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Teltow-Fläming Kleine Wellen für gutes Wasser im Rohrteich
Lokales Teltow-Fläming Kleine Wellen für gutes Wasser im Rohrteich
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00:19 04.08.2017
Uwe Adler ist zufrieden: Dank einer solarbetriebenen Pumpe plätschert es im Jüterboger Rohrteich wieder. Quelle: Isabelle Richter
Jüterbog

Uwe Adler ist froh über den derzeitigen Zustand des Rohrteichs. Der Vorsitzende des Anglerortsvereins Jüterbog sagt: „Ich habe große Hoffnung, dass wir in drei Jahren wieder ein ordentliches Gewässer in Jüterbog haben.“ Denn in dem 1,5 Hektar großen Teich herrscht endlich wieder Bewegung. Eine solarbetriebene Pumpe des Kreisanglerverbandes Luckenwalde wurde als Pilotprojekt dort eingesetzt und zeigt bisher aus Sicht der Angler eine vielversprechende Wirkung.

Hintergrund

Der Luckenwalder Kreisanglerverband ist einer von 40 Kreis- und Städteverbänden des Landesanglerverbandes Brandenburg.

Mehr als 1300 Angler sind im Kreis Luckenwalde in 25 Vereinen organisiert. Zum Vorstand des KAV Luckenwalde zählen vier ehrenamtliche Mitglieder.

Mehr als 25 Gewässer zählen zum Betreuungsgebiet. Darunter die Jüterboger Gewässer Rohrteich, Blanker Teich, Karpfenteich, Kappanteich und Ziegeleiteich.

Der Rohrteich wird vom Anglerortsverein Jüterbog betreut. Die Mitglieder führen jedes Jahr gemeinsame Veranstaltungen wie das Paarangeln durch.

Vor rund zwei Jahren sah es an gleicher Stelle noch ganz anders aus. Der Angelortsverein musste besorgt mit ansehen, wie unzählige Fische hier ihr Leben ließen. „Hechte, Aale, Karpfen und Barsche sind hier verendet“, berichtet Uwe Adler. Grund dafür war die sogenannte Blutregenalge – eine eigentlich ungiftige Grünalgenart, die sich durch den hohen Nährstoffgehalt in den letzten Jahren massenhaft vermehrte. Aufgrund der fehlenden Bewegung im Rohrteich war die Süßwasseralge starker UV-Strahlung ausgesetzt. Eine Stresssituation für die Pflanze, die aus Schutz vor ungünstigen Umweltbedingungen eine Antioxidans und sich rot färbt. Die Folge im Rohrteich: Die Algen ließen den Sauerstoff knapp werden und es bildete sich Schwefelwasserstoff. Im August 2015 erreichte der schlechte Zustand dann seinen Höhepunkt. Der Gewässerwart hatte zu diesem Zeitpunkt null Prozent Sauerstoff im Rohrteich gemessen. Das Todesurteil für sämtliche Fische und ein herber Schlag für die Angelfreunde.

Vernichtendes Urteil

Auch das Urteil vom Umweltamt des Kreises fiel damals eher vernichtend aus. „Da hilft nur: Stöpsel ziehen und ausbaggern“, erklärte Uwe Strahl damals. Um die Wasserqualität zu verbessern, wäre demnach eine Entschlammung mit anschließender Umwälzung sowie zusätzlicher Belüftung des Teichwassers nötig gewesen. Ein Verfahren, dass vor allem eins ist – ziemlich teuer. Mit der wesentlich günstigeren Pumpe und ein wenig Geduld lässt sich eine Verbesserung nun ebenfalls erzielen. Uwe Adler erklärt das Prinzip: Durch die Pumpe wird ein Wasserumlauf erzielt. So entsteht eine kleine Wellenbewegung und die Pflanzen bekommen nicht mehr so viel Licht.“ Die Umwälzung des Wassers und die dadurch geringere Vermehrung der Blutregenalgen schafft nun „mehr Rückzugsorte“ mit Sauerstoff für die Fische, erklärt der Vorsitzende des Anglerortsvereins.

Erfolg wird nun deutlich

Nun im zweiten Jahr ist der Erfolg deutlich sichtbar. „Im Moment ist die Blutregenalge nicht da“, sagt Uwe Adler. Um die Pumpe herum ist der Teich sogar völlig frei von Algen. Die verbesserten Wasserverhältnisse im Rohrteich führen dazu, dass die Angler sich mit Vorsicht inzwischen sogar wieder trauen, neue Fische in den Rohrteich zu setzen. Momentan läge der Sauerstoffgehalt bei 6 bis 7 Milligramm pro Kubikmeter, berichtet Uwe Adler weiter.

Trotzdem, ohne regelmäßiges Sauberhalten geht es auch hier nicht. Deshalb versucht der Anglerverein mit sogenannten Hegeeinsätzen regelmäßig das Umfeld des Teichs in Stand zu halten. Unterstützung erhalten sie dabei vom Wasser- und Bodenverband. Neben dem Entfernen von Kraut und Schilf können auch Besucher des Rohrteichs mithelfen. Uwe Adler schätzt die Gutmütigkeit der Teichgäste, bittet aber sich „ihre Liebe besser für den Winter aufzuheben“. Denn jeder zusätzliche Brotkrümel im Sommer, erhöht die Chance, dass sich der Nährstoffgehalt erhöht und die Algen sich wieder vermehren.

Von Isabelle Richter

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