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Klezmermusik im Gemeindehaus Blankenfelde

Blankenfelde Klezmermusik im Gemeindehaus Blankenfelde

Seit drei Jahren touren die Musiker der Band „Heart of Galilee“ quer durch Europa – mit Pausen allerdings, denn alle vier haben Vollzeitjobs in ihrer israelischen Heimat. Neben liturgischen Stücken spielt die Gruppe vor allem Klassiker der Klezmermusik, einem Erbe der osteuropäischen Juden. Am Sonnabend traten die vier im evangelischen Gemeindezentrum in Blankenfelde auf.

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Die Klezmertruppe „Heart of Galilee“ aus Israel.

Quelle: Krischan Orth

Blankenfelde. „Für mich gibt es zwei Bosse“, sagt Musiker Ilan Gorny und zeigt erst nach oben und dann zur Seite. Neben ihm steht seine Frau Lori Lowenhar. Zusammen mit ihrer Klezmertruppe „Heart of Galilee“ machten die zwei Musiker auf Weltreise am Sonnabend Station im evangelischen Gemeindezentrum in Blankenfelde.

Das Programm von „Heart of Galilee“ ist eine Mischung aus liturgischen Stücken und Klezmermusik, einem Erbe der osteuropäischen Juden. Charakteristisch an der Klezmermusik ist vor allem die Klarinette, die mal trauernd, mal fröhlich aufspielt. Die gebürtige US-Amerikanerin Lori Lowenhar spielt das vielseitige Instrument. Sie studierte Musikpädagogik an der Universität Cedarville und emigrierte vor 18 Jahren nach Israel. Dort lernte hat sie ihren Ehemann – und Band-Schlagzeuger – Ilan Gorny aus Haifa kennen. „Wir wohnen neben einem Beduinendorf“, erzählt die Musikerin.

Klassiker der Klezmermusik

Im Konzert kommen zum Beispiel Klassiker aus dem Musical „Fiddler on the Roof“ zu Gehör, genau wie liturgische, instrumentale Stücke. Das Besondere an dieser Musik: Es sind Stücke aus dem messianischen Judentum, dem auch das Quartett angehört. Alexander Fishman erklärt: „Im traditionellen Judentum wartet man noch auf die Ankunft eines Messias.“ Die messianischen Juden sehen aber auch Jesus als Heilsbringer an.

Als „Christen“ würden sie sich deswegen aber nicht bezeichnen. Sie pflegen weiterhin das jüdische Brauchtum. Viele messianische Juden seien von außen nicht von den orthodoxen Gläubigen zu unterscheiden, auch sie pflegen traditionelle Kleidung und die Einhaltung der Feste und des Sabbats, erklärt Fishman. Die Musiker haben einen Anhänger bei sich, der das Selbstverständnis der messianischen Juden symbolisiert: Aus der Mitte des eucharistischen Fisches des Urchristentums blickt der Davidstern.

31 Gemeindemitglieder reisen nach Israel

Mit dem Gitarristen Michael Bogdanov ist vor einem Jahr eine neue Stimme hinzugekommen. Fortan spielt die Truppe mehr Lieder mit Gesang. Die letzten drei Jahre sind sie, mit Pausen, durch Europa getourt. Sie arbeiten Vollzeit in Israel und bestreiten ihre Reisen aus eigenen Mitteln.

Derweil machen sich 31 Gemeindemitglieder aus Blankenfelde auf den Weg nach Isreal, gemeinsam mit Pfarrer Steffen Wegener. Edith Köllner freut sich besonders auf die Reise. Köllners Ehemann war 1964 einer der ersten Deutschen, die in Israel arbeiteten. In dem Ort Tiw`on half er, eine Behinderteneinrichtung aufzubauen. Dabei war anfangs gar nicht klar, ob die Deutschen überhaupt das Schiff verlassen dürften. Die spätere israelische Ministerpräsidentin Golda Meir habe sich damals persönlich für das Projekt eingesetzt, erzählt Edith Köllner. Die diesjährige Reise führt auch an Tiw`on vorbei.

Von Krischan Orth

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