Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Kaum Bedarf an Gewerbeflächen

Jüterbog Kaum Bedarf an Gewerbeflächen

Schlechte Nachrichten und wenig Neues sah der Jüterboger Ausschuss für Wirtschaftsförderung im Gewerbe- und Industrieflächenentwicklungskonzept (GEIFEK), das am Mittwoch im Rathaus vorgestellt worden ist. Die Verwaltung verteidigt die Kosten für das Gutachten, weil auch ein geringer Flächenbedarf nachgewiesen werden muss.

Voriger Artikel
1,2 Tonnen Blei gestohlen
Nächster Artikel
„Faire Schule“

Marco Gaffrey stellte das Konzept vor und erntete Kritik von den Stadtverordneten.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Die Stadt Jüterbog hat in den nächsten Jahrzehnten nur wenig Bedarf an Flächen für Industrie- und Gewerbeansiedlungen. Gerade einmal 0,6 Hektar pro Jahr wurden im Schnitt im vergangenen Jahrzehnt benötigt und dies vor allem von lokalen Unternehmen.

Um diesen Bedarf langfristig zu decken, empfiehlt ein Gutachten vor allem eine Erweiterung des Gewerbegebiets „Luckenwalder Berg“. Dort könnten auf der östlichen Seite der Luckenwalder Straße rund 20 Hektar erschlossen werden.

Kritik am Inhalt der Analyse – das hätte die Verwaltung allein gekonnt

Mit diesem Zwischenergebnis des Gewerbe- und Industrieflächenentwicklungskonzepts stieß der Gutachter Marco Gaffrey von der Firma Georg Consulting Hamburg am Dienstag im Ausschuss für Wirtschaftsförderung auf wenig Gegenliebe. „Wofür haben wir das Geld ausgeben?“, fragte der Ausschussvorsitzende Hendrik Papenroth (Für Jüterbog).

Sein Fraktionskollege Jens Schandert vermisste Idee, welche Maßnahmen die Stadt ergreifen könne und welche Art von Gewerbe am ehesten angesprochen werden soll.

Peter Hacke (Linke) hätte gerne mehr über Areale in Neues Lager oder Jüterbog-Damm erfahren, auch wenn diese im Flächennutzungsplan nicht als Gewerbeflächen ausgewiesen sind. Falk Kubitza (SPD) kritisierte, dass die Verwaltung selbst das Potenzial zu einer solchen Analyse gehabt hätte.

Viele Daten hätten ohne Gutachten eingekauft werden müssen

„Die Frustration hier gründet auf der Hoffnung, dass wir noch viele Gewerbeflächen benötigen würden und das Konzept widerspricht dem. Aber auch diesen Nachweis brauchen wir und den liefert dieses Gutachten“, sagte Bauamtsleiterin Kira Wenngatz zur Kritik. Wirtschaftsförderin Monika Nagel sagte, dass viele der Statistiken und Daten auch ohne das externe Gutachten eingekauft werden müssten.

„Solche Analysen sind nötig, um bestimmte Fördermittel zu akquirieren. Andere Kommunen sind schon darüber gestolpert“, sagte der sachkundige Einwohner Jörg Podzuweit über die angedeutete Geldverschwendung.

Entwicklung von Forst Zinna „nicht sinnvoll“

Besonders schmerzlich ist das Ergebnis des Gutachtens bei Hoffnungen für die große Vorhaltefläche Forst Zinna. Die Entwicklung sei wegen der niedrigen Grundstückspreise nicht sinnvoll. „Die Preise hier sind deutlich niedriger als im Norden des Kreises“, sagte Gaffrey.

Zwischen 4,50 und 22 Euro pro Quadratmeter – im Schnitt 11,50 Euro – wurden seit 2006 gezahlt. Im Speckgürtel ist dagegen knapp das Zehnfache üblich. Das Preisgefälle ist kein Wettbewerbsvorteil: Gaffrey rechnet mit Erschließungskosten von mindestens 15 Millionen Euro. Hinzu kämen noch Kosten für eine Anbindung an die B101 und schwer zu kalkulierende Kosten für die Entsorgung von Altlasten.

Dem gegenüber stehen Erlöse, die selbst optimistisch gerechnet nur unter 13 Millionen Euro liegen.

Jüterbog könnte nicht genügend Fachkräfte für Forst Zinna stellen

Ein langfristiges Problem in Forst Zinna wären auch der Mangel an Fachkräften. Dort würden selbst bei niedriger Arbeitsplatzdichte zwischen 2100 und 3500 Arbeitsplätze entstehen – genau so viele, wie Jüterbog insgesamt an Menschen beschäftigt.

Trotzdem dürfe sich die Stadt diese Option nicht langfristig planungsrechtlich verbauen. Der Gutachter empfahl stattdessen eine Zwischennutzung für Solaranlagen.

Jüterboger Gewerbeflächen

Seit 2006 sind in den vier ausgewiesenen Gewerbegebieten Jüterbogs knapp sieben Hektar Flächen an 13 Käufer veräußert worden.

Die Flächen werden vor allem von produzierenden Unternehmen, Autohäusern und im Bereich Logistik genutzt.

Die Kaufpreise lagen im Schnitt bei 11,50 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich unter den Preisen im Norden des Kreises, wo im Schnitt 100 Euro verlangt werden.

Da noch etwa drei Hektar im Gewerbegebiet „Luckenwalder Berg“ zur Verfügung stehen, liegt der Bedarf an neuen Gewerbeflächen bis 2030 bei nur vier bis sieben Hektar.

Von Peter Degener

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg