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Kinder haben Lust zum Spülen

Gemeinsames Kochen in den Herbstferien Kinder haben Lust zum Spülen

Lirum, larum, Löffelstiel, wer nichts lernt, der kann nicht viel. Kinder des Hortes am Wasserturm in Zossen rührten und löffelten am Montag – sie lernten, wie man Kürbissuppe und Bauerntopf zubereitet. Zumindest, welche Zutaten dafür nötig sind und wie man sie vorbereitet. Auf dem Herbstferien-Programm stand das gemeinsame Kochen.

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Janne (r.) und seine Mitstreiter waren auch beim Vierteln der Tomaten voll konzentriert.

Quelle: Gudrun Schneck

Zossen. Eigentlich sollte ein Profi aus einem Zossener Hotel mit den Mädchen und Jungen den Kochlöffel schwingen. Er war aber leider krank geworden. „Den laden wir nochmal ein, wenn er wieder gesund ist“, versprach Horterzieherin Monique Dewitz und übernahm das Regiment in der Küche. Während der Schulzeit besuchen 140 Kinder diesen Hort, derzeit sind es zwischen 40 und 50. Etwa ein Dutzend entschied sich gestern unter mehreren Angeboten für das Kochen.

Der siebenjährige Janne kam als Erster und fragte: „Was kann ich helfen?“ Die Antwort: schnippeln, schnippeln, schnippeln – Kartoffeln, Paprikaschoten und Tomaten für den Bauerntopf, den von einer Horterzieherin gespendeten Kürbis für die Kürbissuppe. Janne hat zu Hause schon mal Nudeln Bolognese gemacht, erzählt er. Caspar (9) ist kaum zu bremsen beim Kartoffelnschälen. „Ich habe schon mal ganz allein Pudding gekocht, aber Vanille und Schoko gemischt“, berichtet er stolz. Er will mal Profi-Fußballer werden und damit Millionen verdienen. Als er erfährt, dass auch Starköche ganz gut bezahlt werden, meint er: „Vielleicht werd’ ich auch Koch.“

Jessica hat sich geschnitten und bekommt ein Pflaster um den Finger, zerkleinert aber tapfer weiter Kartoffeln. „Das passiert auch den Erwachsenen“, tröstet Erzieherin Heike Hortian. Sie weiß, dass viele Kinder am liebsten nur Süßes essen würden: „Mit kleinen Tricks bringen wir sie im Hort manchmal dazu, auch was Gesünderes zu probieren.“ Zucchini zum Beispiel wollte fast keiner kosten. Als die Hortnerinnen das Gemüse mit den Kindern paniert und gebraten hatten, schmeckte es plötzlich. Hoch im Kurs steht Nutella auf Toast. Als Kompromiss essen die Kinder nun den süßen Aufstrich oft auf Schwarzbrot.

Doch zurück zu Kürbissuppe und Bauerntopf. Als alle Zutaten ohne weitere Unfälle in den jeweiligen Töpfen gelandet waren, schauten die „Kochlehrlinge“ erst mal im Turnraum oder im Bastelraum des Hortes vorbei. Erst die Düfte vom Anbraten des Hackfleisches für den Bauerntopf lockten einen nach dem anderen in die Küche zurück.

Dort gab es inzwischen neue Arbeit: Abwaschen, und zwar per Hand, denn über eine Spülmaschine verfügt die Hortküche nicht. Trotzdem war kein Gemaule zu hören. „Das sind sie gewöhnt. In unserem wöchentlichen Kindercafé muss nach der Zubereitung von belegten Brötchen, Pizza, Marmelade oder Schneewittchenkuchen schließlich auch abgewaschen werden“, erklärt Heike Hortian die widerstandslose Säuberung der Brettchen und Schüsseln. „Überhaupt sind die Kinder jetzt wesentlich entspannter als in der Schulzeit“, ergänzt Monique Dewitz. Geplant ist übrigens eine komplett neue Küchen-Ausstattung für den Hort am Wasserturm – absichtlich wieder ohne Spülmaschine.

Von Gudrun Schneck

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