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Teltow-Fläming Kirchturmsanierung nach 130 Jahren
Lokales Teltow-Fläming Kirchturmsanierung nach 130 Jahren
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05:45 03.11.2016
Weithin sichtbar ist der eingerüstete Kirchturm. Quelle: Victoria Barnack
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Illmersdorf

Die Illmersdorfer haben nicht zum ersten Mal Glück mit ihrer Kirche. Als vor einigen Jahrzehnten bei Sanierungsarbeiten der Taufstein gestohlen wurde, fand man ihn durch einen glücklichen Zufall in einem Berliner Vorgarten wieder. Knapp 40 Jahre später erreichte nun auch das finanzielle Glück das kleine Dorf bei Dahme. Immerhin stand die Sanierung des Kirchturms schon lange auf der Liste der Kirchengemeinde. Die Viertelmillion Euro dafür hätte man aber nicht allein stemmen können.

„Zu unserem großen Glück ist in einer anderen Kirchengemeinde ein Ort zurückgetreten“, berichtet Pfarrer Wolfgang Scholz. Eigentlich hätte in der Flämingregion Gölsdorf den Vortritt gehabt. Nun wurden aber doch beide Sanierungen finanziert. Sogar ein Ende ist schon in Sicht, obwohl das Gerüst in Illmersdorf zwei Monate länger stehen bleiben muss, als zu Beginn erwartet.

Pfarrer Wolfgang Scholz ist froh über die Sanierung. Quelle: Victoria Barnack

Den größten finanziellen Teil der Sanierung – nämlich die Hälfte der 250 000 Euro – trägt das Land Brandenburg. Denn mit dem Staatskirchenvertrag, der in Brandenburg 2003 abgeschlossen wurde, ist auch die Verteilung einer sechsstelligen Steuermittelsumme pro Jahr geregelt. Kirchengemeinden, deren Antrag bewilligt wird, können sich daher über eine kräftige Finanzspritze und so auch über rasche Sanierungsarbeiten an ihrem Objekt freuen.

Mit Hilfe von verzierten Original-Schieferplatten wurden Spenden gesammelt. Quelle: Victoria Barnack

Nach mehreren Monaten der Planung begann die Bauphase in Illmersdorf Ende Mai diesen Jahres. Betroffen ist davon ausschließlich der Turm der Kirche. Ihn plagten wie viele seiner Artgenossen vor allem morsche Holzbalken, ein lichtes Mauerwerk zwischen den Feldsteinen und ein Dach, das dringend neu gedeckt werden sollte.

Zudem wurden auch einige Schönheitsarbeiten in Illmersdorf durchgeführt, beispielsweise an den Verzierungen im oberen Turmbereich. „Diese hatten sich gelöst“, erzählt der Pfarrer, der nur wenige Meter von der Kirche entfernt wohnt. „Bei einem Sturm konnte ich zusehen, wie sie einzeln herunter fielen“, erinnert er sich und ist froh, bald wieder einen schöneren Ausblick zu haben.

Noch bis Ende November wird das Gerüst, das über alle Dächer im Ort hinausragt und schon von der Bundesstraße aus zu sehen ist, stehen bleiben. „Die Holz- und Maurerarbeiten sind inzwischen fast abgeschlossen“, sagt Wolfgang Scholz, „jetzt kann auch der Dachdecker den Turm verschiefern.“

Maurer Karl-Heinz Schmurdy beim Verfugen. Quelle: Victoria Barnack

Dafür hatten sich die Illmersdorfer vor der Sanierung sogar eine ganz besondere Idee einfallen lassen, um Spenden zu sammeln. 40 der alten, schwarzen Schiefern hatte ein Einwohner beschriftet und ein Abbild der Dorfkirche darauf verewigt. „Sie wurden gegen eine Spende verkauft und sind ein besonders schönes Andenken“, sagt der Pfarrer. Zwölf von ihnen sind noch übrig und bleiben auch weiterhin in der Kirche von Illmersdorf – allerdings nicht mehr auf dem Dach, sondern als Erinnerungsstücke im Kirchenschiff.

Hintergrund

Der Turm der Illmersdorfer Kirche ist zwar „erst“ 130 Jahre alt, das Schiff der Kirche dagegen stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts oder sogar einer früheren Zeit.

Es handelt sich um dabei eine spätromanische Feldsteinkirche, die im Inneren barock ausgestaltet ist.

Mindestens acht weitere denkmalgeschützte Häuser und Objekte stehen in Illmersdorf.

Neben Fachwerkwohnhäusern, Ställen, einem Backhaus und einer Oberlaube gehören eine kursächsische Halbmeilensäule und ein Gedenkstein zum Kriegsende 1945 dazu.

Wenn der Turm fertig saniert ist, soll das Illmersdorfer Gotteshaus vorerst auf keinem Maßnahmenplan mehr erscheinen. Immerhin ist der Turm nicht so alt wie der Rest des Gebäudes, sondern wurde erst 1886 aufgebaut. „Damals wurde auch der Innenraum umgestaltet“, berichtet der Pfarrer. Außerdem wurde 1975 bereits das Kirchenschiff neu gedeckt. „Da sollte es nun schon 100 Jahre dauern, bis wieder etwas getan werden muss“, hofft Scholz.

Von Victoria Barnack

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