiert

Nur noch eine Woche ist es bis zur Sondersitzung der Stadtverordneten zum Thema. „Wir als Eltern haben das Gefühl, dass die Gespräche stagnieren, obwohl die Zeit davonrennt“, sagt Claudia Gröhn, Elternsprecherin der evangelischen Kita.

Sie habe sowohl der Stadtverwaltung als auch der Hoffbauer-Stiftung bereits angeboten, einen Schlichter zu engagieren. Darauf gab es bislang von beiden Seiten keinerlei Reaktion. „Dass man uns im Unbestimmten lässt, ist für uns Eltern zum Verzweifeln“, sagt sie.

Sozialausschuss tagt am Dienstagabend zum Thema

Derweil tagt heute der städtische Sozialausschuss um 18.30 Uhr zu dem Thema in den Räumen der Kreishandwerkerschaft in der Straße Am Heideland 2.

Von Peter Degener

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