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Knast-Touren schnell ausgebucht

In einem Monat wird Berlins modernste Haftanstalt in Großbeeren eröffnet Knast-Touren schnell ausgebucht

Die Großbeerener haben keine Berührungsängste mit der benachbarten Justivollzugsanstalt. Im Gegenteil, die drei Termine für Führungen in der kurz vor der Eröffnung stehenden neuen Einrichtung „Heidering“ – Berlins modernstem Knast – waren ganz schnell ausgebucht.

GROSSBEEREN. „Das Interesse ist riesig, keine Spur mehr von Vorbehalten oder gar Ängsten“, sagt Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos). Er sei von keinem Einwohner angesprochen worden wegen eventueller Bedenken um seine Sicherheit – immerhin werden in der Berliner JVA in Großbeeren rund 650 männliche Gefangene einsitzen. „Das wird eine moderne und gut funktionierende Anstalt, ich bin mir sicher, dass die etwas ungewöhnliche Nachbarschaft gut klappt“, so der Bürgermeister, der den Bauablauf in den vergangenen Monaten vor Ort verfolgt hat.

Nach seiner Meinung gibt es „ganz, ganz viele“ Anknüpfungspunkte. „Die Projektleiterin kommt häufig auf uns zu, es finden Gespräche statt, gewiss ergeben sich Synergieeffekte“, ist sich Ahlgrimm sicher. Und auch die Pressestelle der JVA bestätigte gegenüber MAZ, verschiedene Kooperationen anzustreben. Sie sei, so informiert Ahlgrimm, beispielsweise an Kontakten mit der Gemeinde und Gewerbetreibenden interessiert. So suche sie in der Region Arbeits- und Ausbildungsplätze – für ihre drei Werkhallen auf dem JVA-Gelände. Dabei werde die Treuhandgesellschaft für das Güterverkehrszentrum aktiv, Anfragen gebe es auch in Ludwigsfelder Unternehmen.

„Durchaus überlegen wir ebenso, ob wir uns an die Essenversorgung der JVA anschließen können“, sagt Ahlgrimm. Die Schulküche wirtschaftlich zu betreiben, sei für die Gemeinde schwierig. „Da lohnt es sich doch, nachzudenken, ob nicht die JVA neben den Essensportionen für Gefangene und Bedienstete auch welche für die Schule bereitstellt – natürlich gegen Bezahlung.“

Erste Anfragen zur eventuellen Nutzung der öffentlichen Bibliothek bestätigt der Bürgermeister ebenfalls. „Die Bereitschaft, als Dienstleister aufzutreten, ist sicherlich da. Jedoch geht es hier um erste Ideen“, hält er den Ball flach. „Wir haben jetzt schon zu wenig Personal, um die Qualität und Öffnungszeiten in der Bibliothek aufrecht zu erhalten“, bei größeren Dienstleistungen müssten auch Personalkosten eine Rolle spielen.

Von Anstaltsleiterin Anke Stein hat er einen hervorragenden Eindruck. Sie setze auf volle Transparenz ihrer Einrichtung und habe großes Interesse an einer Zusammenarbeit – auch wenn man sich erst kennenlernen und die unterschiedlichen Möglichkeiten ausloten muss, bevor es konkret werden kann. Mit dem Heidering, so sagt Carl Ahlgrimm, wachse Großbeeren um einen völlig neuen Ortsteil – auch wenn dessen Insassen hinter verschlossenen Türen wohnen. (Von Elke Höhne)

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