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Kleists „Kohlhaas“ vor historischer Kulisse

Jüterbog Kleists „Kohlhaas“ vor historischer Kulisse

Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ wird im kommenden Jahr in Jüterbog aufgeführt. Das Theater ’89 hat sich des Stoffes angenommen und will es zum Luther-Jubiläum als Freiluft-Theater mit Laien-Darstellern aufführen. Jüterbog ist mit der Novelle besonders verbunden.

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Hans-Joachim Frank (2.v.r.) erläutert seine Visionen.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Nicht nur der Ablassprediger Johann Tetzel gehört zu den historischen Figuren, die Jüterbog mit der Weltgeschichte verknüpfen, sondern auch der Rosshändler Hans Kohlhase, dessen Lebens- und Leidensweg vor 500 Jahren durch Jüterbog führte. Beides miteinander zu verknüpfen ist ein Projekt, das man sich beim Theater ’89 vorgenommen hat. Am Reformationstag im Jubiläumsjahr des Lutherischen Thesenanschlags und bereits einen Tag zuvor soll Heinrich von Kleist Novelle „Michael Kohlhaas“ in Jüterbog als mehrstündige Open-Air-Aufführung zu erleben sein.

Uraufführung erstmals vor 16 Jahren

Auftraggeber der Neuinszenierung ist die Stadt, wo man noch lebhaft die vor 16 Jahren erfolgte Uraufführung des Stücks in Erinnerung hat. Auch damals war Theaterleiter und Regisseur Hans-Joachim Frank dem in vielen seiner Stücke verwirklichten Prinzip gefolgt, Laiendarsteller und Profi-Schauspieler gemeinsam agieren zu lassen.

Das Gros der Kohlhaas-Darsteller stellte damals das Jüterboger Theater der Werktätigen. Seit Jahresbeginn arbeitet Frank an der Neukonzeption der Geschichte. „Damals haben wir uns ausschließlich an die Stückfassung von Adolf Dresen gehalten. Diesmal kommt der viel kraftvollere Originaltext von Kleist zum Zuge, der viel stärker ist“, blickt der Theatermann voraus.

50 Darsteller aus der ganzen Region

Zeitgleich mit der Suche nach Darstellern begannen bereits im Sommer die ersten Lese- und Szene-Proben. Froh ist der Regisseur, mit dem Jüterboger Heinrich Claasen als Kohlhaas und Pfarrer Bernhard Gutsche in der Luther-Rolle, erneut Menschen aus der Region als wichtige Protagonisten gewonnen zu haben. Weitere der etwa 50 Darsteller und Akteure kommen aus Langenlipsdorf, Lichterfelde, Oehna, Altes Lager und Wiepersdorf. Der Chor der evangelischen Kirchgemeinde Jüterbog und die Feuerkünstler des Niedergörsdorfer Mietar-Vereins haben ebenfalls bereits zugesagt.

Wahre Begebenheit

Grundlage des Werks von Heinrich von Kleist ist das Schicksal des brandenburgischen Kaufmanns Hans Kohlhase.


Nach erlittenem Unrecht erklärte dieser 1534 den Herrschenden den Krieg und wurde 1540 in Berlin öffentlich durch Rädern hingerichtet.


Kleists Schilderung der Ereignisse sind teilweise fiktiv, da ihm der Zugang zu den Untersuchungsakten aus dem Jahr 1539 fehlte.

Am Mittwoch machte sich Hans-Joachim Frank mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung auf den Weg, um an den insgesamt vier Schauplätzen seine Vorstellungen zu erläutern. Geklärt werden muss rechtzeitig, wo Stromanschlüsse fehlen, Bühnen aufgebaut und Verkehrssperrungen erfolgen können. Zinnaer Tor, Mönchenkirchplatz, Nikolaikirche, Marktplatz und die Wege dorthin werden zwei Tage lang zur authentischen Kulisse.

Zwischen 500 und 1000 Zuschauer werden für die Vorstellungen am 30. und 31. Oktober 2017 erwartet. Sie sollen zugleich Teil des Geschehens werden.

Von Uwe Klemens

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