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Teltow-Fläming Kinder- und Jugendarbeit im Visier
Lokales Teltow-Fläming Kinder- und Jugendarbeit im Visier
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16:10 28.11.2018
Das Graffitiprojekt in Woltersdorf kam bei Groß und Klein gut an. Quelle: Margrit Hahn
Ruhlsdorf

Wie soll die Jugendarbeit in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal künftig aussehen? Mit diesem Thema beschäftigte sich der Ausschuss für Bildung, Soziales und Kultur am Dienstagabend. Chris Wabbel aus Woltersdorf hatte in der Gemeinde ein Schülerpraktikum absolviert und dabei eine Umfrage ausgewertet, an der sich Kinder, Jugendliche und Eltern beteiligt hatten. Das größte Feedback kam von den Grundschülern. Auf die Frage, wie sie ihre Freizeit verbringen, antworteten die meisten, dass sie gern Sport machen, tanzen, malen und lesen. Bei den Erwartungen, die sie an das Jugendbüro der Gemeinde haben, stand der Spaß an erster Stelle. Vor allem an den Wochenende und in den Ferien wünschen sich Kinder und Jugendlichen mehr Angebote.

Keinen Zutritt

„Manche Fragen hätten anders gestellt werden müssen“, sagte Wabbel. So wurde beispielsweise gefragt, wo sich die Kinder treffen. Die meisten antworteten zu Hause oder bei Freunden. „Richtig wäre gewesen, sich zu erkundigen, in welchen Orten die Möglichkeiten dazu besteht“, sagte Wabbel. Er hat erfahren, dass in Zülichendorf die Kinder nicht ins Dorfgemeinschaftshaus kämen. In Märtensmühle sei kein Schlüssel verfügbar, in Ruhlsdorf hätten die Kinder ebenfalls keinen Zutritt und in Dobbrikow gebe es nicht mal ein Dorfgemeinschaftshaus. Der Zülichendorfer Ortsvorsteher, Waldemar Jendrusch, erklärte dazu: „Wenn die Kinder Wünsche haben, müssen sie diese auch äußern. Dann bekommen sie den Schlüssel.“

Transportprobleme

Chris Wabbel schlägt einen Jugendbeirat mit Vertretern aus allen Ortsteilen vor, die sich regelmäßig Abständen treffen und Ideen und Wünsche äußern. Wie Wolfgang Ernicke (Linke), sagte, sei es schwierig, die genauen Interessen der Kinder und Jugendlichen zu erkunden. Da sollte man die Idee, einen Beirat zu gründen, auf jeden Fall nutzen. Wichtig sei seiner Ansicht nach, dass die Gemeinde die Notwendigkeit erkannte habe, mehr für Kinder und Jugendliche zu tun. „Wenn Angebote da sind, werden sie sicher auch genutzt. Allerdings gibt es bereits das erste Problem, wenn jemand von Lynow nach Hennickendorf will, denn es fährt kein Bus“, so Ernicke.

Sozialverbände sind interessiert

Die Gemeinde hat in Erwägung gezogen, die Jugendarbeit an freie Träger zu vergeben. Daraufhin hatten die Diakonie und die Awo Interesse bekundet. Bei der Ausschusssitzung am Dienstagabend waren Vertreter beider Sozialverbände vor Ort, um sich vorzustellen. Während die Diakonie in Niedergörsdorf offene Kinder- und Jugendarbeit leistet, ist die Awo bisher im Landkreis Teltow-Fläming nur im Kita-Bereich aktiv. Wie sowohl Awo als auch Diakonie erklärten, müsse man sehen, wie der aktuelle Stand ist und wo Bedarf besteht. Erst dann könne man genaue Angebote unterbreiten. „Bei beiden Anbietern ist der Wille da. Wir müssen ein Gremium finden, das beide Angebote vergleichen kann“, sagte Ernicke. Er bezweifelt, dass die Anbieter die Verhältnisse in der Gemeinde kennen. Auf jeden Fall sollte eine Entscheidung getroffen werden, die letztendlich ein Gewinn für die Jugendlichen ist.

Nicht überzeugt

Ulf Neugebauer (SPD) fand, dass die Sozialverbände nicht wirklich überzeugt haben. Wir brauchen ein Konzept für die Gemeinde. Die Entscheidung könne erst fallen, wenn konkrete Aussagen getroffen werden. Bürgermeister Stefan Scheddin (parteilos) wies darauf hin, dass die Gemeinde erst einmal nur angefragt hat, wer Interesse hat. Bisher erreiche man in der Kinder- und Jugendarbeit nur die Grundschüler. Dass soll sich ändern.

Konkrete Pläne gewünscht

Einig waren sich die Ausschussmitglieder darüber, ein Gremium zu bilden, in dem Leute mitarbeiten, die sich mit dem Thema Kinder- und Jugendarbeit auskennen. Zudem sollen die Ortsvorsteher in ihren Dörfern nachfragen, was gewünscht ist. Ausgestattet mit diesen Fakten sollen Awo und Diakonie dann ihre konkrete Pläne vorstellen.

Von Margrit Hahn

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