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Teltow-Fläming “Müssen uns auf Stellenkürzungen einstellen“
Lokales Teltow-Fläming “Müssen uns auf Stellenkürzungen einstellen“
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00:19 20.03.2019
Katrin Rudolph, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Zossen-Fläming, sieht Handlungsbedarf. Quelle: Hartmut F. Reck
Luckenwalde

So wie die politische Landschaft in den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald leidet auch die Kirche an dem deutlichen Nord-Süd-Gefälle. Obendrein sinkt die Zahl der Kirchenmitgleder trotz der ansonsten steigenden Einwohnerzahlen.

25 Prozent weniger Einnahmen

Und auch bei der Kirche geht nichts ohne genügend Geld, was sie vor große Herausforderungen stellt. So gehen in den nächsten sieben Jahren eine große Zahl gut verdienender Kirchensteuerzahler in den Ruhestand, hieß es am Samstag bei der Frühjahrssynode des evangelischen Kirchenkreises Zossen-Fläming im Kreistagssaal im Luckenwalder Kreishaus. Das heißt: Künftig etwa 25 Prozent weniger Einnahmen, nachdem die Zahl der Kirchenmitglieder in den ergangenen 15 Jahen bereits um rund 25 Prozent von 39.000 auf 29.000 zurückgegangen ist.

„Kirche muss sich rechnen“

„Kirche muss sich rechnen“, meinte Baruths neuer Gemeindepfarrer Markus Sehmsdorf in seiner Andacht zu Beginn der Sitzung des Kirchenparlaments und fragte angesichts der weiteren Abwärtsbewegung: „Kann man noch mit Kirche rechnen?“

Theresa Rinecker, neue Generalsuperintendentin des Sprengels Görlitz, stellte sich den hiesigen Synodalen vor. Quelle: Hartmut F. Reck

Um das kirchliche Leben und die Seelsorge in den sieben Regionen des Kirchenkreises auch künftig noch aufrechtzuerhalten, bedarf es einer neuen Stellenstruktur. Darüber war sich die Synode einig. Nur wie diese aussehen und nach welchen Kriterien sie berechnete werden soll, darüber wurde kontrovers diskutiert. Da mag der Hinweis der neuen Generalsuperintendentin Theresa Rinecker hilfreich gewesen sein, als sie darauf hinwies, dass „Shalom“, das hebräische Wort für Frieden, auch mit „genug haben“ übersetzt werden kann. So könne die Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach“, auch so interpretiert werden, dass man sich begnügen soll, mit dem, was man hat.

Die Frühjahrssynode des evangelischen Kirchenkreises Zossen-Fläming tagte im Kreistagssaal von Teltow-Fläming in Luckenwalde. Quelle: Hartmut F. Reck

Noch hat man genug, so scheint es, aber: „Trotz noch stabiler Kirchensteuereinnahmen müssen wir uns perspektivisch auf Stellenkürzungen einstellen“, sagte die neue Superintendentin Katrin Rudolph unmissverständlich. Also ist auch die Kirche nicht vor Verteilungskämpfen gefeit, die sich am Samstag schon andeuteten.

Unterschiede zwischen Nord und Süd

So gibt es im bevölkerungsreichen Norden zu wenige Pfarrstellen, beziehungsweise sind die dort tätigen Pfarrer zumindest statistisch gesehen überfordert, während die im Süden von Dorfkirche zu Dorfkirche hetzen, um von den wenigen dort lebenden Gläubigen so viele wie möglich zu erreichen. Weiterhin geht es auch um die Verteilung nicht nur der Pfarrstellen, sondern auch der Kirchenmusiker, der Gemeindepädagogen und Verwaltungsmitarbeiter. Derzeit gibt es 30 Pfarrer, wobei nicht alle Stellen besetzt sind, acht pädagogische Mitarbeiter und sieben Kantoren.

Umstrittener Index

Bei der Stellenplanung ist besonders der „Grundanforderungsindex“ (GAI) umstritten, weil er nur das Verhältnis von Hauptamtlichen und Kirchenmitgliedern berechnet. Seine Gegner fordern statt der strengen Statistik ein Leitbild, um eine differenziertere, den wirklichen Bedürfnissen der Gemeinden entsprechende Umverteilung zu erreichen.

Über das richtige Vorgehen konnte sich der im Herbst gebildete Strukturausschuss noch nicht einigen, soll aber weiter beraten und dabei auch die nicht pastoralen Stellen einbeziehen.

Von Hartmut F. Reck

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