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Katzen-Kastration von Amts wegen

Jüterbog Katzen-Kastration von Amts wegen

Unangeleinte Hunde, verbotene Hunderassen und wilde Katzen – sie alle fallen in die Zuständigkeit des Jüterboger Ordnungsamtes. Regelmäßig werden freilaufende Katzen eingefangen und überprüft. Wenn sie nicht kastriert sind, wird dies von Amts wegen vorgenommen. Viele Halter kennen die Regeln nicht.

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Das Jüterboger Ordnungsamt hat spezielle Katzenfallen.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Behutsam stellt Heike Hildebrandt den mit Katzenfutter gefüllten Napf auf die Wippe in der Mitte der Drahtbox und stellt den Verschlussmechanismus scharf. Wenn alles gut geht, sitzt darin ein paar Stunden später ein Kätzchen. Wenn nicht, muss sie das Prozedere wiederholen.

Das Einfangen freilebender Katzen gehört zu den dauerhaften Aufgaben der Jüterboger Ordnungsamtsmitarbeiterin. Mehrmals im Monat macht sie sich dazu auf den Weg. Viele Hinweise, wo sich das Fallenaufstellen gerade lohnt, kommen von Anwohnern, die sich entweder Sorgen ums Tierwohl machen oder über die Streuner ärgern. Auch Tierärzte und Tierschützer geben Hinweise.

Gefangene Katzen werden zur Not kastriert

Noch vor Ort kann Hildebrandt mit dem elektronischen Lesegerät prüfen, ob das eingefangene Tier ein sogenannter Freigänger ist und von seinem Halter vorschriftsmäßig gechipt oder tätowiert ist. Wenn nicht, geht es zum Tierarzt, der abklärt, ob es sich um ein nicht kastriertes Fundtier handelt und nötigenfalls den Eingriff vornimmt.

Auch der Gesundheitszustand des Tieres wird ermittelt. Nach der medizinischen Versorgung werden die Tiere dort ausgesetzt, wo sie in die Falle tappten. Über die amtliche Kastrierung will die Stadt das Problem der unkontrollierten Vermehrung in den Griff bekommen.

Freigänger müssen angemeldet werden

„Die Unkenntnis vieler Katzenbesitzer, dass ihr Freigänger nicht nur kastriert und markiert, sondern auch angemeldet sein muss, ist groß“, sagt Hildebrandt. Nur so kann sie ermitteln, wem das eingefangene Tier gehört und wie sein Status ist. Für Zuchtkatzen beispielsweise können Ausnahmeregelungen von der Kastrationspflicht beantragt werden.

Nicht registrierte Katzen werden, auch wenn sie gechipt sind, vor dem Wiederaussetzen ebenfalls untersucht und nötigenfalls kastriert. Die Anmeldepflicht besteht deshalb auch für Katzen, die bereits vor 2016, also vor Inkrafttreten der Vorschrift, kastriert und gechipt waren. „Kein einziger Züchter hat bislang davon Gebrauch gemacht“, ärgert sich die Ordnungsamtsmitarbeiterin.

Hunde ab 20 Kilogramm Gewicht sind meldepflichtig

Groß ist die Unkenntnis über die geltenden Gesetze auch bei Hundebesitzern. „Hunde müssen ab einer Schulterhöhe von 40 Zentimetern oder einem Gewicht von 20 Kilogramm angemeldet sein, und zwar unabhängig davon, wie alt sie sind, also auch Welpen“, sagt Hildebrandt die sich regelmäßig zu Kontrollen auf den Weg macht und dabei nach der Steuermarke und nach der Rasse schaut, denn längst nicht alle Hunderassen sind in Brandenburg erlaubt.

Tierisches in Zahlen

1650 Hunde sind in Jüterbog und den Ortsteilen erfasst, 886 davon gelten als „große Hunde“. Die Zahl unangemeldeter Hunde wird auf 100 geschätzt.

Seit 2016 gilt die Kastrations-, Chip- und Anmeldepflicht. 48 Halter haben 74 Freigängerkatzen angemeldet.

Die Stadt gewährt in diesem Jahr pro Katze 30 Euro Zuschuss für Kastration und Chippen. 7000 Euro sind dafür im Haushalt eingestellt.

Problemzonen sind die Neue Wohnstadt und Jüterbog II. Zeigt sich ein einsichtig, ist für einen nicht angemeldeten Hund ein Bußgeld von mindestens 58 Euro fällig. Bis zu 500 Euro Strafe sind möglich. Noch komplizierter ist die Sachlage bei sogenannten, als aggressiv geltenden Listenhunden, deren Haltung nicht, beziehungsweise nur unter Auflagen gestattet ist.

Zum Glück eine Ausnahme sind die Hilferufe, wenn Tiere verwahrlost oder in Not sind. Zusammen mit dem Veterinäramt wird die Sache geklärt, bis hin zur Türöffnung und Beschlagnahmung des Tieres.

Von Uwe Klemens

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