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Kegelbahn statt Gemeinschaftshaus

Dorffest in Wiesenhagen Kegelbahn statt Gemeinschaftshaus

Worum die Wiesenhagener von den anderen Trebbiner Ortsteilen beneidet werden, ist die fest im Dorfplatz eingelassene Kegelbahn mit der selbstgebastelten Kegelsortieranlage. Die wird gern mal an die anderen Ortsteile verliehen. Dafür fehlt den Wiesenhagenern ein Dorfgemeinschaftshaus, was alle anderen Ortsteile haben.

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Beim Preiskegeln taten sich vor allem die Männer hervor. Die Freiluft-Kegelbahn ist fest im Wiesenhagener Dorfplatz eingelassen.

Quelle: Hartmut F. Reck

Wiesenhagen. An diesem Frühlingstag trug man am besten Winterkleidung. Zwar schien am Pfingstsamstag meistens die Sonne auf den schönen Dorfplatz mitten in Wiesenhagen, sie konnte sich aber nicht so recht gegen den kühlen Wind durchsetzen. Doch davon ließen sich die Wiesenhagener nicht abbringen, ihr Dorffest zünftig zu feiern. Hatte doch ihre Ortsvorsteherin Grit Bauer in der Einladung gedichtet: „Die Tradition wird nicht gebrochen, bei Regen wird ins Zelt gekrochen.“ Der befürchtete Regen fiel zwar nicht, aber als Windschutz wurde das Zelt auch gern angenommen.

Kuchen in Hülle und Fülle gab es im Festzelt zu kaufen

Kuchen in Hülle und Fülle gab es im Festzelt zu kaufen. Da fiel die Wahl schwer.

Quelle: Hartmut F. Reck

Dort spielten schließlich auch die Stückener Blasmusiker, zu denen jetzt auch Manfred Padberg aus Wiesenhagen gehört. Im Zelt boten die fleißigen Bäckerinnen aus dem Dorf eine Fülle an Kuchen und Torten an.

Die Ponykutsche war sehr gefragt bei den Kindern

Die Ponykutsche war sehr gefragt bei den Kindern. Die Ponys hatten am Pfingstsamstag einige Kilometer zurückzulegen bei ihren Dorfrundfahrten.

Quelle: Hartmut F. Reck

Am Nachmittag wurde den Kindern viel geboten mit Ponykutsche, Tombola, Entenangeln, Kinderschminken und Hüpfburg sowie dem Wettkampf der Jugendfeuerwehr.

Früh übt sich, wer mal ein richtiger Feuerwehrmann werden will

Früh übt sich, wer mal ein richtiger Feuerwehrmann werden will.

Quelle: Hartmut F. Reck

„Hier wurden in den letzten Jahren eine ganze Menge Kinder geboren“, berichtete Grit Bauer stolz. Deshalb hat man im vergangenen Jahr den Spielplatz umgestaltet und mit neuen Spielgeräten ausgestattet. Auch lässt es sich die Ortsvorsteherin nicht nehmen, jedem Baby ein Kinderbesteck mit seinem Namen, Geburtsdatum und dem Dorfnamen zu schenken, damit es später weiß, wo es hingehört.

Ortsvorsteherin Grit Bauer freut sich über jedes Neugeborene im Dorf

Ortsvorsteherin Grit Bauer freut sich über jedes Neugeborene im Dorf. Außerdem will sie sich für ein eigenes Dorfgemeinschaftshaus einsetzen.

Quelle: Hartmut F. Reck

Aber auch die Erwachsenen hatten ihren Spaß. Zum Beispiel auf der Freiluft-Kegelbahn beim Preiskegeln um die von örtlichen Sponsoren gestifteten Prämien. Die Bahn ist fest eingelassen im Dorfplatz und kann jederzeit genutzt werden. Dazu muss nur die Kegelhebemaschine installiert werden und los geht’s. Das ist übrigens ein besonderes Gerät. Da hängen die Kegel an einer waagerecht montierten Tonne und werden zunächst per Hand hochgekurbelt und dann wieder in die richtige Position herabgelassen – alles selber gemacht mithilfe des örtlichen Metallbaubetriebs. Das war schon vor mindestens 40 Jahren, sagt einer, der dabei war. Und wer hatte die Idee? „Abgekiekt“, heißt es im Vorbeigehen.

Die geniale Kegelhebemaschine sorgt dafür, dass alle Kegel ihren richtigen Platz finden

Die geniale Kegelhebemaschine sorgt dafür, dass alle Kegel ihren richtigen Platz finden.

Quelle: Hartmut F. Reck

Während mancher der vielen auswärtigen Gäste Wiesenhagen um diese Einrichtung beneidet – Löwendorf hat sich das Gerät schon mal für sein kommendes Lindenblütenfest reserviert – bedauern es die Wiesenhagener, als einziger Ortsteil von Trebbin kein Dorfgemeinschaftshaus zu besitzen. Das einst als solches genutzte alte Eckhaus wurde nach der Wende verkauft. Seitdem kann man sich für Weihnachtsfeiern und sonstige Zusammenkünfte nur in der Gastwirtschaft treffen. Immerhin gibt es die noch, obwohl der Durchgangsverkehr völlig zum Erliegen gekommen ist, seitdem die neue vierspurige Trasse der B101 um Wiesenhagen herumführt. Dafür genießen die Bewohner die Ruhe, auch wenn immer noch Verkehrsgeräusche, dafür aber gedämmt, bis in den Ort dringen. „Ich setze mich dafür ein,“ so Grit Bauer, „dass auch wir ein Gemeinschaftshaus bekommen.“

Von Hartmut F. Reck

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