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Teltow-Fläming Kochen oder gärtnern
Lokales Teltow-Fläming Kochen oder gärtnern
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00:18 01.01.2018
Dienstags und donnerstags wird im Stadtteilcafé im Bürger- und Kieztreff unter Anleitung von Thomas Niessen (M.) gekocht. Wer mitessen möchte, muss sich anmelden. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Es riecht lecker nach Bouletten, Gemüse und Kartoffeln. Thomas Niessen hat ein Menü zusammengestellt, das den Gästen schmeckt. Der gelernte Koch verarbeitet nicht nur alles, was im Nachbarschaftsgarten in der Schützenstraße in Luckenwalde angebaut wird, in der Küche im Bürger- und Kieztreff, sondern unter seiner Anleitung lernen Langzeitarbeitslose auch das Zubereiten von Mahlzeiten aus frischen Zutaten.

Im Laufe der Zeit haben ihm schon einige über die Schulter geschaut. Zu ihnen gehört Angelika Richter. Die gelernte Agrotechnikerin zog 2013 nach Luckenwalde und war lange Zeit arbeitslos. Im Mai vergangenen Jahres informierte sie sich über das Programm, das Arbeitssuchenden im Quartier Rö­thegraben die Chance bietet, wieder in den Berufsalltag zu finden.

Bei Thomas Niessen lernte die heute 62-Jährige auch den Umgang mit modernen Küchengeräten. „Ich wollte unbedingt wieder arbeiten und hatte Glück“, sagt Angelika Richter. Sie fand einen Job in der Gastronomie. „Ohne dieses Projekt hätte ich auf dem ersten Arbeitsmarkt wohl keine Arbeit gefunden“, sagt sie. Besonders gefiel ihr, dass sie nicht nur in der Küche ihr Wissen erweitern konnte, sondern dass man ihr auch beim Schreiben von Bewerbung und Lebenslauf half. Hin und wieder schaut sie auch jetzt noch ins Stadtteilcafé im Bürger- und Kieztreff und nutzt die Gelegenheit zu einem Plausch mit Thomas Niessen.

Hintergrund

„Biwaq“ ist das Förderprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ der Europäischen Union und des Bundes.

Das Programm fördert Projekte, um die Chancen von arbeitslosen Frauen und Männern über 26 Jahre auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu verbessern.

Gekoppelt ist Biwaq an das Förderprogramm Soziale Stadt.In Luckenwalde umfasst das Fördergebiet der sozialen Stadt die Bereiche Volltuch, Burg, Dahmer Straße und die Volksheimsiedlung.

Informationen und unverbindliche Erstberatung bei Gabriele Flügel, Tel. 0 33 71/40 64 50.

Im Schnitt kommen dienstags oder donnerstags in der Mittagszeit 20 bis 25 Gäste. Wenn es Rouladen oder Ente gibt, können es auch mal 30 Gäste werden. Freitags wird zudem von 8.30 bis 11 Uhr das Arbeitslosenfrühstück angeboten. Wie Thomas Niessen betont, sind Anmeldungen wichtig. Schließlich soll nur so viel gekocht werden, wie verbraucht wird.

Bei Holger Brehmer im Nachbarschaftsgarten ist es jetzt in den Wintermonaten ruhiger. Der Diplom-Gartenbauingenieur berät Interessierte, die in den über das „Biwaq“-Programm (siehe Info-Kasten) geförderten Berufsfeldern Garten- und Landschaftsbau sowie Landwirtschaftshilfe wieder Fuß fassen wollen. Im vergangenen Sommer wurde der 5000 Quadratmeter große Garten auch mal zum Freiluft-Restaurant bei Kesselgulasch, Gemüsesuppe und geräucherten Forellen. Holger Brehmer baut im Garten mit den Projektteilnehmer an, was in der Küche benötigt wird. Was übrig ist, erhält die Tafel. Auch die Kinder der Kita „Burg“ und vom Mehrgenerationenhaus schauen sich gern den Garten an.

„Ich bin jetzt seit Juli dabei. Ich war früher schon einmal in einer Maßnahme gärtnerisch tätig“, sagt eine Teilnehmerin. Die 53-Jährige ist seit langem arbeitslos. Weil ihr zu Hause fast die Decke auf den Kopf gefallen ist, entschied sie sich, zweimal in der Woche bei Holger Brehmer im Nachbarschaftsgarten zu arbeiten. „Ich habe dadurch viele Leute kennen gelernt und bin viel offenen geworden“, berichtet die Luckenwalderin.

Wer am Projekt teilnimmt, bekommt einen Nachweis. „Es geht hier um die Praxis, ganz individuell und ungezwungen. Wichtig ist, dass Menschen, die seit langem arbeitslos sind, wieder soziale Kontakte knüpfen“, sagt Heike Schendler, die das Förderprogramm in Luckenwalde begleitet. Sie verweist auf die Projektpartner: Diakonie Teltow-Fläming, SBH Südost GmbH und Stadt Luckenwalde. Heike Schendler wünscht sich, dass die Angebote besser angenommen werden. Jeder kann selbst entschieden, wie lange er mitmachen will. „Diese Projekte werden kostenlos angeboten und man bekommt Wissen und Bildung“, fügt sie hinzu. Noch bis Ende 2018 wird das Projekt gefördert.

Von Margrit Hahn

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