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Teltow-Fläming Kein Platz zum Chillen
Lokales Teltow-Fläming Kein Platz zum Chillen
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00:38 06.08.2015
Oliver Wolfgramm, Marie Coburger und Josefina Obieglo verbringen gerne ihre Freizeit miteinander. Quelle: Christian Zielek
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Rangsdorf

Nach einem langen Schul- oder Arbeitstag treffen sich Marie Coburger, Josefina Obieglo und Oliver Wolfgramm gerne auf der Straße. Dort hören die Rangsdorfer mit anderen Freunden Musik mit ihren Smartphones und unterhalten sich über Dinge, die 15- bis 18-Jährige bewegen. „Chillen“ nennt man diese Art des Müßiggangs unter den Jugendlichen. Doch willkommen sind sie mit ihrem Wunsch nach kollektiver Entspannung nicht. Eltern fühlen sich gestört, wenn die jungen Leute Spielplätze bevölkern, in Cafés und Geschäften sind sie nicht willkommen und vom Bahnhof werden sie regelmäßig von Sicherheitskräften vertrieben.

Ihren Ärger darüber machten die drei im Rangsdorfer Sozialausschuss Luft. „Wir wollen niemanden stören, wir wollen einfach nur einen Ort, wo wir uns aufhalten dürfen“, sagte Marie Coburger. Sie und ihre zwölf bis 15 Freunde, für die sie sprach, ärgern sich darüber, dass sie von den Erwachsenen für Vandalismus, Schmierereien und Pöbeleien beschuldigt werden.

„Wir wollen nicht für Sachen verantwortlich gemacht werden, mit denen wir nichts zu tun haben“, sagte sie. Es gebe noch eine andere Gruppe von Jugendlichen, die Drogen konsumieren und Sachbeschädigungen begehen. Von den sogenannten „Junkies“ distanziere man sich jedoch.

Der Jugendklub Joker schrecke sie wegen der Öffnungszeiten ab. Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) gab zu, dass die Baracke des Joker mittlerweile ziemlich baufällig und wenig ansprechend ist.

Auf Vorschlag von Jan Mühlmann-Skupien (FDP) soll kurzfristig der Außenbereich des Jugendklubs hergerichtet werden, damit die jungen Leute wie gewünscht an der frischen Luft sitzen können. Hard Krückeberg (DPR) regte an, ein Carport aufzustellen, damit es ein Dach überm Kopf gibt. Für dieses Anliegen gebe es sicher auch viel Unterstützung von Rangsdorfern, sagte Krückeberg. Längerfristig kann er sich vorstellen, am Strandbad einen Treffpunkt für Jugendliche zu schaffen.

Auf Vorschlag von Detlef Schlüpen (SPD) soll sich nun die Jugendbeauftragte der Gemeinde Julien Al-Rubei mit der Gruppe in Verbindung setzen, um deren Wünsche und Vorstellungen in die kommunalen Gremien zu tragen. Bürgermeister Klaus Rocher riet den jungen Leuten: „Ihr müsst hartnäckig sein und uns immer wieder nerven.“

Das wollen sie tun, sagten sie nach der Sitzung. Marie Coburger war überrascht, dass der Ausschuss ihr Anliegen sofort diskutierte. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Gemeinde ein offenes Ohr für uns hat.“

Von Christian Zielke

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