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Teltow-Fläming Kleingärten bei Familien beliebt wie nie
Lokales Teltow-Fläming Kleingärten bei Familien beliebt wie nie
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11:25 30.06.2016
Der Dornröschenschlaf der Kleingärten ist vorbei, seit einigen Jahren entdecken immer mehr junge Familien das kleine Glück hinterm Gartenzaun für sich. Quelle: Christel Köster
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Dahmeland-Fläming

Kleingärtnern, das hatte lange Zeit einen eher spießigen Ruf und mancher Verein in der Region wusste oft nicht, wie er seine frei werdenden Parzellen wieder verpachtet bekommen sollte. Das sind vergangene Zeiten. Seit einigen Jahren ist die eigene kleine Scholle auch wieder Sehnsuchtsort junger Leute, vor allem von Familien. Und davon profitieren nicht nur die Kleingartenvereine im Berliner Speckgürtel.

Nicht nur Speckgürtel profitiert

„Zurzeit haben wir vielleicht eine Handvoll freier Parzellen, aber die können auch schnell wieder weg sein“, sagt Werner Fränkler, der Vorsitzende des Luckenwalder Kreisverbands der Gartenfreunde. 27 Anlagen mit insgesamt 1360 Gärten zwischen Jüterbog und Siethen sind in dem Verband organisiert. „In den vergangenen zwei bis drei Jahren haben wir auch wieder stärkeren Zulauf von jungen Leuten und Familien“, berichtet Fränkler. „Für uns ist es eine besondere Freude, dass es wieder Kinder in den Gartenanlagen gibt.“ Manch einer der Alteingesessenen müsse sich zwar erst wieder gewöhnen an spielende Kinder, Planschbecken und Hüpfburg, aber der Verband habe schließlich lange genug versucht, neues Leben in die Gärten zu holen.

Projekte mit Schulen scheiterten an Lehrern

„Wir hatten eine Zeit lang zwei Projekte mit verschiedenen Schulen am Laufen, hatten Lauben mit Gartengeräten und allem zur Verfügung gestellt“, erzählt Werner Fränkler. „Aber das ist bei den Lehrern auf kein großes Interesse gestoßen.“ Dabei würden sich Kinder riesig freuen, Erdbeeren wachsen zu sehen oder einen Regenwurm in der Erde zu finden. Inzwischen kommen die Kleinen also wieder von allein.

Verein in Luckenwalde nimmt auch Zuwanderer auf

Und nicht nur die: „Unser Verband ist selbstverständlich multikulti“, sagt Werner Fränkler. Nach der Wende seien die ersten russischen Spätaussiedler gekommen, später Türken und Kroaten und inzwischen hätten die ersten Syrer angefragt. Auch ein Projekt für Flüchtlinge sei in Planung: „Als Verein haben wir schließlich eine gesellschaftliche Verantwortung“, so Fränkler. Natürlich gebe es unterschiedliche Mentalitäten, aber der Friede unter den Kleingärtnern sei dadurch nicht in Gefahr.

Laubenpieper im Altkreis Königs Wusterhausen vor allem aus Berlin

Die Frage könnte man auch im Altkreis Königs Wusterhausen stellen, dort treffen vor allem Alteingesessene und junge Berliner am Gartenzaun aufeinander. Bis zu 80 Prozent der Laubenpieper dort dürften Hauptstädter sein, schätzt Wolfgang Krüger, der Geschäftsführer des Kreisverbands der Garten- und Siedlerfreunde Dahme-Spreewald.

Wieder Kinderfeste möglich

„Aber Konflikte gibt es deshalb nicht“, sagt Krüger. „Das war zu DDR-Zeiten, als Berlin bevorzugt wurde, da gab es solche Diskussionen. Aber heutzutage spielt das keine Rolle mehr.“ Schließlich hätten die jungen Leute und Familien aus der Hauptstadt dem Verband das Leben gerettet: „Mittlerweile können wir wieder über Kinderfeste nachdenken!“ Noch überwiege zwar die Generation 60 plus, aber die Jungen holten bereits auf.

Krise vor zehn Jahren

Vor zehn Jahren steckte der Verband mit seinen etwa 3000 Parzellen in der Krise. „Damals haben wir festgestellt, dass viele junge Leute gerne einen Garten hätten, sich das aber nicht leisten können“, berichtet Wolfgang Krüger. „Also haben wir als Verein angefangen, den Jungen die Übernahme von Laube, Möbeln und Geräten zu finanzieren.“ Offensichtlich mit Erfolg: „Wir haben kaum freie Gärten und inzwischen sind sogar unsere Gärten in Halbe und Märkisch Buchholz sehr beliebt“, so Krüger. Denn normalerweise gelte: je näher am Wohnort, desto bester.

30 Kinder in Vereinen rund um Zossen

Auch am Kreisverband der Gartenfreunde Zossen ist der Boom nicht vorbeigegangen. „Mittlerweile sind bei uns 30 Kinder in den Vereinen und darum haben wir uns auch aktiv bemüht“, sagt Ulrich Schulz, der die Geschäftsstelle leitet. Spielplätze, Nistkästen, Drachenbauen – die meisten der 33 Vereine lassen sich einiges einfallen. Etwa 1750 Gärten betreut der Verband in Ludwigsfelde, Dabendorf und Zossen, Nächst Neuendorf, Am Mellensee und Siethen. „Anfangs waren die Jungen eher auf Erholungsgärten aus, aber die kosten halt das Zwanzigfache an Pacht“, so Schulz. „Da nehmen sie lieber ein paar Regeln in Kauf.“

Von Martin Küper

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