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Teltow-Fläming Katzenhalter halten sich nicht an Verordnung
Lokales Teltow-Fläming Katzenhalter halten sich nicht an Verordnung
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11:55 11.06.2016
Viele herrenlose Katzen sind oft krank, sie leben unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen auf der Straße. Quelle: dpa
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Jüterbog

Seit Februar dieses Jahres sind Katzenhalter in Jüterbog dazu verpflichtet, Tiere, die Zugang ins Freie haben, kastrieren und registrieren zu lassen. Eine entsprechende Verordnung hatten die Stadtverordneten Anfang Januar beschlossen. Katzenhalter können bei der Stadt einen Zuschuss für die Kastration und das Einsetzen des Registrierchips beantragen. Dafür hat die Verwaltung eine einmalige Summe in Höhe von 7000 Euro zur Verfügung gestellt.

In Jüterbog kommen die streunenden Katzen an Futterstellen wie diese, wo Tierschützer und Bürger sie füttern. Quelle: Josefine Sack

Bislang haben jedoch nur wenig Bürger Gebrauch von der finanziellen Unterstützung gemacht. Insgesamt wurden bislang 600 Euro an Antragssteller ausgezahlt, teilte Heike Hildebrandt vom städtischen Ordnungsamt mit. 120 Katzen und Kater wurden seit Inkrafttreten der Verordnung kastriert.

Erste Kastrierungen – nur die Spitze des Eisbergs

„Eine traurige Bilanz“, urteilt Gabriele Loster vom „Netzwerk Tierschutz Jüterbog-Niedergörsdorf“. „Es ist wichtig, dass Katzenhalter wissen, was ihre Pflichten sind“, sagt sie. Doch vielen sei die im Februar in Kraft getretene Verordnung noch nicht bekannt, mutmaßt die Tierschützerin, die sich seit Jahren ehrenamtlich um herrenlose Katzen in der Stadt kümmert.

Auch in der Verwaltung ist man sich darüber bewusst, dass es nach wie vor Probleme mit kranken und verwahrlosten Tieren gibt: „Es ist nur die Spitze des Eisbergs“, räumt auch Heike Hildebrandt ein. Längst nicht alle Katzenhalter halten sich an die Verordnung. „Viele sind weiterhin so unvernünftig und lassen die Tiere unkastriert ins Freie“, ärgert sich die Ordnungsamtsmitarbeiterin.

Katzen in Jüterbog vermehren sich rasant

Hintergrund: Noch vor gut einem Jahr hatten die Stadtverordneten eine Kastrationspflicht abgelehnt. Zuletzt war die Zahl der Katzen jedoch drastisch angestiegen, weil sich die unkastrierten Tiere rasant vermehrt hatten. Wegen der unkontrollierten Fortpflanzung besteht nicht nur die gefahr eine Katzenplage. Probelamtisch ist vor allem, unter welch erbärmlichen, teils tierschutzwidrigen Umständen die oft kranken Tiere leben.

14 Jungkatzen innerhalb einer Woche

„Allein in der vergangenen Woche kamen 14 Junge dazu und es nimmt einfach kein Ende“, weiß Heike Hildebrandt. Die Bürger müssten endlich Verantwortung übernehmen, fordert sie. Theoretisch drohen katzenhaltern Bußgelder, wenn sie gegen die ordnungsbehördliche Verordnung verstoßen. „Momentan wollen wir noch nicht mit Strafen arbeiten“, so Hildebrandt. Derzeit setzt die Verwaltung weiter auf Freiwilligkeit: „Wir wollen, dass die Katzenhalter diese Maßnahmen einsehen und selbstständig ohne Zwang von der Behörde mitarbeiten.“

Finanzielle Unterstützung für Katzenhalter

Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung über die Kastrationspflicht für Katzen sei „das richtige Signal“ gewesen, unterstrich Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos). „So gibt es zumindest eine kleine Chance, die unkontrollierte, rasante Vermehrung der Katzen zu verhindern und das Leid häufig kranker Tiere zu verringern“, ergänzte er. Katzenhalter können beim Ordnungsamt finanzielle Unterstützung für die Kastration ihres Tieres beantragen. Laut Verordnung werden 30 Euro pro Tier genehmigt. Das Einsetzen des Registrierungschips wird mit zehn Euro bezuschusst.

Anträge auf einen Zuschuss können hier heruntergeladen werden.

Von Josefine Sack

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