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Teltow-Fläming Weder Internet noch Telefon bei Schnee und Regen
Lokales Teltow-Fläming Weder Internet noch Telefon bei Schnee und Regen
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00:19 16.12.2017
An der Zufahrt zum neuen Baugebiet Seestücke im Ludwigsfelder Ortsteil Siethen. Quelle: Jutta Abromeit
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Siethen

Im Siethener Wohngebiet Seestücke sind viele Bewohner stinksauer: Vor allem Freiberufler, Firmenchefs oder junge Eltern, die teils von zu Hause aus arbeiten, sind zeitweise zur Untätigkeit gezwungen. Vor allem bei starkem Regen oder Schneeschauern bricht die Internetverbindung zusammen, Datenübertragung, Geldüberweisungen und Telefonieren  – Fehlanzeige. Deshalb wandten sich diese Siethener jetzt an die Öffentlichkeit und direkt an die seit 2012 zuständige Firma DNS Net.

Wortführer von 70 Unterzeichnern ist der Beamte René Rexhausen. Der Familienvater erklärte gegenüber der MAZ, man vertraue dem Versprechen, die Siethener Richtfunkverbindung mit einer direkten Anbindung an den Glasfaserring in der Region zu stabilisieren. In ihrem Schreiben fordern die Betroffenen: „Störungsfreies Internet auch bei Schlechtwetter!“ Die Unterzeichner wollen, dass das Unternehmen nicht nur expandiert, sondern sich auch um Bestandskunden kümmert. Leider komme es im Ort von Anfang an immer wieder zu Komplettausfällen von Telefonie und Internet, schreibt Rexhausen, und sie kämen natürlich immer dann, wenn man sie am wenigsten brauchen könne. Meist sei der Ausfall kurz, doch bei einem Regenschauer halt sehr oft mehrfach hintereinander. „Bis sich die Leitung dann wieder synchronisiert hat und das Netz zur Verfügung steht, dauert es aber“, manchmal bis zu einer halben Stunde, so die leidige Erfahrung der Seestücke-Bewohner.

Rexhausen versteht solche Zustände nicht in einem Ort zirka 15 Kilometer von Potsdam und Berlin entfernt und vier von Ludwigsfelde, wo verschiedene Anbieter um Kunden ringen – zu teils fantastischen Preisen, von denen die Siethener nur träumen können.

Der Ort gehört zu den letzten Dörfern mit Richtfunkstrecke

DNS-Net-Sprecherin Claudia Burkhardt erklärt zur Situation, die Betreibung dieser Richtfunkstrecke stamme noch aus einem Projekt mit dem Land Brandenburg, um weiße Flecken ans Internet zu bekommen. „Das war damals gut und sinnvoll, so konnten schnell selbst kleinste Dörfer angebunden werden“, sagt sie. Diese Richtfunkstrecken ließ das Land bauen, sie gehören den Gemeinden, DNS Net ist Betreiber. Als ausbauendes Unternehmen realisiere die Firma jetzt jedoch nur noch Glasfaseranbindungen. Die sind wetterunabhängig und sicherten die geforderte Qualität auch bei stärksten Unwettern, so Burkhardt.

In den zurückliegenden Jahren seien die meisten Richtfunkstrecken von Glasfaser abgelöst worden, nur eine Hand voll im gesamten Netz von mehr als 800 Technikstandorten noch nicht, wie auch Siethen. Die Sprecherin erklärt, der Glasfaser-Infrastrukturausbau sei stets mit allen Genehmigungsprozessen zu sehen. Für Siethen habe es längere Abstimmungen gegeben. „Zum Teil zogen sich Genehmigungen von externer Seite über sieben Monate hin“, sagt sie. Erst Ende November seien die Siethener Daten bei der Netz- und Bauplanung der Firma gelandet, die nun in die konkrete Planung einsteigen konnte, so Burkhardt. Derzeit lägen Finanzangebote vom Forst Brandenburg und Berlin zur Umwandlung von Wald in temporäre Bautrassen vor. „Das prüfen wir aktuell“, so Burkhardt.

Stadt: Firma soll zugesicherte Leistung erbringen

Im Ludwigsfelder Rathaus hat man Verständnis für den Beschwerdebrief der Betroffenen. Die Verwaltung könne sie nur bestärken, die von DNS Net damals vertraglich zugesicherten Leistungen einzufordern, erklärt Stadtsprecher Kevin Senft. Als DNS Net 2011 über eine öffentliche Ausschreibung beauftragt worden war, hatte das Unternehmen in Aussicht gestellt, eine mittlere jährliche Verfügbarkeit von 98,5Prozent zu garantieren, sagt er. „Entscheidend war zu damaliger Zeit, unter anderem die Ortsteile kurzfristig mit Breitbandinternet zu versorgen“, so Senft. „Da die technischen Bedingungen bei der Übertragung von Daten über eine Richtfunkstrecke bekannt waren, hat die Firma auch die dem Kunden zugesicherte Leistung zu erbringen“, sagt der Stadtsprecher, „und das auch bei schlechterem Wetter.“

Von Jutta Abromeit

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