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Kirchen kontinuierlich kontrollieren

Dahmeland-Fläming Kirchen kontinuierlich kontrollieren

131 Kirchen stehen im Kirchenkreis Zossen-Fläming. Der Großteil davon ist inzwischen in einem guten Zustand. Doch der hält nicht ewig bei. Deshalb empfiehlt das Baubüro des Kirchenkreise regelmäßige Wartungen. Das sei billiger und effektiver als eine Grundsanierung alle 30 Jahre. Bei 14 Kirchen soll mit dem Projekt „Kirchen In Takt“ damit begonnen werden.

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Die Grundsanierung einer Kirche ist immer sehr aufwendig und teuer – wie hier in der Dreifaltigkeitskirche in Zossen.

Quelle: Frank Pechhold

Luckenwalde. Kleine Ursache, große Wirkung, hohe Kosten: Erst war es nur ein zarter Sämling, der sich in einer Fuge zwischen Ziegelsteinen der Luckenwalder Johanniskirche einnistete und dann zu einer ordentlichen Birke aufwuchs. Der kleine Baum ist inzwischen zwar abgesägt, aber die Wurzel hat das mittelalterliche Mauerwerk fast gesprengt. Das wäre wohl nicht passiert, wenn die Kirche regelmäßig gewartet und bei einer dieser Gelegenheiten der Sämling gleich weggekratzt worden wäre.

Mängel gleich beseitigen oder zeitnah reparieren

Um solche Dinge künftig zu vermeiden, sollen regelmäßige Überprüfungen stattfinden und dabei entdeckte Mängel gleich beseitigt oder zeitnah repariert werden. Das schlägt das Baubüro des Evangelischen Kirchenkreises Zossen-Fläming vor. Denn bisher sieht es so aus, dass Kirchen nach jeder Sanierung dem allgemeinen Verfall preisgegeben werden, weil man sich in Sicherheit wiegt. Deshalb muss nach etwa 30 Jahren wieder alles grundsaniert werden. Denn kaum ist eine Kirche hergerichtet, geht es mit den ersten Schäden wieder los, weiß Manfred Guder vom kirchlichen Baubüro aus Erfahrung. Denn fehlende Fachkenntnisse, Betriebsblindheit und die allgemeine Überlastung der aktiven Gemeindemitglieder behinderten eine regelmäßige Überprüfung des Bauzustandes der Kirchen und der anderen kirchlichen Gebäude wie Pfarr- und Gemeindehäuser.

Manfred Guder vom Baubüro des Kirchenkreis stellte auf der Herbstsynode das Projekt "Kirche In Takt" vor

Manfred Guder vom Baubüro des Kirchenkreis stellte auf der Herbstsynode das Projekt "Kirche In Takt" vor.

Quelle: Hartmut F. Reck

Bei der Herbstsynode in Luckenwalde warb Guder für die Beteiligung des Kirchenkreises an dem Pilotprojekt „Kirche In Takt – Warten! Statt: Warten . . .“ Nach seinen Worten sind rund 90 Prozent der wichtigsten Kirchen des Kirchenkreises saniert und selbst von den übrigen Kirchen 70 Prozent in gutem baulichen Zustand. Bei großen Sanierungen gebe es zwar öffentliche und private Unterstützung, im Alltag stünden die Kirchengemeinden aber allein da. So gebe es im Kirchenkreis Zossen-Fläming rund evangelische 30 000 Christen. Dazu kommen 210 Gebäude, davon sind 131 Kirchen. Das entspricht 143 Christen pro Gebäude und 229 Christen pro Kirche.

Oehna: 73 Christen kommen auf ein Kirchengebäude

Als krasses Beispiel nannte er die Kirchengemeinde Oehna mit fünf Kirchen in Oehna, Dennewitz, Rohbeck, Bochow und Zellendorf, einem Gemeindehaus und einem Pfarrhaus bei insgesamt 510 Christen. Das wären 73 Christen und 683 Euro Unterhaltungskosten pro Gebäude. Damit sei selbst eine regelmäßige Bauunterhaltung nicht zu leisten, so Guder.

Mit dem Projekt „Kirche In Takt“ könnten unter finanzieller Beteiligung von Förderern, des Denkmalschutzes und der öffentlichen Hand regelmäßige Wartungen an den Kirchen vorgenommen werden. Als Vorbilder nannte Guder die Monumentenwacht in den Niederlanden und die Denkmalwartung in der Stadt Potsdam.

Pilotprojekt mit 14 Kirchen

An dem Pilotprojekt sollen zunächst die Kirchen in Glasow, Dahlewitz, Löwenbruch, Zossen, Trebbin, Bardenitz, Motzen, Märkisch Buchholz, Baruth, Woltersdorf, Rosenthal, Oehna, Schlenzer und die Liebfrauenkirche in Jüterbog teilnehmen. 2018 wären dort zunächst Reparaturen für rund 140 000 Euro fällig. Danach sollten Dienstleistungsverträge mit Wartungsfirmen abgeschlossen werden, die kontinuierlich mit Fernglas, Drohne oder Hubsteiger die Schäden auffinden und reparieren sollen.

Die Kirchenparlamentarier beschlossen, im kommenden Jahr dafür 100 000 Euro zur Verfügung zu stellen. Mancher Pfarrer mahnte aber, auch örtliche Handwerker mit einzubinden beziehungsweise auch seine Kirche mit in das Programm aufzunehmen.

Von Hartmut F. Reck

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