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Kein Durchkommen von Werder nach Neuhof

Grundstücks-Eigentümer sperrt die Straße Kein Durchkommen von Werder nach Neuhof

Sackgassenschilder und Bauzäune schaffen Fakten: Die Straße zwischen Werder und Neuhof ist seit Dienstag gesperrt. Die Sache ist verfahren. Denn der öffentliche Weg führt unmittelbar an dem alten Bahnhofsgebäude vorbei, verläuft dabei jedoch über ein Grundstück, das der Erlebnisbahn Zossen-Jüterbog gehört.

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Am alten Bahnhof Werder geht es nicht weiter.

Quelle: Martina Burghardt

Werder. Über eine Verlagerung der Straße auf eine sehr viel ältere Trasse wurde in Zusammenhang mit dem Flurbereinigungsverfahren Kloster Zinna verhandelt, es gab sogar eine Einigung mit der Teilnehmergemeinschaft, wie Erlebnisbahn-Geschäftsführer Jörn Schneider erklärte. Allerdings hätte sein Unternehmen das gesamte Risiko einer möglichen Kostensteigerung allein tragen müssen. Deshalb sei der Vertrag nicht unterzeichnet worden. „Zwei Jahre lang waren wir auf der Suche nach einer für alle akzeptablen Lösung“, so Jörn Schneider, „aber unsere Geduld ist nicht unendlich.“ Die Stadt und die Teilnehmergemeinschaft hätten sich verweigert. Er selbst bezeichnet die Straßensperrung als „drastische Maßnahme“ und bedauert die „unglückliche Situation“.

Richtig sauer sind vor allem diejenigen, die regelmäßig die Straße zwischen den Orten nutzen. Aber es herrscht auch Ratlosigkeit. „Der Futterfahrer weiß nicht, wie er zu den Jungrindern kommen soll“, sagte Eberhard Mertens, Vorstandsvorsitzender der Jüterboger Agrargenossenschaft (JAG). „Hier wird ein Rechtsstreit auf dem Rücken der Bürger und der Landwirtschaft ausgefochten“, wirft er dem Erlebnisbahn-Geschäftsführer vor. Wie dieser in Zukunft mit den Menschen vor Ort zusammenarbeiten will, wenn er sie jetzt so vor den Kopf stößt, ist ihm rätselhaft. Immerhin stünden für den Ausbau des Bahnhofsgebäudes EU-Mittel zur Verfügung stehen – und zwar aus dem „Topf für die Entwicklung des ländlichen Raumes“, sagt Mertens. Wie der Rechtsstreit zur Straße ausgeht, kann er nicht beurteilen. „Dafür sind Gesetze und Richter da“, sagt er, hat sich aber gestern selbst rechtlich beraten lassen.

Auch die Stadt Jüterbog prüft derzeit die Rechtmäßigkeit dieser privaten Straßensperre. Aus Gründen der Verkehrssicherheit seien Sackgassenschilder aufgestellt worden, bestätigte Bürgermeister Arne Raue auf MAZ-Anfrage. Die Aktion sei kurzfristig angekündigt worden, sagte er. Der Bürgermeister geht davon aus, dass dies unrechtmäßig geschehen ist.

99 Jahre lang war das Bahnhofsgebäude von Werder in Betrieb. 1993 wurde es geschlossen. Die Erlebnisbahn, die auf der Strecke zwischen Zossen und Jüterbog eine Draisinenstrecke betreibt, will dort fünf Ferienwohnungen einrichten. Während der vergangenen zwei Jahre hatten die Besitzer mit Einbrüchen, Müllablagerungen und Diebstählen zu kämpfen. Bahnhof und Pflasterstraße stehen unter Denkmalschutz.

Von Martina Burghardt

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