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Kliniklandschaft im Umbruch

Dahmeland-Fläming Kliniklandschaft im Umbruch

Die Zahl der zur Verfügung stehenden Krankenhausbetten in der Region Dahmeland-Fläming ist seit Jahren stabil. Die Anforderungen an die Krankenhäuser aber ändern sich. Das schlägt sich in den Patientenzahlen nieder – und an den Spezialisierungen.

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Patientenzimmer in Luckenwalde: Die Zahl der Krankenhausbetten in der Region ist stabil.

Quelle: Margrit Hahn

Dahmeland-Fläming, Luckau und Luckenwalde: Bedarf an Geriatrie ist hoch. Die Kliniklandschaft befindet sich bundesweit in einem Umbruch, für den es mehrere Gründe gibt: Die Zahl der Deutschen sinkt, sie werden älter und der Kostendruck und effektivere medizinische Behandlungsmethoden senken die Verweildauer von Patienten. Im Zuge dessen verringerte sich innerhalb der vergangenen 20 Jahre die Zahl der Krankenhausbetten deutschlandweit um rund 18 Prozent. Auch an der Region Dahmeland-Fläming sind diese Veränderungen nicht vorbeigegangen. Mitte der 1990er Jahre gab es in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald neun Krankenhäuser mit knapp 2000 Betten. Heute sind es acht Kliniken mit 1848 Betten.

Klinik-Schließungen in Zossen und Jüterbog

Das in dieser Form bestehende Angebot ist auf dem Papier seit Jahren stabil. Von einem Kliniksterben zu sprechen, wäre deshalb wohl etwas hochgegriffen, wobei die Entwicklung in Teltow-Fläming in den 1990er Jahren solche Ausmaße annahm. Mit dem Verschwinden der Krankenhäuser in Zossen und in Jüterbog halbierte sich die Zahl der Kliniken, die Zahl der verfügbaren Betten sank immerhin um ein Drittel. In Dahme-Spreewald nahmen sich die Veränderungen nicht ganz so rigide aus. Bestehende Häuser wurden lediglich verschlankt. „Man hat die Kapazität auf ein akzeptables Maß reduziert, weil man einfach nicht mehr so viele Betten wie früher brauchte“, sagt die Sprecherin der Dahme-Spreewald-Kliniken, Ragnhild Münch.

Das Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen

Das Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Dadurch existieren in Dahme-Spreewald bis heute die drei Akutkrankenhäuser: das Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen, die Spreewald-Klinik in Lübben und das Evangelische Krankenhaus in Luckau. Zudem gibt es noch eine Reihe von Facheinrichtungen: die psychiatrischen Fachkliniken in Teupitz und Lübben, die psychosomatische Fachklinik in Motzen und die Rehaklinik in Lübben, die sich auf Orthopädie und Onkologie spezialisiert hat.

Deutschlandweit ein Minus von 15 Prozent bei den Krankenhäusern

Deutschlandweit schlossen in den vergangenen 20 Jahren 345 Häuser, das entspricht einem Minus von 15 Prozent. In den verbliebenen 1980 Kliniken wird der größte Anteil der Betten von der Inneren Medizin beansprucht, gefolgt von der Chirurgie. An dritter Stelle folgen dann die Fachabteilungen Psychiatrie und Psychotherapie.

Die Gewichtungen haben sich in den vergangenen Jahren verschoben: Während in der Chirurgie seit 2010 etwa 4000 Betten abgebaut wurden, steigerte sich das Bettenangebot in der Geriatrie (Altenheilkunde) um 3200 und im Zuge dessen auch in der Neurologie um 2500. Auch in den psychiatrischen Fachabteilungen zusammen wurde das Bettenangebot deutlich aufgestockt, um rund 6700 Betten.

Achenbach-Krankenhaus: 40 000 Patienten in der Ambulanz

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der hiesigen Krankenhauslandschaft wider. Das Königs Wusterhausener Achenbach-Klinikum etwa, das den Norden von Dahme-Spreewald bedient und als Akutkrankenhaus einen großen Anteil an innerer Medizin und chirurgischen Abteilungen bietet, hat die Zahl seiner Patienten in den vergangenen Jahren drastisch erhöht. Inzwischen werden dort nach eigenen Angaben jedes Jahr rund 12 000 Patienten stationär und bis zu 40 000 Patienten ambulant behandelt – vor allem in der Notaufnahme.

Diese Quote liegt erheblich über den Zahlen der anderen Häuser und begründet sich in der relativ dichten Besiedelung, den nahegelegenen Autobahnen und der Nähe zu Berlin. Aber auch die medizintechnische Entwicklung der jüngeren Vergangenheit schlage sich in den Zahlen nieder, sagt Sprecherin Ragnhild Münch: „Früher verbrachte man im Schnitt acht bis zehn Tage im Krankenhaus, das gibt es heute nur noch im Ausnahmefall.“ Grund seien vor allem die minimalinvasiven Operationstechniken. „Die Eingriffe sind kleiner, die Fitness lässt sich viel schneller wieder herstellen. Selbst bei Hüftoperationen fängt man oft noch am gleichen Tag mit der Wiederherstellung an.“ Dadurch sei ein deutlich höherer Durchfluss an Patienten möglich.

 

Im ländlichen Raum dagegen liegt der Fokus weniger auf der schnellen Abfertigung von Notfallpatienten, als auf altersbedingten Erkrankungen. Das Evangelische Krankenhaus in Luckau etwa nimmt sich gegenüber dem Klinikum in Königs Wusterhausen mit jährlich 6000 ambulant behandelten Patienten klein aus. Anders als im Speckgürtel betreibt man dort aber eine Abteilung für Geriatrie, die stark gefordert ist. Luckau ist unter anderem medizinische Anlaufstelle für die großen Seniorenheime in Dahme.

Auch im DRK-Krankenhaus in Luckenwalde hat der Bedarf nach geriatrischer Expertise in den vergangenen Jahren zugenommen – und zwar so stark, dass dort eine eigene geriatrische Station eingerichtet und in den Landeskrankenhausplan aufgenommen wurde. Auch in anderen Bereichen hat das Krankenhaus zugelegt. Während vor zehn Jahren noch jeweils rund 9500 Patienten im Jahr ambulant und stationär behandelt wurden, sind es heute rund 11 000. Dennoch könne man nicht jeden Bedarf in der Luckenwalder Region komplett abdecken, sagt der technische Leiter des Krankenhauses, Enrico Ukrow. Unterversorgt sei etwa noch der Bereich Onkologie. Eine geriatrische Tagesklinik könne die Region ebenfalls gut gebrauchen. „Leider sehen das die Kassen und die Kassenärztliche Vereinigung durchaus anders.“

Von Oliver Fischer

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