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Klein Kienitz bleibt vorerst dunkel

Havarie kann nicht behoben werden Klein Kienitz bleibt vorerst dunkel

Im November sind in Klein Kienitz die Straßenlaternen ausgefallen, seither tappen alle im Dustern. Die Einwohner, weil sie spätestens am Nachmittag nichts mehr sehen, und die Verwaltung, weil bisher niemand sagen kann, wie groß der Schaden an der Beleuchtungsanlage ist. Denn für ein Gutachten fehlt das Geld.

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Bürgermeister Klaus Rocher in einer emotionsgeladenen Einwohnerversammlung in der Kirche Klein Kienitz.

Quelle: Andrea von Fournier

Klein Kienitz. Es war vorausschauend von Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP), zur Einwohnerversammlung wegen der ausgefallenen Straßenbeleuchtung in die Kirche von Klein Kienitz zu laden. Denn der Bürgertreff, wo solche Veranstaltungen normalerweise stattfinden, hätte nur Platz für etwa 20 Besucher geboten. Gekommen waren aber mehr als 40, das ist fast ein Drittel der Einwohnerschaft. Wenn in einem Dorf das Licht ausgeht, dann erregt das die Gemüter.

Erwartungsgemäß verlief die Versammlung emotionsgeladen. Bereits in der Einführung wurde der Bürgermeister unterbrochen, als er die Fakten darlegen wollte. Es erwies sich als kompliziert, den Einwohnern, die ihr dunkles Dorf als Zumutung empfinden, klar zu machen, dass Straßenbeleuchtung eine freiwillige Aufgabe der Kommune ist. Während Rocher mit Kommunalgesetz und persönlicher Haftung argumentierte, trieben die Einwohner Gedanken an schnelle und für sie möglichst kostenfreie Problemlösung um. Beides scheint man kaum in Einklang bringen zu können.

Die Straßenbeleuchtung, war bereits im November ausgefallen. Der Elektriker der Gemeinde konnte sie nicht wieder in Gang bringen. Eine im Ort beschäftigte Firma warf einen zweiten Fachblick auf die Anlage und riet dringend davon ab, den Strom wieder einzuschalten. Bei einer kurzen Besichtigung hatten die Fachleute mehrere Mängel festgestellt, der gesamte Umfang des Schadens blieb allerdings unklar. Da es kein Gutachten und derzeit auch kein Geld für ein solches im Rangsdorfer Haushalt gibt, kann niemand seriös abschätzen, ob Reparatur oder Neuanlage der Beleuchtung die Lösung des Problems sind. Einwohner oberhalb der Kienitzer Dorfstraße, in der der Defekt festgestellt wurde, sähen ihre Straßenlampen gern wieder am Netz. „Man ist ja froh, wenn ein Auto kommt und Straße und Gehweg einen Moment erleuchtet“, sagte eine Frau. „In der Siedlung sind die Laternen doch wahrscheinlich in Ordnung, warum müssen wir auch im Dunkeln tappen“, fragte ein anderer Anlieger. Rocher erklärte, dass es nur einen Schaltkasten nahe der Kirche gebe und erläuterte Vorschläge, die die Gemeindevertreter tags zuvor zur Verbesserung der Situation gemacht hatten. Eine punktuelle Beleuchtung durch „Abzapfen“ des Stroms in Privathaushalten ist technisch wie rechtlich nicht so einfach. Eine Notbeleuchtung, für die die Gemeindevertreter 10 000 Euro bewilligt haben, will die Verwaltung in der ersten Januarhälfte installieren lassen. „Ich klemme mich gleich am 4. Januar ans Telefon“, versprach Bauamtsleiterin Simone Götsche.

Auch sie erinnerte wie ihr Chef mehrfach an die fehlenden Mittel für ein Gutachten, ohne das ein weiteres Vorgehen wenig sinnvoll sei. Da es keinen Haushalt 2016 gibt und die Beleuchtung keine Pflichtaufgabe ist, könne momentan nur die Notbeleuchtung zugesagt werden.

Die vielen Diskussionen um technische und rechtliche Fragen zeigten, dass die Kienitzer an der finanziell günstigsten Lösung interessiert sind. Sobald der Haushalt steht, soll ein Gutachten erstellt werden. Anschließend sollen die Gemeindevertreter über Reparatur oder Neuanlage entscheiden. Letzteres wäre mit Anliegerbeiträgen verbunden.

Von Andrea von Fournier

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