Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Kinderarbeit und gerechte Schokolade
Lokales Teltow-Fläming Kinderarbeit und gerechte Schokolade
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:25 07.10.2016
Die Kinder fragten Passanten, ob sie mehr Geld für fair produzierte Schokolade ausgeben. Quelle: Zielke
Anzeige
Mahlow

Für die Kinder der Milchzahn-Gruppe der evangelischen Kita Mahlow ist es völlig normal, spielerisch die Welt zu entdecken. Hätten sie das Pech, in Teilen Afrikas oder Südamerikas geboren zu sein, würde ihnen im kommenden Jahr nicht die Schule bevorstehen, sondern möglicherweise die Arbeit auf einer Kakaoplantage

Kita-Erzieherin Anja Blumberg möchte die Kinder – und letztlich deren Eltern – dazu anregen, über ihre Konsumgewohnheiten nachzudenken. „Wir müssen uns klar sein, dass unsere Schokolade so billig ist, weil anderswo auf der Welt Kinderhände dafür schuften“, sagt sie.

Kinder interviewen Passanten

Sind Erwachsene bereit, für fair produzierte und gehandelte Lebensmittel auch mehr Geld zu bezahlen, damit die Bauern ein geregeltes Einkommen haben und ihre Kinder nicht arbeiten lassen müssen? Diese Frage stellten die „Milchzähne“ am Donnerstag den Kunden des Rewe-Marktes in der Mahlower Luisenstraße. Mit selbst gebauten Mikrofonen aus Tannenzapfen interviewten die Fünf- bis Sechsjährigen „die Großen“ und bekamen fast immer dieselbe Antwort. „Ja klar, würde ich einen Euro mehr zahlen...“ Für Wolfgang Petersohn ist das bereits Realität. „Ich achte darauf, dass ich nicht immer das billigste kaufe“, sagt er. Vor allem bei Milch sei es ihm wichtig, dass die Bauern genügend Geld verdienen. „Ich gucke hin, wenn ich einkaufe“, so Wolfgang Petersohn. Als Vater und Großvater sei es ihm wichtig, dass es Kindern gut geht. Wenn er hört, dass anderswo auf der Welt Kinder für die Süßigkeiten anderer hart arbeiten müssen, mache ihn das wütend.

Konzept mit Schwierigkeiten

In der Realität sei es mit dem Label des fairen Handels – zumindest bei den großen Herstellern und Handelsketten nicht weit her, sagt ein Passant, der in einer Schokoladenfabrik gearbeitet hat. „Da herrschen mafiöse Zustände“, sagt er, möchte seinen Namen aber nicht nennen. Tatsächlich könne niemand kontrollieren, ob die Kakaobohnen, die in der Schokolade landen mit oder ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Es gehe vor allem darum, dass die Kunden einen höheren Preis zahlen. „Das Fairtrade-Label ist eine Geldmaschine und eigentlich Betrug“, sagt der junge Mann. Anja Blumberg kennt die Probleme, möchte den Kindern aber auch nicht alle Illusionen rauben. Wie sie diesen Zwiespalt auflösen soll, weiß sie nicht.

Info: Am kommenden Sonntag findet ein Erntedankgottesdienst in der Mahlower Kirche statt. Dort werden die Kita-Kinder ein kleines Theaterstück aufführen. Beginn ist 10.30 Uhr.

Von Christian Zielke

Das Angebot an Toiletten in der Skate-Arena in Jüterbog ist minimal und wird oft von Veranstaltern und Besuchern kritisiert. Der Kreis hat sich nun eine Lösung überlegt: Wenn Toiletten aus dem Luckenwalder Übergangswohnheim für Flüchtlinge nicht mehr benötigt werden, könnte man sie umsetzen.

07.10.2016

Drei junge Ingenieure sind in einem 14 Jahre alten Toyota Corolla bis ans andere Ende des asiatischen Kontinents nach Wladiwostok und zurück gefahren. Nach 73 Tagen on tour und dem Ziel vor Augen war für einen der drei jungen Männer ein kurzer Abstecher nach Markendorf allerdings ein absolutes Muss.

07.10.2016

Die Bürgermeister aus den Kreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald stehen der Kreisfusion teils mit Ablehnung, teils mit Zuversicht gegenüber. In beiden Kreisen überwiegt aber die Meinung, dass beide besser allein bleiben sollten. Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber bringt ihre Stadt gleich mal als Kreisstadt ins Spiel.

07.10.2016
Anzeige