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Kennenlernen beim Spiel auf der Bühne

Theater mit Flüchtlingen Kennenlernen beim Spiel auf der Bühne

Junge Jüterboger und Flüchtlinge spielen in Jüterbog gemeinsam Theater. Das Projekt „Theater der Begegnung“ macht das möglich. Zurzeit proben die Jugendlichen für ihr Stück „Du kannst mich kennenlernen“, das sie Anfang Juli aufführen wollen. Unter den jungen Schauspielern haben sich schon echte Freundschaften entwickelt.

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Jugendliche aus Jüterbog und Flüchtlinge proben gemeinsam für das Theaterstück.

Quelle: Victoria Barnack

Jüterbog. Was entsteht wohl, wenn sich ein paar Jugendliche – Flüchtlinge und Einheimische – zusammen tun und das Ziel haben, nach sechs Monaten ein selbst entwickeltes Theaterstück aufzuführen? In Jüterbog macht es den Anschein, als würde etwas Einzigartiges dabei herauskommen. Das Projekt „Theater der Begegnung“ steht kurz vor seiner ersten Aufführung. Es zeigt sowohl lustige als auch ergreifende Szenen. Bei den Proben geht es dank der Theaterpädagogin Nicole Kleine professionell zu. Für den Spaß an der Sache sorgen alle Beteiligten inzwischen von allein.

Premiere am 9. Juli

Offizielle Premiere feiert das Theaterstück „Du kannst mich kennenlernen“ auf dem Sommerfest der Begegnung am Sonnabend, den 9. Juli.

Das Fest von und mit Flüchtlingen und Jüterbogern findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt.

Organisatoren sind die Flüchtlingshilfe und der Jugendclub Jüterbog II.

Gefeiert wird in der Zeit von 14 bis 20 Uhr im Jugendclub Jüterbog II in der Bergstraße 3.

Organisiert wurde das bisher einmalige Vorhaben von Pfarrerin Ramona Rohnstock, die sich ein ähnliches aber kleineres Projekt aus Potsdam zum Vorbild genommen hatte. Auf den erfolgreichen Aufruf nach schauspielbegeisterten Jugendlichen folgte das erste Treffen der Gruppe im Januar. Nach dem ersten Kennenlernen wird nun regelmäßig an den Wochenenden geprobt. „Das Stück besteht komplett aus Szenen, die die Flüchtlinge hier und in ihrer Heimat aber auch die Jüterboger selbst erlebt haben“, erklärt die Pfarrerin.

Erlebnisse eines Flüchtlings

Auch der Titel des einstündigen Theaterstücks ist aus Erlebnissen zwischen einem Flüchtling und seinen neuen, deutschen Mitbürgern entstanden. „Du kannst mich kennenlernen“ heißt es. „Das Zitat stammt von Ali, der mir erzählt hat, wie abweisend die Leute oft reagieren, wenn er nur Hallo sagt“, erklärt Nicole Kleine. Die Theaterpädagogin hat die vielen Eindrücke der Jugendlichen zu einem bühnenreifen Stück zusammengesetzt. Sie findet, dass das Theater die optimale Grundlage zur Förderung von gegenseitigem Verständnis ist. „Denn die Sprache ist dabei gar nicht so wichtig. Es zählt vor allem die Körpersprache“, sagt sie.

Neue Freundschaften entstehen

Was tatsächlich passiert, wenn sich Deutsche und Flüchtlinge kennenlernen, zeigen nicht nur die Proben und der Inhalt des Stücks. Denn unter den Beteiligten haben sich inzwischen echte Freundschaften entwickelt. „Oft treffen wir uns auch mal am Freitag und kochen oder spielen zusammen“, berichtet Ramona Rohnstock. „Die Mentalität ist in vielen Ländern ja ganz anders als bei uns, viel offener“, erklärt der 20-jährige Ludger Voigt, der vor dem Theaterprojekt kaum Kontakt zu Flüchtlingen hatte. „Wenn ich jetzt einen der Jungs zufällig am Bahnhof treffe, weil ich nach Berlin und sie zur Schule fahren, freue ich mich“, sagt er weiter.

Die erste Bewährungsprobe steht für Ludger und seine Schauspielerfreunde schon an diesem Wochenende an. „Wir sind eingeladen worden, unser Projekt beim Evangelischen Landesjugendcamp in Eberswalde vorzustellen und einige Szenen zu zeigen“, berichtet Rohnstock. In einer anschließenden Diskussionsrunde möchten die Projektteilnehmer außerdem die positiven Nebeneffekte ihrer Zusammenarbeit erläutern. „Denn der Hintergrund soll sein, Berührungsängste abzubauen, das gegenseitige Verständnis zu stärken und den Flüchtlingen eine Plattform zu geben, um sich auszudrücken“, sagt die Pfarrerin. Ganz nebenbei haben die Flüchtlinge beim Schauspielern auch ihre Sprachkenntnisse verbessert.

Von Victoria Barnack

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