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Knigge 2.0: Die modernen Benimmregeln

Jüterbog Knigge 2.0: Die modernen Benimmregeln

In der Wiesenschule konnten die Schüler mehr über richtiges und falsches Verhalten in den Sozialen Medien erfahren. Für viele ist es wie eine eigene Welt, in der sie sich bestens auskennen. Das dachten sie zumindest. Die Schüler waren überrascht, welche Konsequenzen und Gefahren dort lauern können.

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Chatten, Posten, Surfen – das zählt zu den Lieblingsbeschäftigungen vieler Wiesenschüler.

Quelle: Isabelle Richter

Jüterbog. Wie kann ich meine Privatsphäre schützen und wie viel Zeit verbringe ich eigentlich im Netz? Fragen, mit denen sich die siebten Klassen der Wiesenschule an einem Projekttag etwas genauer beschäftigen mussten. Am Dienstag endeten die Thementage. Organisiert werden sie seit Jahren von Michael Lehmann. Er ist Sozialarbeiter an der Schule und hat täglich mit Konflikten zwischen Schülern zu tun. Konflikten, die sich über das Internet entwickeln und abspielen.

Sensibilisierung für Social Media ist das Ziel

Zur Klärung von rechtlichen Fragen und Tipps für einen richtigen Umgang im Sozialen Netz begleiteten die Bildungsreferenten des Diakonischen Werks Julia Wasmuth und Ralph Peter Schur den Tag. „Unser Ziel ist die Sensibilisierung für Social Media“, erläutert Ralph Peter Schur. Dazu soll den Schülern der Spiegel vorgehalten werden, um zu erkennen, was sie bewusst und unbewusst im Internet tun.

„Wir machen mit den Schülern zuerst eine Umfrage zum Nutzerverhalten und wollen zum Beispiel wissen, wie viel sie im Monat für ihr Handy ausgeben oder wie oft sie online sind“, sagt Julia Wasmuth. Fast die Hälfte aller Schüler sind täglich bis zu sieben Stunden online. In dieser Zeit schauen sich die Jugendlichen am liebsten Videos und Fotos an oder laden selbst welche hoch.

Mit Cybermobbing wird der Sozialarbeiter täglich konfrontiert

„Während Ältere noch sagen, ich gehe jetzt ins Netz, passiert das bei den jungen Leuten automatisch. Sie sind einfach immer on“, berichtet Michael Lehmann. Das Essen, die neuen Schuhe oder Erlebnisse mit Freunden – alles landet im Netz. Für jeden zugänglich. Das muss aber nicht sein, denn mit ein paar kleinen Einstellungen kann man sein Publikum einschränken.

Für viele ist es dann aber bereits zu spät. Michael Lehmann sagt selbst, er würde an der Wiesenschule „täglich mit Mobbing und Cybermobbing konfrontiert“. Mithilfe der Präventionsarbeit soll derartiger Ärger schon im Vorfeld vermieden werden. „Wir haben auch Schüler, die phasenweise gar nicht zur Schule kommen“, sagt Lehmann. Verbreitet ist vor allem das Herumschicken von Bildern per Whatsapp. Verliebte Mädchen lassen sich gerne dazu hinreißen, ihrem aktuellen Schwarm private Bilder zu senden.

Auch die Jüngsten sammeln schon Erfahrungen mit Mobbing

Oft werden diese aber nicht nur vom Empfänger gesehen und dann ist die Scham groß.Auch Schüler der siebten Klasse haben schon ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Ein Mädchen berichtete, dass sie schon jemanden aus einem Gruppenzwang heraus gemobbt habe – sie habe sich aber hinterher persönlich bei ihm dafür entschuldigt. Jessika und Anna wollen in Zukunft „nicht mehr so viel im Internet sein“ und „nicht mehr alles teilen.“

Von Isabelle Richter

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