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Kitas müssen sparen

Rangsdorf Kitas müssen sparen

Viele Jahre waren Rangsdorf seine Kitas lieb und teuer. Freiwillig stellte die Gemeinde mehr Geld für Erzieher zur Verfügung als es das Gesetz vorsieht. Weil Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) angesichts der Haushaltslage Geld gekürzt hat, regt sich Protest. Die Kita Lino droht sogar damit, keine weiteren Kinder aufzunehmen.

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Im Sommer 2015 bezog die Kita Lino ihr neues Domizil. In der Mitte: Die heutige Vereinsvorsitzende Melanie Eichhorst.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Vor einigen Jahren, als es Rangsdorf finanziell besser ging, beschloss die Gemeinde, in jedem Jahr sieben Prozent mehr Geld für Kita-Erzieher auszugeben als das Gesetz vorgibt. Damit sollten musikalische und sprachliche Fähigkeiten gefördert werden. Angesichts der drohenden Haushaltsnotlage hat Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr 100 000 Euro bei den Kitas gekürzt.

Auch freie Träger betroffen

Davon betroffen sind auch freie Träger wie die Kita Lino. Melanie Eichhorst, die Vorsitzende des Vereins, kritisiert diesen Schritt. „Wenn das so kommt, können wir im kommenden Jahr keine Kinder mehr aufnehmen. Derzeit sind dort 36 Kinder untergebracht, 18 in der Krippe, 18 im Kita-Bereich ab drei Jahren. Bis Juni 2017 soll die Kapazität von 48 Kindern erreicht sein. „Das funktioniert aber nur, wenn wir das Personal haben“, sagt Melanie Eichhorst. Ihre Fraktion, die FDP, hatte deshalb auch beantragt jeweils 20 000 Euro für die Kita Lino und die neue Kita der Seeschule und weitere 60 000 Euro für zusätzliches Personal in den übrigen Rangsdorfer Kitas zur Verfügung zu stellen. Wie Bürgermeister Rocher am Dienstag im Finanzausschuss darstellte, wird das freiwillige Mehr für die Erzieher von der Realität aufgefressen. Für das laufende Jahr liegen die Kita-Kosten 400 000 Euro über dem Plan, im kommenden Jahr wird eine ähnliche Summe veranschlagt. Schuld daran sind vor allem Sonderzahlungen, etwa für Weihnachtsgeld und die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst, die kommendes Jahr bei 2,5 Prozent liegen. Durch Krankheit, Schwangerschaftsvertretung und aufgrund der Schwierigkeiten Erzieher zu finden seien nur selten mehr Personal bei den Kindern als gesetzlich vorgeschrieben. Immer wieder müssen Löcher in der Personaldecke gestopft werden. „Das Geld im Haushalt reicht gerade für den normalen Betrieb. Wer mehr für Personal ausgeben will, muss das Geld dafür bereitstellen“, sagte Rocher.

System wird in Frage gestellt

Jan Hildebrandt (SPD) stellte das bisherige System infrage. „Wenn wir in allen Einrichtungen nicht so viel Personal haben, wie wir es wollen, sollten wir lieber ehrlich den Kitas sagen, dass sie so viel bekommen, wie ihnen gesetzlich zusteht.“ Sein Antrag einer freiwilligen Überschreitung der Personalkosten fand eine Mehrheit, auch wenn der Vorschlag, die Finanzierung dafür im kommenden Jahr zu sichern für Kritik sorgte. Laut Bürgermeister bedeutet dies zusätzliche 250 000 Euro.

Hartmut Rex: Geld ist bei Kitas nicht angekommen

Hartmut Rex (Linke) hält die derzeitige Regelung zu den Kita-Personalkosten für eine Mogelpackung.“Das zusätzliche Geld steht nur auf dem Papier. Es ist nie bei den Einrichtungen angekommen.“ Rex sieht zudem eine Ungleichbehandlung von kommunalen Kitas und denen in freier Trägerschaft. Die freien Träger dürften laut Vertrag mit der Gemeinde die Kosten um bis zu fünf Prozent überschreiten. „Das ist wie ein Freibrief“, sagte Rex.

Laut Melanie Eichhorst hat die Kita Lino diese fünf Prozent noch nie ausgeschöpft. Zudem habe der Verein kaum Rücklagen und erledige viel Arbeit ehrenamtlich und gemeinsam mit Eltern. Eichhorst weiter: „Der Vorwurf eines Freibriefs ist absolut unangemessen.“

Von Christian Zielke

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