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Klausdorfer Feuerwehr feiert 90. Geburtstag

Nachwuchsgewinnung brandaktuell Klausdorfer Feuerwehr feiert 90. Geburtstag

Vor 90 Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Klausdorf gegründet. Dieses Jubiläum wird am 18. Juni gefeiert. Zunächst messen allen Ortsfeuerwehren der Gemeinde Am Mellensee ihr Können in der Disziplin „Löschangriff nass“. Danach führt der Festumzug quer durch das Dorf zum Gerätehaus. Dort laden die Gastgeber zur Siegerehrung und zum Sommerfest ein.

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Eine starke Truppe: die aktiven Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Klausdorf.

Quelle: Privat

Klausdorf. „Wir sind eine der ältesten und qualifiziertesten Bürgerinitiativen unserer Gemeinde“, sagt Frank Beyer. Aktuell zählt die von ihm geleitete Freiwillige Feuerwehr Klausdorf 27 aktive Mitglieder. Samstag wird der 90. Geburtstag der ehrenamtlichen Löschtruppe rund ums Gerätehaus gefeiert.

Frank Beyer setzt sich wie seine Vorgänger Detlef Sembritzki, Erich Unglaube, Norbert Busche, Erich Stäbert, Karl Gonschoreck, Wilhelm Mühlenberg und Willi Marks für eine personell starke Wehr ein. Nach dem Fall der Mauer sank die Zahl der aktiven Brandschützer extrem. Damals gab es einen dramatischen Einbruch, waren nur noch zehn, zwölf Kameraden dabei. Jahre später kratzte die Wehr zwischenzeitlich an der Mitgliederzahl 30. „Und nun sind wir bei 27 angekommen. Das ist das Ergebnis der guten Nachwuchsarbeit von Jugendwart Andreas Thiele“, sagt Beyer. Der angehende Lehrer könne gut mit jungen Leuten umgehen, sie hervorragend motivieren. „Das ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Ortswehrführer ist zufrieden mit der personellen Situation

Momentan ist der Ortswehrführer also mit der personellen Situation ganz zufrieden. „Aber das bleibt ganz sicher nicht so“, meint Beyer. Erfahrungsgemäß zögen viele junge Leute über kurz oder lang aus Klausdorf weg und dort hin, wo es Arbeit gebe oder der Lebenspartner wohne. Deshalb sei die Gewinnung von Nachwuchs eine Daueraufgabe. Wobei Beyer unter Nachwuchs auch Erwachsene versteht, die nicht in einer Jugendabteilung das Feuerwehr-Einmaleins gelernt haben. „Wichtig ist, dass die Leute wissen, bei uns passiert was und dass sie bei Interesse jederzeit in den Reihen der Feuerwehr willkommen sind.“

Durchschnittlich rücken die Klausdorfer Kameraden zu 20 bis 30 Einsätzen pro Jahr aus. Überwiegend nach Feierabend, nachts und an den Wochenenden bekämpfen sie Brände und leisten technische Hilfe nach Autounfällen. „Tagsüber sieht es in der Woche mit der Einsatzbereitschaft schlecht aus“, weiß Beyer. Das sei nicht nur in Klausdorf, sondern in allen Ortsteilen der Gemeinde ein Problem. Viele Kameraden arbeiten außerhalb und nicht wie Beyer als bei der Gemeinde angestellter Sporthallenwart im Nachbardorf Mellensee. „Wenn da in Mellensee die Sirene geht, dann fahre ich dort bei den Kameraden mit raus zum Einsatz.“

Vereinsmitglieder unterstützen aktive Kameraden nach Kräften

Ohne diese aus der personellen Not heraus geborene Nachbarschaftshilfe geht es bei der Feuerwehr schon lange nicht mehr. Das weiß auch Frank Beyers Vorgänger Detlef Sembritzki. Er ist Vorsitzender des im Juli 1990 gegründeten Vereins „Freiwillige Feuerwehr Klausdorf am Mühlenberg 1926“. Die 106 Vereinsmitglieder unterstützen die aktiven Kameraden nach Kräften. Beispielsweise beim Kauf eines Rasenmähers oder der Ausstattung des von den Feuerwehrleuten Mitte der 1980er Jahre selbst angebauten Schulungsraumes mit einer Küche, Technik, Stühlen und Tischen. „Wenn wir hier alles raus räumen würden, was mit Hilfe des Feuerwehrvereins angeschafft wurde, dann wäre der Raum leer“, sagt Sembritzki. Demnächst wolle man die alten Stühle neu beziehen. „Der Stoff kostet uns 300 Euro. Neue Stühle wären viel teurer.“

Einige technisch versierte Vereinsmitglieder kümmern sich darum, die alte Feuerwehrtechnik zu erhalten. Die historische Handdruckspritze wurde schon saniert. Sie wird Samstag genau wie das mit neun Plätzen und einem 600-Liter-Wasserank ausgestatteten Löschfahrzeug im Festumzug gezeigt.

Von Frank Pechhold

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