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Teltow-Fläming Keine Angst vor freien Trägern
Lokales Teltow-Fläming Keine Angst vor freien Trägern
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05:22 09.03.2017
Krippenkinder in der Kita Trebbin Quelle: Margrit Hahn
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Trebbin

Bis auf den letzten Platz besetzt war der Sitzungssaal des Trebbiner Rathauses am Dienstagabend. Dort fand aber keine Stadtverordnetensitzung statt, sondern die Sitzung des Sozialausschusses. Trotzdem war das öffentliche Interesse enorm, weil es hier um die Kindertagesbetreuung in der Stadt im Allgemeinen und um die Kita in Thyrow im Besonderen ging.

Besorgte Eltern und Erzieherinnen

Schon bei der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten hatten besorgte Eltern aus Thyrow gegen die Absichten der Stadt protestiert, nun auch ihre Kita einem freien Träger zu übertragen (die MAZ berichtete). Um ihre Angst vor einer solchen Änderung zu nehmen, hatte der Sozialausschuss die Vertreter derjenigen freien Träger eingeladen, die bereits vor fast 16 Jahren die damaligen kommunalen Kindertageseinrichtungen der Stadt Trebbin übernommen hatten, um von ihrer Arbeit zu berichten.

Konzepte sind wichtig

So konnte sich Gritt Hammer, stellvertretende Geschäftsführerin des Arbeitersamariterbundes (ASB) Luckau/Dahme noch gut an die „anfangs abwartende Haltung der Eltern“ erinnern. Der ASB hatte damals die Kitas „Waldfrüchtchen“ in Löwendorf und „Bergwichtel“ sowie den Hort in Trebbin übernommen. Bei den „Waldfrüchtchen“ fing man mit 34 Kindern an, jetzt liegt die Kapazität bei 55 beziehungsweise mit Ausnahmegenehmigung bei 60. Bei den „Bergwichteln“ blieb es bei 79, aber die Struktur wurde geändert. Dort werden jetzt Kinder von unter einem Jahr bis zum Schuleintritt betreut. Größte Herausforderung war und ist der Schülerhort. Anfangs waren es 91 Erst- bis Viertklässler in der Gartenstraße, jetzt hat er 221 Plätze und ist mit 130 Kindern auch in der Grundschule untergebracht. „Solche Änderungen gehen nur mit einem Konzept und aufeinander abgestimmter Arbeit“, sagte Gritt Hammer. Dabei habe man sich immer von der Stadtverwaltung verstanden und unterstützt gefühlt.

Das bestätigte auch Andrea Lau, die die beiden ASB-Kitas leitet. Sie lobte insbesondere den Austausch unter den Leiterinnen aller Kitas des Trägers und die ständigen Weiterbildungen für alle Erzieherinnen, für die der ASB sorge.

„Für die Kinder ändert sich nichts“

„Ich kann Ihnen versichern, dass Ihre Kinder bei freien Trägern genauso gut betreut werden wie bei öffentlichen Trägern“, sagte Edith Kresin, Leiterin des ASB-Hortes Trebbin. Sie hätte damals auch Angst vor der Änderung gehabt. Sicherlich werde sich durch den Trägerwechsel etwas für die Erzieherinnen ändern, nicht aber für die Kinder, sagte sie.

Eine der Änderungen für die Erzieher sei, so räumte Katja Hilbert von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ein, dass sie nicht mehr nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt werden. Die Awo-Fachberaterin und ehemalige Leiterin der nunmehr zur Awo gehörenden Kitas „Sonnenblume“ in Trebbin und „Storchennest“ in Klein Schulzendorf nannte aber als Vorteile für die Erzieherinnen und somit auch für die Kinder die regelmäßige Weiterbildung und Qualifizierung.

„Stadt kann das nicht mehr leisten“

Genau das könne die Stadt als Träger auf Dauer nicht leisten, bestätigte Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU): „Wir haben genügend andere Aufgaben und die freien Träger haben bessere pädagogische Konzepte.“ Die Übertragung der Trebbiner Kitas vor 16 Jahren an Awo und ASB bezeichnete er als „Erfolgsprojekt“.

Thyrow mit seinem Ortsteil Christinendorf hat 2001 noch nicht zur Stadt Trebbin gehört. Deshalb sind die Kita Thyrow mit ihrer Außenstelle in Christinendorf und auch der Hort Thyrow noch in kommunaler Trägerschaft. Ebenso wie der Hort Blankensee, der nun auch an einen freien Träger übergeben werden soll. Doch alles ohne Hast und Überstürzung, wie Berger die betroffenen Eltern und Erzieherinnen zu beruhigen versuchte. „Es ist noch nichts unterschrieben“, sagte Berger. Die Verbände könnten ihr Interesse bekunden und ihre Konzepte vorstellen. „Es geht nicht darum, die Kitas loszuwerden“, so der Bürgermeister, „sondern darum, für alle eine gute Lösung zu finden.“

Von Hartmut F. Reck

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