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Kluge Ampeln und leiser Asphalt

Ideen für B96-Kreuzung Kluge Ampeln und leiser Asphalt

Staustelle und Lärmhölle – die Kreuzung von Kienitzer Straße und B96 ist für viele Rangsdorfer ein ständiges Ärgernis. Verkehrsplaner stellten nun Ideen vor, wie man den Verkehr flüssiger und leiser gestalten könnte. Anwohner sind skeptisch, dass sich diesmal etwas tut.

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Mehr als 20 000 Fahrzeuge passieren täglich die Kreuzung B96 und Kienitzer Straße bei Rangsdorf.

Quelle: Zielke (2)

Rangsdorf. Fast jeder, der nach Rangsdorf kommt, muss an ihr vorbei. Die Kreuzung von der Kienitzer Straße zur B96 ist Tor zur Welt und Nadelöhr zugleich. Vor allem morgens stauen sich die Autos vor der Ampel. Für die direkten Anwohner bedeutet der wichtigste Verkehrsknoten von Rangsdorf fast eine Rund-um-die-Uhr-Beschallung.

In den vergangenen 40 Jahren hat Peter Hinz erlebt, wie der Verkehr immer mehr geworden ist. Seit Jahren hoffen er und seine Nachbarn auf mehr Ruhe. „Es tut sich nichts“, sagt er resigniert. Auch die am Dienstag auf einer Anwohnerversammlung vorgestellten Ideen zur Umgestaltung der Kreuzung landen in der Schublade, fürchtet er. Dabei gibt es Möglichkeiten für mehr Ruhe. Hannes Fritz, Verkehrsplaner vom Ingenieurbüro Dr. Brenner aus Berlin, hat wochenlang den Schall gemessen, berechnet und ausgewertet. Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass die Kienitzer Straße noch zu leise für eine Lärmsanierung ist, für die man Fördermittel beim Land beantragen könnte. Erst ab 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel in der Nacht können Anwohner kommunaler Straßen einen Zuschuss für Schallschutzfenster bekommen.

Um den Anwohnern doch Erleichterung zu verschaffen, seien viele größere und kleinere Maßnahmen möglich. Den gravierendsten Effekt hätten Lärmschutzwände entlang der B96 nördlich der Kienitzer Straße. Deren Bau hatte bereits der Investor des geplanten Gewerbegebiets am Spitzberg ins Gespräch gebracht. Je nach Länge könnte diese für mehr Ruhe an der Berliner Chaussee sorgen. Echte Abhilfe würde eine zusätzliche Wand entlang der nördlichen Kienitzer Straße schaffen. Dazu müsste die jetzige Erschließungsstraße verlängert werden, damit die Wand nicht durch die Grundstückszufahrten unterbrochen wird – so könnte es fast paradiesisch ruhig werden. Einen ähnlichen Effekt könnte man auch durch Tempolimits und einen schalldämpfenden Straßenbelag erreichen. Wären nachts auf der B96 nur 50 und auf der Kienitzer Straße 30 Kilometer pro Stunde erlaubt, wäre es zwei Dezibel leiser. „Das klingt nicht viel, ist aber für die Anwohner ein deutlicher Unterschied“, sagt Hannes Fritz. Im Vergleich zu teuren Lärmschutzwänden sei diese Variante günstig zu haben – wenn auch der geplante Ausbau der Kienitzer Straße derzeit auf Eis liegt.

Doch auch dort sind kurzfristig Verbesserungen möglich für die vielen Autofahrer, die dort jeden Morgen vor der Ampel warten. Wie die Verkehrsplaner herausfanden, fehlen auf der Kienitzer Straße Induktionsschleifen, die der Ampel mitteilen, wenn sich ein Stau bildet, so dass sich die Grünphase verlängert. Mit einem Radardetektor ließe sich dieses Manko schnell und kostengünstig beheben. Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) versprach, beim Landesbetrieb Straßenwesen nachzufragen. Die ersten Ergebnisse der Verkehrsplaner sollen nun zu einer Studie verdichtet und im Frühjahr in den kommunalen Gremien diskutiert werden. Peter Hinz hofft auf konkrete Ergebnisse. Dass nur gut zwei Hand voll Anwohner zur Versammlung gekommen waren, habe ihm gezeigt, „dass wir keine Lobby haben.“

Von Christian Zielke

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