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Teltow-Fläming Kleiner Prinz ganz groß
Lokales Teltow-Fläming Kleiner Prinz ganz groß
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00:17 21.04.2017
Detlef Schlüpen gibt einen sehr nachdenklichen Flieger
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Rangsdorf

„Wir sind leider ausverkauft“, mit einem weinenden und einem lachenden Auge musste Detlef Schlüpen, Vorsitzender des Rangsdorfer Kulturvereins, am Samstagabend Besucher nach Hause schicken, die erst kurz vor Vorstellungsbeginn in die Kulturscheune kamen.

Die kürzlich gegründete „Theatergruppe Scheunentheater“ präsentierte sich mit dem Premierenstück „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint Exupéry in einer Theaterfassung von Ulrike und Hans Münch, die beide auch Regie führten. „Es war einmal ein kleiner Prinz, der lebte auf einem Planeten, der kaum größer war als er selbst, und suchte einen Freund“, beginnt in der Rolle des Erzählers Dieter Rehwinkel. Die Bühne ist dunkel und zu hören ist ein Flugzeug, dessen Motor plötzlich zu stottern beginnt. Dann erscheint am Bühnenrand im Lichtkegel ein notgelandeter Flieger, den Detlef Schlüpen überzeugend spielt. Fernab jeder Hilfe versucht er den Motor zu reparieren, als der Kleine Prinz die Bühne betritt. In naiver Kindlichkeit und mit charmantem Lächeln gibt Leon Giese den Kleinen Prinzen, den man vom ersten Moment an in sein Herz schließt. Der Kleine Prinz hat seinen Planeten verlassen, weil ihm das Zusammenleben mit seiner Blume (Kimberley Nelson ist die schöne verwöhnte Rose) zu anstrengend geworden ist.

Leon Giese als der kleine Prinz trifft den weisen König (Peter Hussock). Quelle: Gudrun Ott

Auf seiner Reise lernt der Kleine Prinz auf mehreren Planeten die unterschiedlichsten Charaktere kennen. Ob Herbert Friedmann als nüchterner Geograf, Peter Hussock als weiser König oder Dirk Lüdtke alias Eitler, alle Darsteller beweisen ausnahmslos ein für Laien großes schauspielerisches Talent. Sie verfügen über Bühnenpräsenz und agieren mit enormer Spielfreude. Sofie Kölling als sehr irdische Pillenverkäuferin versuchte den Kleinen Prinzen in die Welt der Drogen zu ziehen. „Komm, wir gehen zusammen den Bach runter“, lockt sie und erhält für ihr eindrucksvolles Spiel Szenenapplaus. Henning Krüger scheint die Rolle des Fuchses nahezu auf den Leib geschrieben. „Die Menschen ziehen Hühner auf, das ist das einzig Gute an ihnen“, weiß er und gibt dem Kleinen Prinzen noch die Sätze mit auf den Weg: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, und „Man ist verantwortlich für das, was man sich vertraut gemacht hat.“ Die verführerische Schlange (Franka-Loraine Hetscher) schließlich vollendet, was auch Saint Exupéry in seinem Buch am Ende den Kleinen Prinzen sagen lässt: „Ich kann diesen Leib da nicht mitnehmen. Er ist zu schwer.“

Bravorufe und viel Applaus

Mit Bravorufen und vielen Vorhängen wurde der Theaterabend gefeiert. Im Publikum saß der 14 Jahre alte Niclas Piontkowski, der sehr stolz auf seine mitspielenden Eltern, Dagmar Piontkowsky (Säuferin) und Andreas Schnabel (Laternenanzünder) war. Die Berlinerin Evelyn Köhler bedauerte, dass für den „Kleinen Prinzen“ nur sechs Vorstellungen geplant sind. Das Stück mit seinem genial einfachen Bühnenbild, es besteht aus Vorhängen, die für die einzelnen Szenen aufgeklappt werden, könne ohne Probleme auch auf anderen Bühnen gezeigt werden, meinte sie und verwies auf Luckenwalde und Thyrow. Das Lichtkonzept mit insgesamt 50 Lichtstimmungen stammt von Profi Michael Sträter, am computergesteuerten Pult saß Peter Witt. Der 19-Jährige umarmte den Kleinen Prinzen nach der Vorstellung. „Leon und ich, wir haben zusammen hier das Abi gemacht“, sagte er stolz.

Die nächsten Vorstellungen finden im Rangsdorfer Scheunentheater am 21. und 22. April jeweils um 19 Uhr und am 23. April um 17 Uhr statt.

Von Gudrun Ott

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