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Teltow-Fläming Kinder starten auf dem Chefsessel durch
Lokales Teltow-Fläming Kinder starten auf dem Chefsessel durch
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00:38 09.07.2015
Lavendel in allen Variationen: Konstantin und Junia von der Schülerfirma „Lavendelkinder“. Quelle: Foto: Gerlinde Irmscher
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Dahmeland-Fläming

Mit 15 Jahren einen Betrieb führen, Abrechnungen machen, Auftraggeber für sich gewinnen? Das können und wollen nicht viele. Nadia Jüngst ist da anders. Sie ist in ihren jungen Jahren schon zur Geschäftsführerin aufgestiegen. Am Rangsdorfer Fontane-Gymnasium leitet sie die Schülerfirma „Fontane-Carevent“ – einen Veranstaltungsservice. Erst vor kurzem wurde der Gründungs-Vertrag unterzeichnet, aber die Jungunternehmer aus Rangsdorf haben schon einige „echte“ Firmen aus der Wirtschaft für eine Kooperation gewinnen können. Mehr als 100 Schülerfirmen aus Brandenburg haben solche Kooperationen mit Unternehmen und bekommen so Fachwissen vermittelt.

Geschäftsführerin Nadia Jüngst von der Fontane-Carevent-Schülerfirma. Quelle: privat

„Die Möglichkeit, darauf zurückzugreifen, ist gut“, sagt Geschäftsführerin Nadia. Als Repräsentantin nach außen führt sie die Korrespondenz mit möglichen Partnern, wie Catering-Unternehmen oder Veranstaltungstechnikern. Nächstes großes Projekt ist das Schulfest, das die Schülerfirma in Eigenregie veranstaltet. Vom Aufbau der Bühne bis zur Verpflegung kümmert sich das zwölfköpfige Team um Chefin Nadia beim Fest am 13. Juli. Das Geld, das am Ende nach Abzug aller Kosten übrig bleibt, wird übrigens nicht auf den Kopf gehauen, sondern einer Stiftung gespendet, die sich um demenzkranke Kindern kümmert.

Zur Seite steht den Veranstaltungsmanagern von morgen ihr Lehrer Kay Wünsche. Er sieht die Firma als Unterricht der etwas anderen Art. Vor allem, sagt Wünsche, sei es ein pädagogisches Mittel, bei dem das Geld und der Gewinn überhaupt nicht im Fokus stehen. „Mit der Firma sollen die Kinder realisieren, welche Kompetenzen für das spätere Berufsleben wichtig sind“, sagt Wünsche. Die Vermittlung von Werten wie Zuverlässigkeit und Selbstständigkeit bilde dabei die Grundlage. Ob die Firma wirtschaftlichen Erfolg habe, sei erst einmal zweitrangig.

Schon Drittklässler lernen, ein Unternehmen zu managen

Vor Kooperationsangeboten aus der Wirtschaft können sich auch die Lavendelkinder von der Ernst-Busch-Grundschule aus Königs Wusterhausen kaum retten. „Wir haben eine Reihe von Unternehmen, mit denen wir kooperieren“, sagt die zuständige Lehrerin Ina Kiewel. Seit sechs Jahren betreut sie das Projekt, die Firma stellt verschiedene Produkte aus Lavendel her und vertreibt diese dann.

Bei Kiewel kommen schon die Kinder aus den dritten Klassen ins Unternehmen, was laut Kiewel „einzigartig in Deutschland ist“. Bis zur sechsten Klasse bleiben die Kinder dabei und lernen, ein Unternehmen zu managen. Wobei sich die Lehrerin um die Finanzen kümmert. Sie ist die Herrin über die Zahlen und führt ein Kassenbuch. Am Ende des Jahres gibt es auch eine Art Weihnachtsgeld. „Dann bekommen die Kinder Geschenketüten aus unserem Repertoire“, sagt Ina Kiewel.

Als nächstes Projekt steht bei den Lavendelkindern das große Schlossfest in Königs Wusterhausen am 5. September an. Dann werden die Lavendelspezialisten gleich an zwei Standorten präsent sein und die eigenen Gelees, Schokoladen und andere leckere Dinge an den Mann bringen.

Elf Schülerfirmen gibt es derzeit in der Region

Die Schülerfirmen aus Brandenburg werden von der Servicestelle Schülerfirmen betreut, die aus Landesmitteln finanziert wird und beim Bildungsministerium angesiedelt ist. „Es geht nicht darum, Reichtümer anzuhäufen“, sagt Mitarbeiter Thomas Schöler. Die meisten Schülerfirmen in der Region Dahmeland-Fläming würden sich zunächst auf die Pausenversorgung innerhalb der eigenen Schule konzentrieren, erklärt er. Bei der Servicestelle sind derzeit elf Firmen gelistet, die in den beiden Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald agieren.

„In der Regel gibt es bei den Firmen im Durchschnitt einen Jahresgewinn von unter 1000 Euro“, sagt Schöler. Zudem sei es einfach signifikant, den Kindern auch soziale Werte zu vermitteln. Insgesamt sei die Schülerfirmenlandschaft in Brandenburg bundesweit Spitze. „Es gibt nicht viele Bundesländer, in denen so viele Firmen mit echten Unternehmen agieren“, sagt Schöler. Vor allen Dingen sei es aber auch eine Art Netzwerk, um sich für spätere „echte“ Jobs bei einem Unternehmen in Stellung zu bringen.

In diese Richtung denkt auch die Rangsdorfer Geschäftsführerin Nadia Jüngst. „Ich organisiere gerne und arbeite gerne mit Menschen“, sagt sie. Später könne sie sich durchaus eine Stelle im Veranstaltungsmanagement vorstellen. Zunächst muss sie jedoch mit ihren Angestellten und Mitschülern das Schulfest auf die Beine stellen. Dies verlange vor den Ferien noch einmal volle Konzentration, sagt Nadia Jüngst. Doch danach ist erst einmal für sechs Wochen Betriebspause, sowohl für die Lavendelkinder als auch für die Eventmanager – es sind Sommerferien.

Von Marcel Jarjour

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