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Kathrin Obenhaus ist neue Grundschulleiterin

Blönsdorf Kathrin Obenhaus ist neue Grundschulleiterin

„Lehrersein ist kein Beruf, sondern eine Berufung“, sagt die Pädagogin Kathrin Obenhaus. Seit Ferienbeginn leitet die 39-Jährige die Blönsdorfer Thomas-Müntzer-Grundschule. Sie setzt auf Ehrlichkeit und Zusammenarbeit im Kollegium.

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Schachspielerin und Schulleiterin Kathrin Obenhaus mit der Skulptur „Die Spielenden“ vor der Blönsdorfer Schule.

Quelle: Uwe Klemens

Blönsdorf. „Kapitän an Bord!“ hieß es bis vor wenigen Wochen in der Blönsdorfer Grundschule, wenn Schulleiter Uwe Gottwald im Hause war. Seit wenigen Wochen segelt das Schulschiff zwar mit gleicher Flagge, aber unter weiblichem Kommando. Kathrin Obenhaus ist Nachfolgerin Gottwalds, der sich mit Ferienbeginn in den Ruhestrand verabschiedet.

Kuscheltiere bildeten die erste Schulklasse

„Lehrerin wollte ich schon werden, als ich noch in den Kindergarten ging“, erinnert sich die 39-Jährige schmunzelnd an ihre ersten Versuche, anderen etwas beizubringen, die Versammlung der Kuscheltiere war ihre erste Klasse.

Da alle hübsch brav waren, blieb der Berufswunsch ungetrübt. Nach dem Abitur in Jessen entschloss sich die Neuerstädterin zum Lehramtsstudium in Erfurt, das sie 2001 als Lehrerin für Mathe, Deutsch, Sachkunde und Lebenskunde-Ethik-Religion beendete.

Kathrin Obenhaus in einem Klassenzimmer

Kathrin Obenhaus in einem Klassenzimmer.

Quelle: Uwe Klemens

Die Förderschule Zossen wurde ihre erste, berufliche Station. Um der speziellen Aufgabe gerecht zu werden, setzte sie sich berufsbegleitend noch einmal auf die Schulbank, um die Ausbildung zur Sonderschulpädagogin zu absolvieren. Wenige Jahre später wurde die Jüterboger Pestalozzi-Schule zur beruflichen Heimat. Viereinhalb Jahre lang wirkte sie dort als stellvertretende Schulleiterin und seit Oktober 2015 als kommissarische Schulleiterin, bevor ihr im Frühjahr dieses Jahres das Schulamt die Stelle als Leiterin der Blönsdorfer Thomas-Müntzer-Grundschule ans Herz legte.

Offenheit statt „Muschebubu“

„Die Entscheidung fiel schwer, sehr schwer sogar und der Abschied war noch schwerer“ blickt sie zurück. „Als Schulleiter muss man sich auf sein Team hundertprozentig verlassen können. Offenheit und Ehrlichkeit sind wichtiger als ,Muschebubu’“, sagt sie weiter. Kritikfähigkeit und der Wille zur Zusammenarbeit gehören für sie zu einem funktionierenden Lehrer-Team dazu. „Das alles hat an der Pestalozzischule gestimmt, weswegen mit der Weggang so schwerfiel“, sagt sie.

Schule mit Netzwerk

Ab Schuljahresbeginn werden 320 Mädchen und Jungen die Blönsdorfer Grundschule besuchen. 23 Lehrer unterrichten in 14 Klassen.

Bereits jetzt gibt es pro Klasse durchschnittlich fünf Schüler mit erhöhtem Förderbedarf, Tendenz ist steigend, auch wegen der bevorstehende Auflösung der „Förderschulen Lernen“.

Zum Blönsdorfer Schulnetzwerk gehören neben Förderverein auch weiterführende Schulen, Kitas, Hort und Patenbetriebe.

Nach 15 Jahren Berufserfahrung ist sich Kathrin Obenhaus sicherer denn je: „Lehrer-Sein ist kein Beruf, sondern eine Berufung. Ein guter Lehrer ist man nur, wenn man mit Herzblut herangeht.“ Zu ihren Vorbildern gehört der Reformpädagoge und Pestalozzi-Schüler Friedrich Wilhelm August Fröbel, zu dessen Grundsätzen die Lebensnähe der Institution Schule gehörte. „Dazu zählt für mich eben nicht nur der Bildungs-, sondern auch der Erziehungsauftrag“, sagt die zweifache Mutter, deren Zwillingssöhne in zwei Jahren zur Schule kommen. „Schule muss den Blick öffnen für das gesamte Leben und darf sich nicht nur Teilbereichen widmen“, sagt sie, „wir Grundschullehrer legen dafür den Grundstein.“

Von ihrer neuen „Kommandobrücke“ aus hat Kathrin Obenhaus am Horizont schon das Ziel Integrative Grundschule ausgemacht. Kurs darauf hat die Grundschule mit Unterstützung zahlreicher Kooperationspartner seit langem genommen. Die letzten Ferientage nutzt die neue Schulleiterin, um das vorhandene Konzept zu ergänzen. Die Planung eines barrierefreien Schulanbaus gehört ebenso dazu.

Von Uwe Klemens

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