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Kita „Spatzennest“ bekommt Spendentopf

Rangsdorf Kita „Spatzennest“ bekommt Spendentopf

Mit der Aktion „Tuner mit Herz“ will der „Autotreff B96“ helfen. Am Wochenende trafen sich die Auto-Fans auf dem Parkplatz am Südringcenter in Rangsdorf und sammelten dort Pfandflaschen ein. Mit dem Geld unterstützen sie die Kita „Spatzennest“.

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Marcus Giese, Alexandra Berra, Erdal Ejder und Jens Kummert (v. l.).

Quelle: Gudrun Ott

Rangsdorf. „An die 350 Autos werden es wohl schon sein“, so schätzt Marcus Giese am Sonnabend kurz nach 21 Uhr. Er blickt über den großen Parkplatz am hinteren Ende des Südring-Centers. Hier, auf dem Parkplatz von Roller, steht das liebevoll gepflegte Blech Seite an Seite. Und es kommen immer mehr Autos. Sie kurven herum auf der Suche nach einem Parkplatz. Jeden Sonnabend ist das so.

Parkplatz ist Autotreff

Seit August treffen sich Tuner aus Berlin und Brandenburg in Rangsdorf. Marcus Giese und Jens Kummert sind die Initiatoren. Der Parkplatz ist der „Autotreff B96“. Die beiden jungen Männer nennen es „Benzingespräche unter Gleichgesinnten“ und verbinden diese Treffen mit einer besonderen Aktion. „Wir sammeln alle Pfandflaschen ein, die auf unseren Treffen anfallen, und geben sie unter der Woche dann ab. Das Geld wollen wir spenden“, sagt Jens Kummert. „Und heute, zum Saisonschluss unserer Benzingespräche, haben wir noch eine Spendenbox dabei. Jeder, der spendet, bekommt ein Los und die Chance auf einen Tankgutschein.“

Kummert weiß, dass die Szene nicht gut angesehen ist. Zu viele Raser, zu viele Spinner aus der Auto-Tuning-Szene sorgen für Negativschlagzeilen. Illegale Straßenrennen mit aufgemotzten Autos rufen immer wieder die Polizei auf den Plan. Im Februar lieferten sich in Berlin am Tauentzien zwei Männer ein Autorennen und rammten einen unbeteiligten Jeep. Dessen Fahrer hatte keine Chance, der 69-Jährige starb am Unfallort. „Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht“, sagen zwei Männer aus Lichtenrade und Kleinmachnow. Sie stecken Geld in die Spendenbox. Gutes tun gegen das schlechte Image der Szene will auch Erdal Ejder. Er ist Angestellter im Öffentlichen Dienst, besitzt weder Auto noch Führerschein, ist aber ein leidenschaftlicher Schrauber. „Und er ist unser Diplomat, der zu schlichten versteht und zur Stelle ist, wenn es mal Probleme gibt“, sagt einer der Umstehenden und klopft dem 23-Jährigen auf die Schulter.

Zu den Gleichgesinnten, die von Beginn an beim „Autotreff B96“ dabei sind, gehört Patrick Braun. Der 21-Jährige kommt aus Mahlow, fährt einen Honda Civic und ist von Beruf Gartenlandschaftsbauer. Er schwärmt von der Gemeinschaft, in der jeder gerne gesehen ist, der sich an die Regeln hält. Keine Rennen, keine durchdrehenden Reifen. Und der Müll kommt in die eigens aufgestellten Mülleimer, die anschließend eingesammelt werden. „Wir verlassen den Platz absolut sauber“, heißt es.

Zusammenhalt in der Szene

Am Sonnabend waren auch Mitglieder des Auto-Clubs „Phoenix Syndikat Berlin“ auf dem Platz. Susanne Ströse gehört seit drei Monaten dazu. Die junge Berlinerin pflegt die Website. Sie und Jennifer Voigt betonen den Zusammenhalt in der Szene. Jennifer zeigt auf ihr Auto mit dem Aufkleber „Ich bin Tuner und kein Verbrecher“. Es ist die Faszination Technik, die alle eint. Zweimal war die Polizei auf dem Parkplatz und hat kontrolliert. Aber es gab nichts zu beanstanden. „Wir haben dem Ordnungsamt geschrieben, weil wir uns hier aufhalten wollen. Wir hätten gerne eine Genehmigung“, sagt Kummert.

Der 18 Jahre alte Julian Giese, Kfz-Mechatroniker im ersten Lehrjahr und Sohn von Marcus, sowie Alexandra Berra, Studentin der Fahrzeugtechnik, freuen sich, wie schnell sich der Spendentopf füllt. Sie wollen Rangsdorf etwas zurückgeben, der Kita „Spatzennest“ wird die Spende am Mittwoch überreicht. Auch in der nächsten Saison, wenn die gepflegten Autos nach dem Winter wieder auf die Straße dürfen, soll für einen guten Zweck gesammelt werden.

Von Gudrun Ott

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