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Klostersanierung steht nicht in Frage

Schule oder Museum Klostersanierung steht nicht in Frage

Die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung Jüterbog haben sich in einer gemeinsamen Erklärung für die Sanierung und den Umbau des Museums Kloster Zinna ausgesprochen. Wegen der schwierigen Finanzlage der Stadt hatte Bürgermeister Arne Raue (parteilos) das Vorhaben zur Diskussion gestellt.

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Das Museum zog vor 60 Jahren in das Klostergebäude. Die Schaubrennerei (l.) wird ab Herbst geschlossen sein.

Quelle: Martina Burghardt (2)

Kloster Zinna. Das Ja ist eindeutig. Alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung und auch der Ortsbeirat Kloster Zinna haben sich für den Umbau und die Sanierung des Klostermuseums ausgesprochen. Bürgermeister Arne Raue (parteilos) hatte dieses Vorhaben per E-Mail in Frage gestellt, obwohl 1,9 Millionen Euro Fördermittel bereits bewilligt sind und bereits mehr als 100 000 Euro in vorbereitende Untersuchungen geflossen sind, unter anderem aus dem Kleine-Städte-Programm. Kämmerer René Wolter erläuterte den Grund für die Zweifel: „Wir müssen uns entscheiden, ob wir Schulen und Kitas sanieren oder das Museum umbauen“, sagte er vorige Woche in der Stadtverordnetenversammlung.

Im Haushaltsentwurf, den der Kämmerer auf Anweisung des Bürgermeisters während dessen Abwesenheit nicht vorlegen darf, ist der Eigenanteil der Stadt für die Museums-Sanierung nicht eingestellt. Bund und Land werden 80 Prozent der Kosten übernehmen. Dass dieser Fördersatz sehr hoch ist, erkennt der Bürgermeister zwar an, fragt aber trotzdem, ob die Bürger der Stadt weiter dafür zahlen sollen, dass ein Kulturgut für Touristen erhalten werden soll. Er beklagt die schlechte Haushaltslage und den Investitionsstau im Straßenbau oder bei den bereits zitierten Kitas und Schulen. Eine Stadt wie Jüterbog sei nicht in der Lage, so Arne Raue, Landeskulturgüter in den Dimensionen, wie sie in Jüterbog vorkommen, zu pflegen und zu unterhalten.

Dem halten die Fraktionen die nachfolgenden Generationen und deren Bildung sowie den volkswirtschaftlichen Effekt entgegen. „15 000 Tagestouristen erbringen rund 930 000 Euro Umsatz im Jahr“, heißt es in einer von allen Fraktionsvorsitzenden unterzeichneten Erklärung. „Das, was Jüterbog und Kloster Zinna ausmacht, darf nicht in Frage gestellt und aufs Spiel gesetzt werden“, sagte Gabriele Schröder (SPD), Orstvorsteherin in Kloster Zinna und Stadtverordnete. Sie will sich unter anderem im Kreistag dafür stark machen, dass Kommunen mehr bei Pflichtaufgaben, wie beispielsweise der Erfüllung der Brandschutzauflagen in öffentlichen Gebäuden, unterstützt werden. „Es ist die falsche Frage, ob wir Schulen oder Straßen wollen“, sagte Maritta Böttcher (Die Linke).

Provokation in Maßen bitte

Die Amerikaner waren ja schon einmal in Kloster Zinna und wollten dort einen großen Freizeitpark eröffnen. Schade, dass es nicht geklappt hat. Da könnte man wenigstens Achterbahn fahren und müsste nicht über Geschichte nachdenken wie im ollen Kloster. Sollen es doch die Amis abbauen und zu sich holen... Keine Sorge, nur ein Scherz, Entschuldigung. Aber was soll einem dazu einfallen, wenn das Jüterboger Mönchenkloster, die Stadtmauer, die Wehrtürme und das Kloster Zinna als „Zumutung für den Steuerzahler“ bezeichnet werden? Sollte das eine Provokation sein, ist der Bürgermeister wohl über das Ziel hinausgeschossen. Natürlich muss es erlaubt sein, solche Fragen zu stellen, zu provozieren, zu diskutieren. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die Jüterboger stolz auf ihre „ollen“ Gemäuer sind. Ohne die privaten Denkmalschützer wären Jüterbog und Kloster Zinna nicht das, was sie heute sind. Sie haben für den Erhalt historischer Substanz gesorgt, weil Eigentum verpflichtet. Dem kann sich auch die Stadt nicht entziehen. – Martina Burghardt

Die gründliche Sanierung der Abtei, in der vor 60 Jahren das Museum eingerichtet wurde und die nach 40 Jahren einer Rundumerneuerung bedarf, ist für die Jahre 2016 bis 2018 vorgesehen. Parallel dazu wird die Ausstellung modernisiert.

Die für September angekündigte Schließung der Schaubrennerei kommt ungünstig und beschäftigt derzeit vor allem den Förderverein und den Ortsbeirat von Kloster Zinna. Sie wollen retten, was zu retten ist.

Von Martina Burghardt

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