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Teltow-Fläming Kein Wasser zum Löschen
Lokales Teltow-Fläming Kein Wasser zum Löschen
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00:18 26.06.2017
Um das inzwischen in den Teich gelaufene Regenwasser vollständig abzupumpen, musste ein Jugendkamerad über eine Leiter in den Teich steigen. Quelle: Uwe Klemens
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Schlenzer

30 000 Euro hat die Gemeinde Niederer Fläming im vergangenen Jahr in die Schaffung von Löschwasserentnahmestellen investiert. Vier der von Gemeindebrandmeister Nico Rudolph als die 20 drängendesten Probleme aufgezählten Stellen sollten dadurch behoben werden. Schlenzer, dessen aus DDR-Zeit stammender Folienteich im unteren Teil des Dorfes schon lange verschlissen war, war eine davon.

Obwohl der Teich mit neuer Folie ausgekleidet wurde und die Maßnahme im März als beendet galt, gibt es im Unterdorf bis heute kein Löschwasser. „Der Bürgermeister hat Glück, dass es bisher nicht gebrannt hat, denn er ist der, der für den Brandschutz in der Gemeinde verantwortlich ist“, sagt Edgar Wolske, der in den 90er Jahren Ortswehrführer war und direkt neben dem Löschteich wohnt.

Gute Idee setzte sich nicht durch

Nicht nur über die so lange fehlende Löschwasserversorgung empört sich Wolske, sondern auch über die Ausführung der Teichsanierung. Als er im vergangenen Jahr davon erfuhr, dass die Gemeinde die Verlegung neuer Folie plane, schlug er den Einbau von zwei, jeweils 30 000 Litern fassenden Behältern vor. Auch Ortsvorsteher Reinhard Siebert fand die Idee gut, konnte sich damit aber nicht in der Gemeindevertreterversammlung durchsetzen.

Der derzeitige Zustand des Teiches scheint den beiden Recht zu geben. „In einer Zisterne würde das Wasser nicht verschlammen. Keine Folie könnte reißen und das Gelände müsste nicht gesichert und könnte leichter gepflegt werden“, sagt Wolske. Einen der beiden Wassertanks hätte die Gemeinde von seiner Firma umsonst bekommen können, der zweite lagert im Dorf. „Die Kosten für den Transport aus Baruth und für das Vergraben wären die selben geblieben“, glaubt Wolske, der das Anfertigen sämtlicher Anschlüsse ehrenamtlich übernommen hätte. Dass die Gemeinde, trotz anfänglichen Interesses für die Zisternenlösung dann anders entschieden hat, kann der Schlenzeraner nicht nachvollziehen.

Qualität der Ausführung nicht wie erhofft

„Inzwischen hatten wir Anlieger uns mit der Folienteich-Lösung abgefunden. Aber was hier gemacht wurde, spottet jeder Beschreibung“, sagt Edgar Wolske und schüttelt bei einem Rundgang mit dem Kopf. An sämtlichen Teichrändern ist die nur mit Grasnarbe bedeckte Folie samt der darunter liegenden Böschung abgerutscht. Ein Fuchs, der, wie auch mehrere Igel, in den Teich gerutscht war und vergeblich versuchte, sich mit den Zähnen an der Folie hinauf zu ziehen, hat mehrere Löcher hineingebissen, so dass bislang kein Wasser in den Teich gepumpt werden konnte. „Der Anblick des Teiches verprellt jeden Touristen“, so Wolske.

„Die Maßnahme ist bislang noch gar nicht abgenommen, auch wir sind damit, wie es jetzt aussieht, nicht glücklich“, räumte Bürgermeister David Kaluza (parteilos) Anfang Juni auf MAZ-Nachfrage ein und nahm zusammen mit dem Gemeindebrandmeister den Löschteich noch einmal unter die Lupe.

Jugendwehr nutzt löchrigen Teich zum Üben

Die im Anschluss sofortverfügte Reparatur der Löcher ist Ende vergangener Woche erfolgt. Da die Folie für das Aufbringen der Flicken trocken sein musste, wurde die Gräfendorfer Jugendwehr mit dem Auspumpen des inzwischen etwa eineinhalb Meter mit Regenwasser vollgelaufenen Teiches beauftragt. Für die Kinder und Jugendlichen war das nicht nur ein großer Spaß, sondern zugleich eine Übung.

Auch die letzte Etappe auf dem Weg zum einsatzbereiten Löschteich wird nicht leicht. Denn das Wasser zum Befüllen muss über mehrere hundert Meter vom anderen Dorfende herangepumpt werden, was einer größeren Feuerwehrübung gleicht. Je nach Witterung und Folienverschleiß muss regelmäßig aufgefüllt werden. Mit einer Zisterne“, so Wolske, wäre Ruhe gewesen.

Von Uwe Klemens

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